Zweiter Meilenstein innerhalb von vier Tagen: Am Sonntag machten die Bamberger Brose-Basketballer mit dem Sieg über Bonn den Einzug ins Pokalfinale perfekt, am Mittwochabend wurde in Freak City erneut gefeiert, denn die Mannschaft des neuen Trainers Federico Perego sicherte sich mit einem 82:78-Erfolg gegen die Telenet Giants Antwerpen endgültig den Einzug ins Achtelfinale der Champions League und ist wohl auch nicht mehr von Platz 3 in der starken Gruppe C zu verdrängen.

Die Bamberger sind eine Wundertüte - man weiß nie, was drin ist. Ähnlich wie im Pokalhalbfinale gegen Bonn funktionierte die Verteidigung über weite Strecken der ersten Halbzeit überhaupt nicht. Zudem leisteten sich Ricky Hickman (4) und seine Mitstreiter haarsträubende Ballverluste, die die Gäste zu einfachen Körben nutzten. Zweimal landete das Spielgerät nach einem Bamberger Einwurf in den Händen der athletischen und pfeilschnellen Belgier, die sich bis zum Ende des ersten Viertels auf 23:17 absetzten. Viertelübergreifend blieben die Hausherren viereinhalb Minuten ohne Korberfolg, so dass die Giants bis auf 31:17 davonziehen konnten.

Drei Minuten vor der Pause lagen die Hausherren, die arge Probleme mit der aggressiven Verteidigung der Belgier hatten, immer noch mit 24:37 hinten. Doch jetzt ergriffen Tyrese Rice und Cliff Alexander die Initiative und brachten die Bamberger mit einem 13:2-Lauf bis auf zwei Zähler heran. Nach den Ballverlusten elf und zwölf des Brose-Teams ging Antwerpen mit einem 42:37-Vorsprung in die Kabine, obwohl die Bamberger mit 52:40 Prozent die deutlich bessere Trefferquote aus dem Feld aufwiesen.

Würde das Team von Trainer Federico Perego, der diesmal auf Bryce Taylor zugunsten von Arnoldas Kulboka verzichtete und Stevan Jelovac 40 Minuten auf der Bank sitzen ließ, nach der Pause die Wende schaffen? In der Verteidigung packten die Hausherren nun deutlich beherzter zu, und in der Offensive fielen nach guter Ballbewegung die Dreier. Erst netzte Rice zweimal aus der Distanz ein und brachte die Gastgeber nach langer Zeit endlich wieder einmal in Front. Kurz darauf traf Nikos Zisis zweimal von jenseits der 6,75-Meter-Linie. Doch auf Seiten der Belgier hielten Center Ismael Bako und Spielmacher Paris Lee dagegen, so dass die Führung ständig wechselte. Nach vielen hektischen Aktionen auf beiden Seiten lag das Brose-Team vor dem Schlussabschnitt mit 60:58 in Front.

Böse Blicke erntete zunächst Kulboka, nachdem er in der Verteidigung zweimal seinem Gegenspieler nur hinterherschaute, von seinem Coach. Die Gäste nutzten das Momentum und schlugen zurück (62:66). Kurz darauf schickten die schwachen Unparteiischen Patrick Heckmann nach einem fragwürdigen technischen Foul in der ersten Halbzeit und einem "Unsportlichen" im letzten Viertel vom Feld. Unter dem Jubel der Fans sorgte aber Rice mit einem Drei-Punkte-Spiel und einem Distanzwurf viereinhalb Minuten vor dem Ende wieder für die 73:70-Führung. Alexander mit einem krachenden Dunking und Louis Olinde per Dreier bauten den Vorsprung auf 78:72 aus. 89 Sekunden vor der Schlusssirene war Antwerpen wieder auf 77:78 dran. Mit etwas Glück und Geschick retteten Rice & Co. aber den Vorsprung in diesem neuerlichen Krimi über die Zeit.

Die Statistik

Bamberg Rice (24 Punkte/3 Dreier), Alexander (12), Rubit (10/1), Zisis (10/2), Harris (9), Hickman (5/1), Olinde (5/1), Heckmann (5/1), Kulboka (2), Stuckey, Schmidt Antwerpen Bako (15), Vanwijn (15), Lee (13/3), Donkor (11/2), Tate (11), Sanders (3), Schoepen (3/1), Kalinoski (3/1), Dudzinski (2), Akayazili (2) SR Calatrava (Spanien), Kalpakas (Schweden), Vojinovic (Montenegro) Zuschauer5702 Gesamtwurfquote Bamberg 49 Prozent (28 Treffer/57 Versuche), Antwerpen 40 (27/68)

Dreierquote Bamberg 45 Prozent (9/20), Antwerpen 21 (7/33) Freiwurfquote Bamberg 71 Prozent (17/24), Antwerpen 71 (17/24) Rebounds Bamberg 40 (33 defensiv/7 offensiv), Antwerpen 36 (26/10) Ballgewinne/-verluste Bamberg 3/16, Antwerpen 10/10 Assists Bbg. 17 / Antwerpen 16 Fouls Bbg.22 / Antwerpen 26