Es ist vielleicht ein Puzzleteil, das am Ende zum schlechten Bild passte, das die Bamberger Brose-Basketballer im Halbfinalspiel der Champions League gegen Virtus Bologna abgaben. In den zwei Tagen vor dem Beginn des Final Four in Antwerpen ließen sie zwei Trainingseinheiten im schmucken Sportpaleis aus und zogen den Kraftraum im Teamhotel vor. Die schlechte Trefferquote bei der deutlichen 50:67-Niederlage gegen den Tabellenelften der italienischen Liga alleine daran festzumachen, wäre aber übertrieben.

Bei 66 Versuchen fanden aus dem Spielverlauf heraus nur 17 Würfe den Weg in den Korb. Zwar rollten etliche mit viel Pech wieder heraus, viele andere waren aber schlecht vorbereitet oder erzwungen. Und das hatte seine Gründe. Die Bamberger kamen - und das ist ein weiteres Puzzleteil - auf die äußerst magere Ausbeute von nur vier Assists. Sie bewegten den Ball nicht schnell genug, versuchten vieles individuell zu lösen, und machten die Sache damit nur noch schlimmer. Erzwungene Abschlüsse waren die Folge, der Korb erschien in mehreren Phasen des Spiels minutenlang wie vernagelt.

Ein drittes Puzzleteilchen: Perego setzte voll auf Erfahrung, doch die Routiniers lieferten mit Ausnahme von Tyrese Rice nicht. Der Aufbauspieler kam zwar auf 21 Punkte, konnte sein Team aber diesmal nicht zum Sieg führen, weil er überhaupt keine Unterstützung bekam. Ricky Hickman traf nur zwei seiner zehn Würfe, Kapitän Nikos Zisis nur einen von sieben und Bryce Taylor einen von sechs. Außer Rice, der alle fünf Dreier, die für Bamberg auf dem Spielbogen notiert waren, versagte der erfahrene Backcourt. Perego hielt aber unbeirrt an ihm fest. Maurice Stuckey, Daniel Schmidt und Arnoldas Kulboka schmorten 40 Minuten lang auf der Bank.

Auch "Mr. Zuverlässig", Augustine Rubit, hatte einen rabenschwarzen Tag erwischt. Nur fünf Punkte erzielte der Power Forward, dem zudem vier der 16 Ballverluste seines Teams unterliefen. Hickman, gewohnt fahrig im Umgang mit dem Ball, folgte mit drei.

Nicht einmal lag das Brose-Team in diesem einseitigen Halbfinalspiel in Führung. Bologna, beileibe kein übermächtiger Gegner, tat sich angesichts der offensiven Bamberger Flaute leicht, davonzuziehen. Zu Beginn des vierten Viertels erspielten sich die Italiener mit einem 10:0-Lauf ihre größte Führung (63:39, 33. Minute) und steuerten in der Folge einem zu keiner Zeit gefährdeten Sieg entgegen.

Die 50 erzielten Punkte sind ein Bamberger Negativrekord in dieser Saison. "Wir haben hart auf diesen Augenblick hingearbeitet, deswegen sind wir jetzt alle sehr enttäuscht", meinte Taylor. Das galt auch für die Bamberger Fans in dem mit 15 500 Zuschauern gut gefüllten Sportpaleis. Einige von ihnen straften das Team mit abfälligen Gesten ab, und etliche Anhänger machten auch in den sozialen Netzwerken des Internets ihrem Unmut Luft. Denn nach diesem peinlichen Auftritt in Antwerpen taumelt Brose Bamberg den Bundesliga-Play-offs entgegen.