Zum Gespräch kommt Ainars Bagatskis verschwitzt im T-Shirt der lettischen Nationalmannschaft. Seine tägliches Work-Out im Kraftraum des Brose-Trainingscenters in Strullendorf hat er gerade hinter sich. "Das brauche ich", sagt der 51-jährige neue Trainer von Brose Bamberg, der sich vor viereinhalb Monaten an der Hüfte hat operieren lassen.

Locker plaudert er bei einem Kaffee auf der Terrasse über sein Heimatland, die Zeit der Wende mit der Unabhängigkeit von der Sowjetunion, seine Spielerkarriere und seine Arbeit als Trainer.

Auf der Homepage des Weltverbandes Fiba werden Sie unter Ainars Helmuts Bagatskis geführt. Das klingt ziemlich deutsch. Haben Sie deutsche Wurzeln?

Nein. Der Helmuts ist falsch. So hieß mein Vater. In der Sowjetunion hatte man stets den Vornamen des Vaters eingefügt, daher stammt das. Aber Lettland hatte über Jahrhunderte enge Verbindungen mit Deutschland. So ist es normal, dass es dort auch deutsche Vornamen gibt.

Es gibt weitere Parallelen zwischen Deutschland und Lettland. Die Wiedervereinigung beziehungsweise die Unabhängigkeit gingen vom Volk aus.

Lettland ist ein kleines Land und wurde in seiner Geschichte stets von großen Nationen wie Russland, Schweden, Polen oder Deutschland übernommen. Doch seit Anfang der 90er-Jahre sind wir unabhängig. In dieser Zeit habe ich mich vor allem auf Basketball konzentriert. Ich bekam schon als 17-Jähriger eine Einladung vom besten Team des Landes. Von daher drehte sich seit dem alles bei mir um Basketball. Meine Frau sagte zu mir: Du hast nicht mich geheiratet, sondern Basketball. Die Zeit der Wende habe ich als junger Mann natürlich interessiert verfolgt, da die Sowjetunion die baltischen Staaten gehen ließ, aber einige Russen dies nicht wollten. Es gab Kämpfe am Innenministerium in Riga.

Sind Sie politisch interessiert?

Natürlich waren und sind wir Letten stolz, nun unabhängig zu sein. Ich will in einem unabhängigen Land leben, ich will in meinem Land leben - Lettland. Ich verstehe nicht alles, was Politiker tun. Ich habe eine Meinung dazu - und ich kann zu allem etwas sagen, doch ich versuche, mich nicht um Dinge zu kümmern, die ich nicht beeinflussen kann. Ich kann politische Entscheidungen auch schwer bewerten, und wenn ich es könnte, hätte es auch keinen Einfluss.

Die Play-offs in der Bundesliga enden am 27. Juni. Sie würden dann den wichtigsten Tag in Lettland verpassen - den Sonnwendtag vom 23. auf den 24. Juni, der ein Feiertag in Ihrem Heimatland Lettland ist.

Ich mag den Tag, doch ich würde das Fest in Lettland gerne damit tauschen, wenn ich hier einen Pokal in die Höhe stemmen könnte.

Ihre erste Europameisterschaft für Lettland haben Sie 1993 in Deutschland gespielt. Erinnern Sie sich noch?

Für das Team lief die EM so lala. Wir hatten kurz davor noch ein Qualifikationsturnier zu bestreiten. Wir bekamen den letzten Startplatz mit einem Sieg über die Ukraine. Für das gerade erst unabhängige Lettland ein großes Ding und für uns als Spieler löste das große Emotionen aus.

Sie bestritten insgesamt vier Europameisterschaften als Spieler. Die letzte 2003 in Schweden spielten Sie zusammen mit dem damals in Bamberg aktiven Uvis Helmanis auch gegen Deutschland mit Dirk Nowitzki. Sie erzielten 18 Punkte, waren Topscorer Lettlands, haben aber mit 86:94 verloren.

