Ob Basketball, Baseball, Eishockey oder Football: Viele Sportarten, vor allem amerikanische, ehren ihre verdientesten Sportler und Sportlerinnen in einer "Hall of Fame". Im Kegeln gab es eine solche Ruhmeshalle bislang nicht. Doch das ist Vergangenheit. Mit Corinna Kastner und Cornelia Hofmann sind zwei Keglerinnen mit Bamberger Bezug in der neuen Ruhmeshalle.

"Es ist schön, dass verdiente Sportler und Sportlerinnen gewürdigt werden", sagt Kastner. Dass sie Teil der "Hall of Fame" ist, freue Kastner. Die ganz große Begeisterung merkt man ihr aber nicht an. Denn überraschend kommt die Aufnahme nicht. In 27 Nationalmannschafts-Jahren kam Kastner zu 100 Länderspielen und ist Rekordnationalspielerin. Mit sechs WM-Titeln ist die gebürtige Heidelbergerin zudem die erfolgreichste Classic-Keglerin.

Verband feiert Jubiläum

"Ich wäre eher beleidigt gewesen, wenn ich nicht aufgenommen worden wäre", sagt Kastner und lacht. Mit der neu gegründeten "Hall of Fame" hat sich der Deutsche Keglerbund Classic (DKBC) selbst ein Geschenk gemacht. Der Verband feiert in diesem Jahr sein 20. Bestehen. "Ein langersehnter Wunsch geht in Erfüllung. Seit mehr als acht Jahren habe ich den Gedanken, die ,Hall of Fame' zu gründen. Jetzt ist die Zeit aus meiner Sicht reif, aus beiden Lagern, die zu ehren, die den Kegelsport mit geprägt haben", erklärt DKBC-Sportdirektor Harald Seitz auf der Verbands-Homepage.

In den Jahren zuvor sei immer etwas dazwischen gekommen, etwa die Abspaltung der Deutschen Classic-Kegler-Union (DCU). Mit der "Hall of Fame" würden Sportler und Sportlerinnen beider Lager für ihre Leistungen gewürdigt. Die Voraussetzungen für eine Aufnahme: mindestens 50 Länderspiele für Deutschland oder ein Weltmeister-Titel im Einzel oder mit der Mannschaft.

Neben Kastner ist in der Ruhmeshalle, die es vorerst nur im Internet zu sehen gibt, auch Cornelia Hofmann zu finden. Von 1997 bis 2000 kegelte die heute 50-Jährige unter ihrem Mädchennamen Budy für Victoria Bamberg. Die gebürtige Ingolstädterin gewann zwischen 1991 und 2006 acht WM-Medaillen, davon zwei goldene mit der Mannschaft 1994 und 1998. 2007 musste Hofmann nach einer Knie-OP ihre Karriere beenden.

Kastner verschiebt Karriereende

Auch Corinna Kastner wollte mit dem Kegeln aufhören, 2019 sollte ihre letzte Saison werden. Weil bei Victoria Bamberg zwei Stammspielerinnen ausfielen, ist Kastner auch in dieser Saison noch aktiv und kam unter anderem im Weltpokal zum Einsatz. "Ich habe zugesagt, dass ich dabei bin, wenn ich kann", sagt Kastner. Nach der aktuellen Runde soll aber Schluss sein. "Ich habe seit Jahren Probleme mit dem Rücken und der Schulter. Der Körper macht nicht mehr mit", sagt Kastner. Zum Abschluss ihrer langen und erfolgreichen Karriere winkt ein Highlight: das Champions-League-Finale.

Läuft alles nach Plan, kegelt die Victoria am 28. März um die europäische Vereins-Krone. An dem Tag, an dem auch die "Hall of Fame" offiziell vorgestellt wird. Ihre Teilnahme an der Präsentation der Ruhmeshalle hat Kastner unter Vorbehalt abgesagt. Zugesagt hat Kastner für das erste Bundesligaspiel im neuen Jahr. Am Sonntag kegelt die Bamberger Victoria gegen Karlstadt - und das frischgebackene Mitglied der Ruhmeshalle kommt wohl zum Einsatz.