Nach dem Einzug ins deutsche Pokalfinale wollen die Basketballer von Brose Bamberg am Mittwochabend (20 Uhr) die nächste Weiche stellen. Mit einem Heimsieg über die Giants Antwerpen können sie am drittletzten Spieltag in der Vorrundengruppe C der Champions League das Ticket für das Achtelfinale lösen.

Die Belgier, die mit sechs Siegen und damit nur einem weniger als die Bamberger Vierter sind, können die Gastgeber aber noch von Rang 3 verdrängen. Das ist von Bedeutung, weil die Tabellenvierten der vier Vorrundengruppen im Achtelfinale einem Gruppensieger zugelost werden, was die Erfolgsaussichten in der ersten K.-o.-Runde schmälert. "Wir wissen um die Bedeutung dieser Partie. Zwar haben wir ein schweres und nervenaufreibendes Spiel hinter uns. Aber das müssen wir abhaken. Ich hoffe, dass uns unsere Fans genauso zum Sieg treiben wie gegen die Bonner", meint Brose-Kapitän Nikos Zisis.

Mit drei Siegen in den letzten vier Spielen haben sich die Giants Antwerpen in eine gute Lage gebracht, sich ebenfalls für die K.-o.-Runde zu qualifizieren. Der Tabellenvierte der belgischen Liga (acht Siege/vier Niederlagen) kommt nach einem klaren 72:60-Erfolg beim Tabellennachbarn in Charleroi nach Bamberg.

Weiteren Center verpflichtet

Noch nicht zum Einsatz kam in dieser Partie Neuzugang Landen Lucas. Die Verpflichtung des 2,08 Meter großen Centers, der bislang in Lettland spielte, macht deutlich, dass sich die Belgier im Hinblick auf das Achtelfinale unter den Körben noch breiter aufstellen wollen. Mit Ismael Bako (10,8 Punkte und 5,3 Rebounds im Schnitt) verfügen sie bereits über einen in der Zone dominanten Spieler. Bester Scorer im Team der Giants ist aber Aufbauspieler Paris Lee (13 Punkte im Schnitt). Im Hinspiel, das die Belgier Anfang November mit 76:85 verloren hatten, waren diese beiden Spieler die tragenden Säulen ihres Teams. Bako kam auf 25, Lee auf 16 Zähler.

Aufseiten der Bamberger war damals Stevan Jelovac mit 30 Punkten bester Werfer. Der Serbe bekam zuletzt gegen Bonn jedoch deutlich weniger Spielzeit als in den Wochen zuvor. Nur 2:34 Minuten stand der Power Forward im Pokal-Halbfinale auf dem Parkett. "Louis Olinde hat uns auf dieser Position viel Energie gegeben", begründete Trainer Federico Perego die kürzere Spielzeit für den Serben, der als einer der schwächeren Verteidiger bei den Bambergern gilt. Gerade in der Defensivarbeit will Perego nach seiner Beförderung zum Chefcoach jedoch den Hebel ansetzen.

Einstellung hat sich geändert

Zwar stellte der bisherige Assistenztrainer nach dem hart erkämpften Pokalsieg über die Bonner fest: "Unsere Pick-and-Roll-Verteidigung war schrecklich." Er merkte aber auch an: "Nichts ändert sich von heute auf morgen." Wichtiger war für den 34-jährigen Italiener, dass sich die Einstellung des Teams grundlegend geändert hat: "Wir haben viel Energie aufs Parkett gebracht."

Das gilt es nun gegen den Gast aus Belgien zu wiederholen. Flügelspieler Patrick Heckmann erwartet wie gegen Bonn "einen großen Kampf, denn es geht um gute Platzierungen für die K.-o.-Runde".

Für das Achtelfinale qualifiziert haben sich in der Gruppe C bereits AEK Athen (1.) und Hapoel Jerusalem (2.). Die Bamberger würden diesen beiden Teams auch bei einer Niederlage gegen Antwerpen folgen, dazu müsste aber der BC Lietkabelis (5.) fast gleichzeitig in Dijon (6.) verlieren.