Ich glaube, das waren sogar 20 Punkte (lacht). Die Story bei diesem Turnier begann schon zwei Jahre zuvor bei der EM in der Türkei, als wir Litauen, das als Olympischer Bronzemedaillengewinner 2000 antrat, rausgeworfen haben. Man muss wissen, dass in Lettland Spiele gegen Litauen mit das Wichtigste sind. In einem solchen Duell kannst du spielen, wie du willst, Hauptsache, du schlägst Litauen. In Norköpping 2003 hatten wir dann das erste Spiel gegen Litauen und verloren nach Verlängerung. In diesen Tag war der Basketballgott mit Sicherheit ein Litauer. Jasekevicius traf Würfe ohne hinzusehen. Wir haben die Litauer in diesem Spiel gepiesackt und zur Höchstleistung angestachelt, und sie haben sich bedankt, nachdem sie Europameister geworden sind. Nach dieser EM bin ich aus der Nationalmannschaft zurückgetreten. Zwei Jahre später hat mich der Trainer gefragt, ob ich nicht doch noch einmal spielen wollte, doch mit 37 war es dann auch genug.

Welche Erfahrungen aus Ihrer Spielerkarriere können Sie für Ihren Job als Coach nutzen?

Ein wichtiger Satz ist: Vergiss das, was du als Spieler kennst. Natürlich sind da Zusammenhänge zwischen dem, was du als Spieler machst und was du als Coach tust. Ein großer Trainer, Alexander Gomelsky, hat zu mir gesagt: Du wirst ein guter Coach, wenn der Spieler in dir stirbt. Als ich etwas über 30 war, hat mich ein lettischer Klub gefragt, ob ich nicht meine Karriere beenden und Trainer werden wollte. Ich war noch nicht bereit, habe damals viel trainiert und in meinen Körper investiert. Das sollte sich früher oder später auszahlen - und es tat es. Das gibt dir was. Dazu kommen die Emotionen, die du auf dem Feld als Spieler hast, das ist einfach Wow.

Aber man muss kein guter Spieler gewesen sein, um ein guter Coach zu sein.

Sicher nicht. Ich kenne einige, die sehr gute Spieler waren und sehr gute Coaches wurden. Ich gebe darauf nicht viel, auch wenn ich ein guter Spieler war. Doch einige ehemalige Superstars leben in der Vergangenheit. Aber im Profisport kann man nicht in der Vergangenheit leben. Wir arbeiten in der Gegenwart für die Zukunft. Darauf müssen wir unseren Fokus richten.

Sie waren ein guter Werfer. Doch für das Wurftraining in Bamberg haben Sie Stefan Weissenböck.

Manchmal, wenn mich jemand wütend macht, werfe ich auf den Korb. Das kann ich noch. Nur nicht rauf und runter rennen. Werfen ist Talent. Aber das beste Talent nutzt nichts, wenn man keine Arbeitseinstellung hat.

Als Coach haben Sie in Riga, Ihrer Heimatstadt begonnen, danach waren Sie vor allem in der Ukraine oder Russland aktiv - wegen der Sprache?

