Anne Delafosse (34), mit 164 Länderspielen die deutsche Vorzeige-Basketballerin in Diensten der TS Jahn München, hat vor den drei Halbfinalspielen gegen die DJK Don Bosco Bamberg gesagt, sie liebe die Rolle des Außenseiters. Es wurde eine dramatische Serie mit insgesamt vier Verlängerungen und dem knapp besseren Ende für die Mannschaft von Trainer Konstantin Hammerl. Nehmen sich die Bambergerinnen Anne Delafosse in all ihrer Professionalität zum Vorbild, packen sie ihr Kämpferherz aus und versuchen sie, Bestleistung abzurufen, dann können sie die erste Mannschaft sein in dieser Saison der 2. Liga Süd, die die BasCats des USC Heidelberg auf Augenhöhe fordert. Die erste Partie um die Meisterschaft gegen die bislang in allen 18 Spielen dieser Runde ungeschlagenen Damen vom Neckar findet am Sonntag (15 Uhr) in der Graf-Stauffenberg-Halle statt.

Die DJK-Basketballerinnen schafften es in den letzten Spielen immer besser, ihre Anhänger in der "Blauen" hinter sich zu versammeln. Die Fans waren begeistert nach zweimaliger "Overtime" und dem 76:73 gegen die Münchnerinnen, das den Finaleinzug brachte. Sie hoffen, dass die Bamberger Korbjägerinnen die vergangenen zwei Wochen intensiv zur Vorbereitung genutzt haben.

Intensives Training beim USC

So wie der USC. "Die Heidelberger Überlegenheit kommt nicht von ungefähr", erklärt DJK-Coach Hammerl. "Die Trainings-Stringenz der BasCats unterscheidet sich gravierend vom Rest der Liga." Seit Mitte August letzten Jahres rufe USC-Coach Dennis Czygan mindestens viermal wöchentlich zu den Übungseinheiten. Das letzte Wochenende nutzten die Heidelbergerinnen zu einem Freundschaftsspiel gegen den deutschen Meister aus Keltern.

Vor zwei Jahren machte der Überflieger dieser Saison mit einem 64:58 in Bamberg den Sprung in die Bundesliga perfekt. Der sofortige Abstieg folgte. Aufwand und Personal sind nicht heruntergefahren worden, bislang gelang es überlegen, den Betriebsunfall vergessen zu machen. Ohne Wenn und Aber wollen die Heidelbergerinnen wieder nach oben.

Mit 71:92 zu Hause und 61:78 am Neckar verlor die Hammerl-Truppe die Punktspiele in dieser Saison gegen den USC. "Heidelberg holt schon fast gespenstisch anmutende 17 Offensivrebounds im Schnitt pro Partie. Häufig hatten wir dagegen bisher beim Rebound Probleme. Das wird wohl der zentrale Faktor." Zudem sei die Schnelligkeit des USC-Spiels zu beachten. "Heidelberg ist in der Lage, teils innerhalb von vier bis sechs Sekunden Angriffszeit strukturierte Abschlüsse zu forcieren. Wir dagegen haben unsere Stärken offensiv wie defensiv im Halbfeld. Die müssen wir zur Geltung bringen." Wie immer gelte es, Fehler zu vermeiden "und den Kontrahenten zu ungewohnten und unangenehmen Entscheidungen zu zwingen".

Hammerl und seine Spielerinnen wissen, welche Leistung nötig ist, um Heidelberg zu schlagen. "Sollten wir sie konstant über 40 Minuten abrufen können, können wir für den einen oder anderen Überraschungsmoment sorgen."

Anne Zipser, 1,90 Meter große Heidelberger Centerin, hatte sich auf Bamberg als Gegner mehr gefreut als auf München: "Victoria Waldner liegt mir unter dem Korb eher als Anna Heise und Christina Schorr bei der TS Jahn." Was braucht es Motivation mehr für die lange Bamberger Garde?

Die Fans wünschen sich nicht zuletzt deshalb einen würdigen Auftritt der DJK-Damen, weil es die letzte große Partie in der altehrwürdigen "Blauen" ist, ehe sie ab Montag für rund zwei Jahre geschlossen ist und eine rund 5,3 Millionen teure Sanierung erfährt. Ein Grund dafür, dass die Heidelberger Verantwortlichen das erste Heimrecht abgaben. Der zweite: die Hoffnung darauf, die Meisterschaft zu Hause in der ISSW-Halle 700 feiern zu können (Spiel 2: Freitag, 5. April, 19.30 Uhr; Spiel 3, falls nötig: Sonntag, 7. April, 14 Uhr).