Es könnte das letzte Spiel in dieser Basketballsaison für Brose Bamberg sein. Um das drohende Aus in den Bundesliga-Play-offs am Dienstagabend (20.30 Uhr/Sport1 live) im vierten Spiel der Viertelfinalserie gegen Rasta Vechta in der heimischen Arena zu vermeiden, hat die Fangruppierung "Sektion Südblock" die Anhänger dazu aufgerufen, Geschlossenheit zu demonstrieren und in einem Brose-Trikot (egal, ob aktuell oder älter) in die Halle zu kommen. Dort werden sie auf eine kleine Fanschar aus Vechta treffen, die sich ebenfalls etwas einfallen ließ. Wie beim Heimsieg am Samstag werden sie T-Shirts tragen mit der plattdeutschen Aufschrift: "Ick glöw, dat wi dat moakt." (Ich glaube, dass wir das machen).

Die Leistungen in den bisherigen drei Partien stimmen die Niedersachsen zuversichtlich, die einzige Überraschung in den vier Viertelfinalduellen perfekt zu machen. Denn allen Widrigkeiten zum Trotz steht Rastas Rumpfteam mit einem Bein im Halbfinale, in dem Titelverteidiger Bayern München wartet.

Wie in den beiden Begegnungen gegen die Bamberger zuvor, spielte Vechta auch am Samstag lediglich mit einer Siebener-Rotation. Zu den verletzten Clint Chapman, Tyrone Nash und Seth Hinrichs gesellte sich auch noch Robin Christen, für den die Saison nach einem Sehnenriss in der Hand ebenfalls beendet ist.

Center Kessens wieder an Bord

Immerhin meldete sich Center Michael Kessens nach überstandener fiebriger Erkältung zurück und fügte sich mit zehn Punkten und sieben Rebounds nahtlos ins funktionierende Kollektiv ein. "Wir spielen mit Leidenschaft und Seele", meinte Kessens nach dem 87:78, das seinem Team den großen Personalproblemen zum Trotz zwei Matchbälle in der Viertelfinalserie sicherte. Gleiches müssen die Bamberger heute zeigen, um den ersten abzuwehren. "Wir haben uns erholt und die Fehler analysiert. Wir gehen in Spiel 4 und werden alles dafür tun, die Partie zu gewinnen", verspricht Brose-Coach Federico Perego.

Was sein Team besser machen muss als in den bisherigen drei Duellen, ist klar: Gegen die aggressive Verteidigung gilt es, Ballverluste zu vermeiden und das Spielgerät schnell zu bewegen, um Vechtas Rumpftruppe müde zu spielen. Zudem ist es den Bambergern bislang kaum gelungen, ihre Größenvorteile konsequent auszunutzen und Vechtas Distanzschützen, allen voran Austin Hollins, am Werfen zu hindern.

Vechtas "Dauerläufer" hat in der zweiten Partie in Bamberg, das in die Verlängerung ging, durchgespielt. Am Samstag in Vechta stand der US-Amerikaner "nur" 30 Minuten auf dem Feld, weil er bereits in der ersten Halbzeit ebenso drei Fouls auf dem Konto hatte wie T. J. Bray. Die Oberfranken verstanden es aber nicht, Druck auf die beiden Schlüsselspieler Vechtas auszuüben und ihnen weitere Fouls anzuhängen. In Spiel 4 der Serie heißt es aber mehr denn je, dem Gegner die Grenzen aufzuzeigen. Das haben die Bamberger bislang nur einmal geschafft - in der Verlängerung des ersten Heimspiels, als Vechta mit den Kräften am Ende war.