Als ich 37 war, hatte mir Zalgiris Kaunas ein Angebot gemacht, noch zwei Jahre zu spielen und dann in den Coaching Staff zu wechseln. Doch nach vielen Jahren im Ausland wollte ich wieder in die Heimat und habe in Riga 2005/06 als Spielertrainer angefangen, ehe ich ein Jahr später als Coach zu Zalgiris ging und dort acht Monate war. Ein Grund, als Spieler aufzuhören, war auch meine Gesundheit. Meine Hüften waren kaputt. In Valmiera war ich zweieinhalb Jahre, dort haben wir verrückten, unvorhersehbaren Basketball gespielt und waren sehr erfolgreich. In Russland konnte ich mich verständigen und sie nahmen mich als jungen verrückten Coach. In Kiew erreichten wir mit einem sehr kleinen Budget im Eurocup mit Malcom Delaney, der später in München spielte, das Halbfinale. In Novgorod habe ich im ersten Jahr die Euroleague-Top-16 erreicht. Im zweiten Jahr waren wir nicht mehr so erfolgreich, auch aufgrund finanzieller Probleme. Danach wechselte ich zu David Blatt, ein guter, langjähriger Freund. Er hat mich gefragt, ob ich bei Darüssafaka Istanbul sein Assistent werden wollte. Blatt ist einer der besten Coaches, die ich kenne, taktisch und wegen seines Umgangs mit den Spielern. Für mich war das interessant, denn ich war noch nie Assistent. Man sieht das Coaching aus einem anderen Blickwinkel, man hat andere Aufgaben bei der Spielvorbereitung, Video und so weiter. Nach fünf Monaten hat aber Maccabi Tel Aviv angerufen. Wir hatten gute Gespräche. Ich wollte nicht gehen, da ich Blatt versprochen hatte, mit ihm zu arbeiten. Doch David sagte zu mir, wenn du Eier hast, geh! Ich ging.

In Tel Aviv mussten Sie nach fünf Monaten wieder gehen. War es im Nachhinein ein Fehler zu wechseln?

Nein. Es gibt keine Fehler im Leben, nur Erfahrungen. Es war eine Erfahrung. Ich fand eine schwierige Situation bei Maccabi vor, die wir bewältigt haben. Wir haben den Pokal gewonnen, obwohl wir drei Verletzte hatten. Danach fielen für sechs Wochen drei gute Ballhandler aus. Ich hatte nur noch einen Spieler, der dribbeln konnte. Das wünsche ich keinem Trainer. Danach haben wir einige Spieler verloren, und ich musste gehen.

Kristaps Porzingis, der lettische NBA-Star der New York Knicks, sagte über Sie, dass Sie keine Angst haben, Spielern zu sagen, was Sie erwarten, und Sie tun das in einer großartigen Weise. Was können die Bamberger Spieler erwarten?

Zuerst muss man die Persönlichkeit des Spielers kennen. Manche muss man attackieren, damit sie ihr Bestes geben. Andere muss man eher hätscheln mit Worten wie, "Du kannst es, mach es". Jeder Spieler ist anders. Es gibt nicht den einen Weg. Man muss ehrlich zu den Spielern sein. Manche Coaches sagen zu ihren Spielern nicht, was sie tun sollen, sondern nur: Gib dein Bestes! Das kann aber nur der Anfang sein. Danach muss ich ihnen sagen, wie und in welche Richtung sie gehen müssen, in Angriff und Abwehr. Manche sagen über mich, ich sei nett. Ich würde sagen, dass ich kein schlechter Kerl bin, aber nicht so nett wie viele erwarten. Das hängt von der Situation ab.

Porzingis sagte auch, dass Sie ein großartiger Kommunikator sind, der ein Team führen kann und sehr auf Details achtet. Bamberg bekomme einen starken neuen Coach. Was macht einen starken, guten Coach aus?

Ich mag Kristaps immer mehr (lacht). Natürlich muss man auf Details achten, doch kann ich nicht alle Fehler im Training oder Spiel korrigieren, sonst macht man nichts mehr anderes. Wichtig ist, welchen Einfluss die Details auf das Spiel und den Spieler haben. Das zu erkennen und dann zu korrigieren, ist wichtig. Kommunikation im Klub ist wichtig. Zwischen Management, Coach und Spieler. Man kann nicht über alles reden. Manchmal muss ein Spieler einfach laufen, wenn ich sage lauf! Oft muss man erklären warum. Das Talent des Spielers betrifft vor allem die Offensive. Ich muss das Talent in die richtige Bahn lenken, dann muss er entscheiden. In der Abwehr ist Konstanz gefragt, Disziplin, harte Arbeit. Manchmal hat man kräftige große Spieler, die aber soft in der Defensive sind, kleine schmächtige in der Abwehr aber wertvoller sind, weil sie einfach wollen. Jeder, wirklich jeder Spieler will mindestens 25 Minuten auf dem Feld stehen, spielen wie er will und der Coach soll dazu applaudieren. David Blatt pflegte zu sagen: Zeig' mir dein Talent, dann sag ich dir deine Rolle im Team.

