Die Bamberger Brose-Basketballer verpassten eine gute Chance, sich in der sehr ausgeglichen besetzten Champions-League-Gruppe C in der Spitzengruppe festzusetzen. In den ersten fünf Minuten des Schlussviertels nutzte das keineswegs übermächtige Starensemble von Hapoel Jerusalem die Bamberger Unzulänglichkeiten in der Verteidigung, wendete mit einem 16:3-Lauf das Blatt, rettete den knappen Vorsprung clever über die Zeit und feierte den 88:85 (41:43)-Erfolg.

Tyrese Rice, der nicht seinen besten Tag erwischt hatte (Trefferquote aus dem Feld 21 Prozent) und sich oftmals in Einzelaktionen verzettelte, hätte 1,3 Sekunden vor Schluss noch die Verlängerung erzwingen können: Der Ball tanzte nach seinem Distanzwurf aus knapp zehn Metern auf dem Ring herum, fiel aber nicht in den Korb.

Bamberger auf Augenhöhe

"Wir haben heute gegen ein gutes Team verloren. Ich sage extra gut und nicht besser, denn das waren sie nicht. Wir haben verloren, da wir zu viele kleine Fehler gemacht haben und Jerusalem dadurch zu einfachen Punkten kam", zog Brose-Trainer Ainars Bagatskis Bilanz. Vor allem die zehn Ballverluste in der ersten Hälfte, sieben davon im zweiten Viertel, ärgerten den Letten. Zudem kam Hapoel aufgrund der Reboundschwäche der Hausherren immer wieder zu zweiten Wurfchancen. "Das darf uns nicht passieren, aber trotzdem waren wir dran", betonte Bagatskis.

Bei 13 Führungswechseln und acht Unentschieden lagen die Hausherren in dieser lange Zeit anspruchsvollen Partie über 24 Minuten in Führung, verloren aber nach einer 67:60-Führung, für die vor allem Augustine Rubit (26 Punkte/8 Rebounds) und Stevan Jelovac (20/4 Dreier) verantwortlich zeichneten, Ende des dritten Viertels den Fokus. Amar'e Stoudemire, der 14 Jahre in der NBA für Furore gesorgt hatte und am Freitag seinen 36. Geburtstag feiert, leitete den Umschwung ein. Neben der immer noch athletischen 2,08-Meter-Legende, inzwischen Mitbesitzer von Hapoel, glänzte aber vor allem Josh Owens, der oftmals unbedrängt mit krachenden Dunkings abschloss. Und als es drauf ankam, zeigte zudem James Feldeine, der in der Vorwoche mit neun Dreiern und 35 Punkten gegen Nymburk für Saisonbestmarken gesorgt hatte, seine Klasse.

"Vor allem, wenn wir unseren Plan durchgezogen haben, nämlich nicht vorschnell abzuschließen, sondern unsere Systeme durchzulaufen, waren wir erfolgreich. Am Ende will ich nicht sagen, dass sie glücklicher waren, denn wir haben zu oft den Fokus und damit das Spiel verloren", unterstreicht Bagatskis, dass sein Team dem Gruppen-Ersten auf Augenhöhe begegnet ist.

Jetzt in Berlin und Prag gefordert

Nach dem Bundesliga-Schlager bei Alba Berlin am Sonntag (15 Uhr) muss das Brose-Team am Dienstag in Prag gegen CEZ Nymburk zum Vorrundenausklang gewinnen, um sich im Rennen um die Plätze 3 oder 4 eine gute Ausgangsposition zu verschaffen.