Bambergs Brose-Basketballer haben das Jahr 2017 mit einer 58:69-Euroleague-Pleite bei Anadolu Efes Istanbul abgeschlossen - mit nur sechs Siegen und neun Niederlagen nach der Vorrunde wird es schwer werden, sich den Traum vom erstmaligen Erreichen des Play-off-Viertelfinales zu erfüllen. Um dieses Ziel noch zu realisieren, sind in den 15 Partien der Rückrunde, die am 5. Januar mit dem Heimspiel gegen Khimki Moskau beginnt, mindestens neun Erfolge Pflicht.
Gelungenes Musli Debüt
Bei den Bambergern stand überraschend Dejan Musli in der Startformation - eine Regeländerung der Euroleague machte den Einsatz des Neuzugangs möglich. Dies war umso erfreulicher, da Bryce Taylor, Luka Mitrovic und Elias Harris weiterhin verletzt fehlten.
Nach vier Punkten von Dorell Wright drehten die Hausherren auf und erarbeiteten sich mit ihrem schnellen Spiel einen 15:8-Vorsprung. In der Folgezeit stand die Bamberger Defensive aber sicher, wurde für die Hausherren zu einem schier unüberwindbaren Hindernis. Bei den Bambergern lief der Ball flüssig, so dass sie mit einem 18:2-Lauf bis auf 26:17 davonzogen. Lucca Staiger mit zwei Dreiern, aber auch Maodo Lo mit zwei Drei-Punkte-Spielen erwiesen sich dabei auf Bamberger Seite als Punktelieferanten.
Nach einem kurzen Durchhänger (23:28) fingen sich die Gäste schnell wieder und gingen dank sicher verwandelter Freiwürfe mit einem Neun-Punkte-Vorsprung in die Kabine. Gegen die aggressive Verteidigung der Bamberger kam Istanbul kaum einmal zu freien Würfen, was sich die miserable Quote von 32 Prozent aus dem Feld (Bamberg 45 %) unterstreicht. Auch bei den Rebounds lag das geschlossen auftretende Brose-Team dank Musli (5) mit 21:16 vorn.
Nach der Pause bauten die Gäste ihren Vorsprung auf 44:29 aus. Nach vier Minuten ohne Punkte erlöste Errick McCallum Efes mit einem Dreier und brachte sein Team mit zwei weiteren erfolgreichen Distanzwürfen zurück ins Spiel. Jetzt schöpften die Gastgeber wieder etwas Hoffnung und waren dank eines 15:4-Laufs vor dem Schlussviertel auf 44:48 dran.
Zu Beginn der letzten zehn Minuten leisteten sich die Bamberger dann weitere Aussetzer, die Istanbul eiskalt zu einem 51:48-Vorsprung nutzte. Das Brose-Team brach jetzt komplett auseinander, leistete sich einen Ballverlust nach dem anderen und erlaubte den Hausherren jede Menge zweite Wurfchancen. Vor allem Derrick Brown spielte mit dem nun völlig indisponierten deutschen Meister Katz und Maus und sorgte mit seinem Dreier zum 67:53 zweieinhalb Minuten vor Schluss für die Entscheidung. Auf Bamberger Seite präsentierten sich bei dieser enttäuschenden Vorstellung nur Daniel Hackett (6 Punkte, 5 Rebounds, 7 Assists) und Dejan Musli (9 Punkte, 9 Rebounds) in Normalform.
Am 2. Januar starten die Bamberger um 19 Uhr mit dem Derby in Bayreuth ins neue Jahr.
Die Statistik
Anadolu Efes Istanbul -Brose Bamberg 69:58
(15:18, 14:20, 15:10, 25:10)
Istanbul Brown (21 Punkte/3 Dreier), McCollum (19/5), Simon (11/2), Dunston (10), Motum (4), Stimac (2), Dragic (2), Batuk, Adams, Mustafa
Bamberg Hickman (10/1), Musli (9), Wright (8), Lo (8/1), Rubit (7), Staiger (6/2), Hackett (6), Zisis (2), Nikolic (2), Radosevic
SR Garcia Gonzalez (Spanien), Latisevs (Lettland), Halliko (Estland)
Zuschauer 2514
Gesamtwurfquote Istanbul 39 Prozent (27 Treffer/69 Versuche), Bamberg 36 (20/56)
Dreier Istanbul 40 Prozent (10/25), Bamberg 25 (4/16)
Freiwurfquote Istanbul 56 Prozent (5/9), Bamberg 82 (14/17)
Rebounds Istanbul 36 (26 defensiv/10 offensiv), Bamberg 35 (28/7)
Ballgewinne/-verluste Istanbul 8/8, Bamberg 4/15
Assists Istanbul 16 / Bamberg 10
Fouls Istanbul 17 / Bamberg 18