Der Präsident des lettischen Basketball-Verbandes, Valdis Voins, lobte Sie als Nationaltrainer. Dass Sie Lettland von Platz 22 bei der EM 2011 auf Rang 5 bei der EM 2017 geführt haben. Warum haben Sie Ihren so erfolgreichen Job als Nationaltrainer aufgegeben?

Ich war acht Jahre Trainer im Klub und gleichzeitig in der Nationalmannschaft. Es war zu viel. Ich habe mir damit auch einen guten Ruf erarbeitet. 2009 haben wir mit einer sehr jungen Nationalmannschaft einen Neuaufbau gemacht. Mit Strelnieks, den beiden Bertans und so weiter. 2011 waren wir das jüngste Team in der EM-Geschichte - unter 23 Jahren. Wir haben jedes Spiel knapp verloren. Seit damals hasse ich schöne Spiele, die ich verliere. Lieber gewinne ich hässliche Spiele. Aber jedes Jahr wurden wir besser, obwohl wir keinen NBA-Spieler und keine richtig Großen hatten - weil wir gut verteidigt haben. Natürlich haben wir uns entwickelt, die Spieler und ich als Coach. Doch nach acht Jahren war Schluss. Ich habe meine Hüfte operieren lassen und fühle mich nun wieder jung.

War ein Grund zu gehen, auch die Länderspiele während der Saison?

Ja klar. Man kann als Vereinstrainer nicht während einer laufenden Saison mehrmals zur Nationalmannschaft gehen. Ich hatte Angebote von zwei anderen Nationen und von China, dort Trainer zu werden. Zurzeit habe ich von Nationalmannschaften genug.

Aber Sie haben weiter die lettischen U16- und U18-Teams unterstützt. Die U18 hat vor kurzem die Silbermedaille bei der EM gewonnen. Was haben Sie da gemacht?

Ich sollte nur da sein und den Spielern das Richtige zum richtigen Zeitpunkt sagen, eigentlich nur Berater. In diesem Sommer war ich in der NBA-Summer-League bei den New Orleans Pelicans und kam erst zwei Wochen vor der EM zur U18. Ich saß eigentlich hinter der Bank, plötzlich - ich weiß nicht, wie das der Verbandspräsident geschafft hat - saß ich auf der Bank. Für mich war es eine tolle Erfahrung, mal wieder mit Jugendlichen zu arbeiten. Sie machen so viele Fehler. Ich sagte ihnen: Entscheide dich. Wenn du entscheidest, zu werfen, wirf - und pass nicht! Der beste Pass im Jugendbasketball ist oft der Wurf.

In der lettischen U18 spielt mit Arturs Zagars ein hochtalentierter Point Guard. Ist er der nächste Janis Strelnieks?

Sicher, ein etwas anderer Typ, aber mental stark, und er kann ein Spiel lesen, ein Winnertyp.

Er spielt aber schon in Badalona in Spanien - Bamberg war zu spät dran.

Ich habe seinen Agenten nach der EM schon angerufen, um ihn nach Bamberg als Point Guard zu holen, aber er hat in der vergangenen Saison schon ein paar Minuten in der ACB gespielt und nicht schlecht. Und im Männer-Nationalteam hat er in einem Testspiel auch schon gut gespielt.

Sie haben immer wieder in der NBA-Summer-League gearbeitet. Ist die NBA ein Ziel für Sie?

