Mit viel Applaus verabschiedeten die rund 150 Fans von Brose Bamberg ihr Team nach dem klaren 93:65 (50:32) gegen Medi Bayreuth am Samstagnachmittag in der Oberfrankenhalle. Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt überzeugte das neuformierte Team des neunfachen deutschen Basketballmeisters wie in den drei Testspielen zuvor. Mit dem auch in der Höhe verdienten Erfolg zog die Mannschaft von Trainer Ainars Bagatskis beim zweitägigen Vorbereitungsturnier des Bundesligarivalen Medi Bayreuth ins Finale ein. Hier trifft sie am Sonntag um 17 Uhr auf Lokomotive Kuban Krasnodar. Der russische Eurocup-Finalist besiegte im zweiten Spiel des Tages den deutschen Meister FC Bayern München mit 84:74. Die Bayreuther, im vergangenen Jahr noch Turniersieger, bestreiten zuvor um 14.30 Uhr das Spiel um Platz 3 gegen die Bayern.

Das oberfränkische Duell zeigte, dass die Bamberger in der Vorbereitung auf die neue Saison schon wesentlich weiter sind als die Bayreuther, die ebenfalls einen großen personellen Umbruch zu bewältigen haben. Das Brose-Team spielte wesentlich mannschaftsdienlicher (22 Assists) und wies eine deutlich bessere Trefferquote auf (59:35 Prozent). Während bei den Gästen alle eingesetzten Spieler punkteten, blieben bei Medi vier Spieler ohne Korberfolg. Die Bayreuther Offensive trugen in erster Linie De'Mon Brooks (23 Punkte) und Ziga Dimec (17.) Der für den verletzten Hassan Martin nachverpflichtete Center zeigte, dass er seinem neuen Team schnell helfen kann.

Auffälligste Spieler bei den Bambergern waren Tyrese Rice (19 Punkte/4 Assists) und Arnoldas Kulboka (18), der alle Punkte per Dreier erzielte und nur einmal aus der Distanz daneben warf.

Die Bamberger gingen mit dem ersten Angriff in Führung und sollten diese bis zum Ende nicht mehr abgeben. Bereits im ersten Viertel, das sie klar mit 28:10 gewannen, entschieden sie das Derby. Während die Bayreuther in den ersten zehn Minuten nur vier ihrer 15 Würfe trafen und alle sieben Dreierversuche ihr Ziel verfehlten, lief das Offensivspiel bei den Gästen wie am Schnürchen. Sie verfehlten nur zweimal bei 13 Versuchen den Korb und trafen aus der Distanz sowie am Brett gleichermaßen konstant.

Im zweiten Abschnitt fanden die Gastgeber besser ins Spiel und gestalteten dieses mit 22:22 ausgeglichen. Brooks setzte dabei für das Medi-Team die Akzente, während bei den Bambergern Kulboka bis dahin bereits mit vier Dreiern ohne Fehlversuch auf sich aufmerksam gemacht hatte. Nicht nur beim Punktestand (50:32), sondern auch bei den Rebounds (20:10) hatte Brose zur Halbzeit die Nase klar vorne.

Auch nach dem Seitenwechsel bot sich den rund 1200 Zuschauern das gleiche Bild. Die Bamberger hatten das Geschehen klar im Griff und überzeugten auch mit ihrer Verteidigungsarbeit. Rückkehrer Daniel Schmidt, der viel Spielzeit erhielt, bedankte sich für das Vertrauen mit sieben Punkten im dritten Viertel. Die Luft war früh raus in diesem Derby, so dass im Schlussabschnitt auf beiden Seiten munter durchgewechselt wurde. Bamberg schraubte seinen Vorsprung zeitweise noch auf 30 Punkte (81:51).

Medi Bayreuth: Brooks (23 Punkte/1 Dreier), Dimec (17), Stockton (10/2), Hrovat (6), Robertson (3/1), Wenzl (3/1), Raivio (3), Wachalski, Meisner, Perschnick, Krug / Brose Bamberg: Rice (19/3), Kulboka (18/6), Alexander (11), Schmidt (9), Stuckey (7/1), Harris (6), Heckmann (5), Kratzer (3), Zisis (2), Olinde (2), Bruhnke (2)