Beim Umbau der Mannschaft für die kommende Saison drückt Brose Bamberg kräftig aufs Tempo. Nur acht Tage nach dem Viertelfinal-K.o. gegen Rasta Vechta trennte sich der Basketball-Bundesligist von vier Spielern. Der zum Saisonende auslaufende Vertrag mit Ricky Hickman wird nicht verlängert, zudem löste der Pokalsieger die Kontrakte von Augustine Rubit, Patrick Heckmann und Arnoldas Kulboka auf. Bei diesem Trio machte der Verein nach eigenen Angaben von einer Ausstiegsoption Gebrauch.

"Im Zuge unserer sportlichen und strategischen Neupositionierung stellen wir jeden Vertrag auf den Prüfstand. Die getroffenen Entscheidungen sind für die Gesamtausrichtung sinnvoll und essenziell", sagt Geschäftsführer Arne Dirks. Die wohl überraschendste der vier Personalentscheidungen ist, dass sich die Bamberger aus eigenen Stücken von Rubit trennen.

Der US-Amerikaner zeigte als einer der wenigen Spieler in der vergangenen Saison konstant gute Leistungen. Der Power Forward war in der Bundesliga und in der Champions League der effektivste Brose-Profi und machte damit dem Vernehmen nach auch Euroleague-Teams auf sich aufmerksam. Zu einem solchen könnte der 29-Jährige nun ablösefrei wechseln. Andererseits kann der nach finanzieller Konsolidierung strebende Verein mit Rubit einen Spieler von der Gehaltsliste streichen, der ebenso wie Nationalspieler Heckmann wohl zu den Besserverdienern zählte.

Auf Nachfrage wollte Mediendirektor Thorsten Vogt nicht ausschließen, dass sich Brose Bamberg noch von weiteren Spielern trennen werde, die einen Vertrag für die kommende Saison besitzen. Dies sind Cliff Alexander, Bryce Taylor, Maurice Stuckey, Elias Harris und Louis Olinde.

Dass die Bamberger dem bei den Fans umstrittenen Hickman kein neues Vertragsangebot unterbreiten würden, ist angesichts der stark schwankenden Leistungen des Euroleague-Siegers des Jahres 2014 keine Überraschung. Dagegen ist der Verein noch in Gesprächen mit Tyrese Rice, Nikos Zisis und Daniel Schmidt, deren Arbeitspapiere zum Saisonende ebenfalls ausgelaufen sind. Derzeit ist aber laut Vogt noch völlig offen, zu welchen Ergebnissen diese führen. Rice twitterte am Dienstag, dass er vertragslos sei ("I'm a free agent!")

Die ersten Personalentscheidungen lassen vermuten, dass der neue Sportdirektor Leo DeRycke hinter den Kulissen schon kräftig am Kader für die neue Saison feilt. Offiziell tritt der 54-jährige Belgier sein Amt erst am 1. Juli an. Fünf Ausländerstellen sind derzeit vakant.

Vorrangigste Aufgabe ist es aber zunächst, die Trainerfrage zu lösen. "Wir haben fünf, sechs Namen auf der short list", sagt Vogt. Nach Auskunft des Mediendirektors befindet sich auf dieser kurzen Liste auch der bisherige Headcoach Federico Perego.