Ja und Nein. Jeder will es probieren. Aber es ist ein anderer Basketball und auch die Trainer haben eine andere Rolle. Ich fühle mich im europäischen Basketball sehr wohl. Trainer in Europa achten mehr auf Details und Korrekturen. In den USA gibt es so viele talentierte Spieler, die Athletik und die Geschwindigkeit sind auf einem anderen Niveau. Ich war im Herbst 2017 in den USA bei verschiedenen Klubs und Colleges und habe gelernt und die Coaches gefragt, warum sie dies so machen und nicht so. Wenn man andere Trainer beobachtet, kann man sehen, was man mag und was nicht und zieht daraus seine Schlüsse.

Und welche Ziele verfolgen Sie in Bamberg?

Die kann ich gar nicht alle nennen - nur eines: Ich hasse es zu verlieren. Wir Trainer geben unser Bestes, das Team für das Spiel vorzubereiten. Für uns ist es wichtig, nicht die Wettbewerbe zu teilen. Ich habe der Mannschaft gesagt, immer das nächste Spiel ist das wichtigste, nicht das Champions-League-Spiel nächste Woche. Unser Fokus muss täglich auf der Gegenwart liegen, ob Training oder Spiel.

Seit einigen Tagen arbeiten Sie mit Ihrer neuen Mannschaft. Was sind Ihre ersten Eindrücke?

Ich bin wirklich von der Arbeitseinstellung der Spieler beeindruckt. Viele Spieler kommen aus ihrem Urlaub etwas verweichlicht, müde und außer Form. Hier schaut es so aus, als ob das gesamte Team den Sommer durchtrainiert hätte. Manchmal müssen wir sie stoppen, denn sie gehen alles zu schnell an. Die Vorbereitung läuft gut, wird aber von Woche zu Woche härter. Das zahlt sich jedoch über die Saison aus. Wir werden beobachten, wie die Spieler reagieren, wenn sie müde sind.

Ist es möglich, mit diesem Kader schnell, aggressiv und smart zu spielen?

Wir müssen so spielen. Ich mag es, mit einer größeren Rotation zu spielen, nicht nur fünf, sechs Spieler. Aber wir hatten in der ersten Woche noch keinen Tyrese Rice und Bryce Taylor im Training. Wir werden aber alle brauchen. Jeder wird eine Position, eine Rolle im Team haben, einschließlich der jungen Kerle. Die Jungen sind wichtig fürs Team. Sie sind ein wenig crazy, wild und unvorhersehbar, machen manchmal Dinge, die die Zuschauer begeistern, aber die der Coach nicht so gerne sieht. Dieser Mix aus jungen, lokalen und erfahrenen Spielern macht unser Team speziell, das ist unsere Identität.

Ricky Hickman steht noch immer auf dem Gehaltsliste von Brose Bamberg. Ist es möglich, dass er noch einmal für diesen Verein aufläuft?

Alles ist möglich, sogar Dinge, die unmöglich sind.

Hickman kam vergangene Saison als ein Euroleague-Champion bei Maccabi Tel Aviv nach Bamberg. Tyrese Rice kommt nun als ein Euroleague-Champion bei Tel Aviv nach Bamberg. Warum wird Rice besser abliefern als Hickman?

Tyrese spielt schon mal auf einer anderen Position, er spielt Combo-Guard, Ricky mehr auf der Position 2 und 3. Wir haben nach einem Spieler auf dem Markt gesucht, der sowohl mit Nikos Zisis auf dem Feld stehen kann als auch ohne Nikos. Es gibt viele Spieler auf dem Markt, doch wir brauchen einen, der auch charakterlich zu uns passt. Rice ist ein Gewinner. Wir erwarten, dass er gesund, hungrig und motiviert ist, dass er sein Bestes gibt, um auf einen großen Markt zurückzukehren.

Wenn Sie Ihre Arbeitsbedingungen in Bamberg mit anderen Klubs, für die Sie gearbeitet haben, vergleichen. Wo liegt Brose auf einer Skala von 1 bis 10?

