Brose Bamberg ist dem Achtelfinale der Champions League am Mittwochabend einen großen Schritt nähergekommen. Nach dem 101:97-Sieg nach Verlängerung bei JDA Dijon hat das Team von Trainer Ainars Bagatskis bei noch fünf ausstehenden Partien ein Polster von drei Siegen Vorsprung auf den aktuell Fünftplatzierten Lietkabelis.

Nachdem es bei einer zwischenzeitlichen 15-Punkte-Führung im dritten Viertel lange Zeit nach einem lockeren Bamberger Erfolg ausgesehen hatte, entwickelte sich das Spiel in den letzten Minuten noch zu einem echten Krimi. "Zauberzwerg" David Holston machte seinem Spitznamen alle Ehre und rettete Dijon mit drei irren Dreiern in die Verlängerung. Dort behielt Brose aber nervenstark die Oberhand. "Am Ende bin ich glücklich über unseren Sieg, wir hatten ein sehr schweres Spiel erwartet", sagte Bagatskis nach der Partie. "In den letzten Minuten der regulären Spielzeit sah es so aus, als käme der Basketball-Gott aus Dijon, wenn man sich die Würfe von Holston anschaut. Aber das war auch eine sehr gute Lektion für uns."

Das Brose-Team, das auf Stevan Jelovac (umgeknickt im Abschlusstraining) verzichten musste, kam schleppend ins Spiel. Es dauerte fast drei Minuten, bis Cliff Alexander nach Zuspiel von Nikos Zisis per Alley-Oop den ersten Bamberger Feldkorb erzielte (7:3). Die Gäste, die von rund 100 Fans nach Ostfrankreich begleitet wurden, leisteten sich über die komplette Spieldauer zu viele Ballverluste (18). Dijon rotierte defensiv viel und attackierte die Bamberger Aufbauspieler vor allem nach dem Pick-and-Roll aggressiv mit zwei Spielern. Erst mit der Einwechslung von Tyrese Rice wurde das Bamberger Offensivspiel flüssiger.

Der Aufbauspieler riss mit seinem Zug zum Korb Lücken und fand die freien Schützen. Bryce Taylor brachte Brose mit einem Dreier zum ersten Mal in Führung (14:17). Dank guter Trefferquoten und einer konzentrierten Verteidigungsleistung bauten die Bamberger ihren Vorsprung bis zur Pause auf neun Punkte aus (34:43).

Im dritten Viertel trafen die Gastgeber den Dreier zwar besser, aber Brose ließ den Ball weiter geduldig laufen und schraubte die Führung auf 60:45 (27.) hoch. Ein technisches Foul von Dijons Trainer Laurent Legname brachte nun aber die Zuschauer ins Spiel, und auch sein Team ging nun wieder mit mehr Intensität zur Sache. Da bei Bamberg die Ballbewegung im letzten Viertel mehr und mehr stockte und auch einige freie Würfe nicht ihr Ziel fanden, schafften die Gäste vier Minuten vor Spielende den Ausgleich.

Ricky Hickman brachte Bamberg mit einem Vier-Punkte-Spiel 18 Sekunden vor dem Ende wieder mit fünf Punkten in Front, aber Holston war nun wie im Rausch, traf zwei Dreier aus zehn Metern und rettete die Franzosen mit der Schlusssirene in die Verlängerung. In dieser wechselte die Führung ständig, ehe der alleingelassene Rice sechs Sekunden vor Schluss eiskalt einen Dreier verwandelte und Brose den Sieg sicherte.

Die Basketball-Statistik

JDA Dijon - Brose Bamberg n. V. 97:101

(16:25, 18:18, 21:22, 29:19; 13:17) Dijon Holston (29 Punkte/6 Dreier), Kinsey (19/2), Chassang (17/1), Ware (10), Julien (7/1), Leloup (5), Loum (4), Emegano (3), Pearson (3) Bamberg Hickman (18/2), Harris (16), Taylor (15/3), Rice (13/3), Heckmann (10/2), Rubit (10), Alexander (9), Zisis (7/1), Kulboka (3/1), Schmidt, Stuckey SR Aunkrogers (Lettland), Ciulin (Rumänien), Sljivic (Österreich)

Gesamtwurfquote Dijon 46 Prozent (32/69 ), Bamberg 53 (31/59)

Dreierquote Dijon 40 (10/25), Bamberg 46 (12/26) Freiwurfquote Dijon 88 (23/26), Bamberg 87 (27/31) Rebounds Dijon 25 (20 defensiv/5 offensiv), Bamberg 40 (31/9)

Ballgewinne/-verluste Dijon 12/9, Bamberg 6/18 Assists Dijon 13 / Bamberg 18 Fouls Dijon 26 / Bamberg 24