Bambergs Basketballherz schlägt wieder im Rhythmus der Play-offs: Unter dem Motto "Bambeat" startet der deutsche Meister am Sonntag (17.30 Uhr) gegen die Telekom Baskets Bonn mit dem Heimvorteil in die Mission Titelverteidigung.
Geschäftsführer Rolf Beyer verbindet mit "Bambeat" den "Herzschlag - ich glaube, das liegt nahe. Ich habe in dieser Saison so viele Herzschlagmomente erlebt, auf die ich gerne verzichtet hätte. Aber das macht so ein bisschen diese Saison aus. Ich erwarte mir jetzt einen etwas stabileren, gleichmäßig hohen Herzschlag, das ist das, was ich verbinde mit beat."
Aber bereits das Viertelfinale könnte für den in dieser Saison kränkelnden Meister zum Herzinfarkt führen, denn die Bonner wissen, wie man in der Frankenhölle gewinnt: Im ersten Spiel des Viertelfinales 2012 und auch zum Play-off-Start im letzten Jahr sorgten die Telekom Baskets mit ihren Siegen in Bamberg für kräftige Paukenschläge. Der Tabellenfünfte glaubt sicher auch am Sonntag in der Brose Arena an seine Chance und hofft darauf, dass aller guten Dinge drei sind. Nach zehn Niederlagen auf fremdem Parkett - sieben Pleiten bei allen Play-off-Konkurrenten -, dürfte es der Mannschaft von Trainer Luca Banchi diesmal schwerfallen, eine Heimniederlage wettzumachen. 2012 und 2017 hatten die Bamberger noch gnadenlos zurückgeschlagen und die Viertelfinalserie gegen die Rheinländer mit 3:1 für sich entschieden.
Die 69:106-Klatsche in Bonn Ende Januar ist für Beyer eine Extra-Motivation: "Wir haben einiges gutzumachen gegen die Kollegen, die haben uns einen Nackenschlag versetzt, der uns damals schon arg wehgetan hat. Ich erwarte, dass wir unseren Heimvorteil verteidigen. Das war das, was uns in den letzten Wochen stark gemacht hat. Wir müssen aber einfach stabiler werden."


Banchi fordert Enthusiasmus

"Aggressivität, Fokus und Selbstlosigkeit", das sind für Beyer die Schlagworte vor dem Play-off-Start. Für Trainer Luca Banchi sind "Enthusiasmus, Willen und Verlangen" die Voraussetzungen für den Erfolg. "Wir sahen in dieser Saison verschiedene Gesichter von ein und derselben Mannschaft", schildert der Coach, der vor zwei Monaten den einstigen Erfolgsgaranten Andrea Trinchieri abgelöst hat, die Saison mit vielen Höhen und Tiefen.
"Das Heimrecht in der ersten Runde ist sicher vorteilhaft für den Start. Es war nicht leicht, das Team in den letzten zwei Monaten von Position 11 auf Rang 4 zu führen", sagt Banchi und baut auch in den Play-offs auf Freak City: "Wie uns die Fans hier unterstützen, ist schon speziell und gibt uns sicher einen Schub."
Soll der Einzug ins Halbfinale gelingen, wo Bayern München oder die Frankfurter der Gegner sein würden, muss sich das Brose-Team vor allem auf Bonns Wirbelwind Josh Mayo (14,4 Punkte im Schnitt), Tomislav Zubcic (14,3), der beim Kantersieg gegen Bamberg bei acht Versuchen sieben Dreier versenkte, und Center Julian Gamble (12,1) konzentrieren.
Von 81 Partien gewann Bamberg 49 gegen Bonn
Ewige Bilanz
Seit der Baskets-Vereinsgründung 1995 kam es zu 81 Partien zwischen Bonn und Bamberg. 49 Mal verließen dabei die Oberfranken in der Bundesliga und im Pokal als Sieger das Parkett, 32 Mal jubelten die Rheinländer. In Bamberg kassierten die Telekom Baskets bei 39 Aufeinandertreffen 27 Niederlagen, bei den Partien in Bonn lautet die Bilanz 22:20 zugunsten der Jungs aus Freak City.

Die letzten sechs Serien gingen an Bamberg
Play-off-Bilanz
Im Halbfinale 1997 setzten sich die Bonner deutlich mit 3:0 durch und behielten auch fünf Jahre später im Viertelfinale knapp mit 3:2 die Oberhand. Das war's dann aber mit der magentafarbenen Herrlichkeit: Im Halbfinale 2003 und im Viertelfinale 2006 setzten sich die Oberfranken jeweils mit 3:1 durch. Die erste Play-off-Runde im Jahr 2007 verlief spannender, denn das Brose-Team behielt nur mit 3:2 die Oberhand. 2010 feierten Peja Suput & Co. im Viertelfinale einen 3:0-Sweep, ebenfalls in der Runde der letzten acht gab's 2012 und 2017 nach den Auftaktsiegen der Bonner in Bamberg noch eine 3:1-Bilanz zugunsten des späteren Titelträgers.