Ich kann immer etwas nennen, was mir fehlt und was ich brauche. Das Gleiche, was ich über Rice gesagt habe, gilt für die Trainer inklusive mir selbst. Motiviert, hungrig und arbeitswillig zu sein, wenn nötig 24 Stunden am Tag. Die haben wir hier. Mit Marcelo Nicola haben wir einen Trainer, der ein großer und sehr schlauer Spieler war. Die anderen Coaches sind ebenfalls erfahren. Im Leben gibt es zwei Dinge, die du dir nicht kaufen kannst: Gesundheit und Erfahrung. Wenn ich mich erinnere, als ich vor zwölf Jahren als Trainer begonnen habe, und wo ich jetzt stehe. Ich kann mir noch gar nicht vorstellen, wo ich in zehn Jahren bin...

Uvis Helmanis: Ainars hat einen Sinn für Humor

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Uvis Helmanis, der "lettische Bär", spielte von 2002 bis 2006 in Bamberg und gewann 2005 die erste deutsche Meisterschaft mit GHP Bamberg. Der inzwischen 46-Jährige lief lange Jahre mit Bagatskis im Nationalteam auf. Er sagte zum neuen Brose-Coach: "Ainars ist einer der besten Trainer in Lettland, deshalb war er auch so lange Nationaltrainer. Er hatte die Chance, die besten Spieler Lettlands in ein Team zu holen und belegte Platz 5 bei der letzten EM. Als Spieler waren wir zusammen viele Jahre im Nationalteam. Er war ein offensiv denkender Spieler mit einem sehr guten Wurf. Er mochte es nicht, auf dem Feld zu stehen und den Ball nicht zu haben. Das Wichtigste im Basketball ist es zu punkten, darin war er perfekt, manchmal auch egoistisch. Ich glaube, wenn man ihn nachts aufweckt, kann er zehn Dreier in Serie mit geschlossenen Augen treffen. Ainars liebt es zu reden, nicht nur mit den Schiedsrichtern, sondern auch mit den Leuten außerhalb des Feldes. Als Spieler wie als Coach kennt er die Grenze, wie weit er gehen kann, sehr gut. Und er hat einen sehr feinen Sinn für Humor. Ich wünsche ihm viel Glück in Bamberg. Ich habe es auch geliebt für Freak City zu spielen."

Zur Person Ainars Bagatskis

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Geboren am 29. März 1967 in Riga

Stationen als Spieler Nach vielen Jahren in der lettischen Liga spielte Bagatskis im Ausland in Dijon (Frankreich/2001) und in Kaunas (Litauen/2004), ehe er wieder zu den Barons ins seine Heimatstadt Riga zurückkehrte. Für die lettische Nationalmannschaft lief er von 1992 bis 2006 sehr erfolgreich auf.

Stationen als Trainer Bagatskis war bei seiner letzten Spielerstation auch Trainer, ehe er zu Zalgiris Kaunas wechselte. Nach drei Jahren in Valmiera (Lettland) betreute er den russischen Klub in Krasnojarsk (2009/10), in Tiflis (Georgien), Kryvbas und Kiew (beide Ukraine). In Kiew spielte er mit mit seinem Team im Eurocup und in der Euroleague (2013/14). Nach zwei Jahren in Novgorod (Russland) wechselte er 2016 als Assistenz-Trainer zum Euroleague-Starter Darüssafaka Istanbul. Doch bereits im Dezember rief Maccabi Tel Aviv an, wo er als Headcoach bis Mai 2017 arbeitete und Pokalsieger wurde. In der vergangenen Saison hospitierte Bagatskis bei NBA-Klubs und ließ sich kürzlich an der Hüfte operieren.

Als Nationaltrainer Lettlands war der 51-Jährige acht Jahre bis 2017 im Amt.

Hobby Eishockey spielen