Man nehme eine gehörige Portion Nostalgie und handwerkliches Geschick. Gebe einen Schuss Pragmatismus dazu und mische eine Prise Kunst darunter. Gewagt, aber das Ergebnis ist ein bauliches Juwel. Wohlgemerkt bei einem Fußball-A-Klassisten. Mitten in der Rhön. Sportliche Diaspora. Das alles nicht im schmucken DJK-Sportpark mit seinem kultivierten Rasenplatz, der Tartanbahn drumrum, dem großzügigen Sportheim und der integrierten Turnhalle.

Die Kultstätte der örtlichen Kicker liegt nämlich einen Kilometer nordwestlich, "Am Schelmerts" mit seinem unverstellten Blick auf den 660 Meter hohen Dreistelz. "Hier oben war die Kameradschaft komplett verloren gegangen. Das alte Gebäude war nicht mehr richtig beheizt und Duschen gab es auch keine mehr. Aber weil nur hier Flutlicht ist, brauchen wir beide Sportplätze. Über mehrere Jahre wurde immer wieder Geld angespart. Dank der vielen Eigenleistungen unserer Mitglieder war jetzt auch ein gewisser Luxus möglich", sagt DJK-Vorstand Michael Schröter Und meint nicht nur den Ballfangzaun, der Laufwege spart. An der Stelle der ursprünglichen Bretterbude steht ein geräumigeres Fertighaus-Teil. Neue Sanitäranlagen, Bewegungsmelder, TV-Gerät und Energie sparende Isolierungen: Bei der DJK Schondra (Landkreis Bad Kissingen) wurde in die Zukunft investiert.

Die Heim-Kabine hat das Zeug zur Attraktion. "Die Aktion der Zeitung kam eigentlich genau richtig. Wir sind erst seit kurzem hier fertig geworden", sagt Daniel Kleinhenz. Der 35-Jährige spielt wie der Vereinsboss selbst Fußball und war so etwas wie der "Art Director" dieses außergewöhnlichen Raums mit der Graffiti-Wand. Mit Farbe wurde hier freilich nicht hantiert.

"Mitte November kam Michael auf mich zu mit der Idee, eine Art Backsteinwand zu gestalten. Dann habe ich erste Entwürfe gezeichnet, Schriftarten und Schrifteffekte ausgesucht und mir Motive überlegt", sagt Kleinhenz, der in Fulda als Online-Marketing-Manager arbeitet und sich auch von Berufs wegen mit Design beschäftigt.

Hochwertiger Digitaldruck

Die Umsetzung erfolgte mit Hilfe einer örtlichen Firma. Das Material: sogenannte FPY P2 Spanplatten mit hochwertigem Digitaldruck. Auf der Instagram-Seite des Vereins wurde von der Produktion gar ein kleines Video gezeigt, was die Neugierde der Mitglieder auf dieses Projekt zusätzlich steigen ließ. Das DJK-Lied und die größten Vereinserfolge wurden auf der Wand ebenso verewigt wie Infos aus der Vereins-Historie oder eine Taktiktafel. Sogar der Getränkeautomat im Eingangsbereich wurde stilgerecht aufgehübscht.

Im Jahr 1965 wurde die DJK Schondra gegründet, 1969 "Am Schelmerts" der Fußballplatz gebaut. Der wieder ins Abseits geriet, als im Jahr 1992 der Sportpark der Gemeinde mit der angrenzenden Schule eingeweiht wurde. Lediglich zum Trainieren ging es auf den alten Platz, der Flutlicht-Anlage sei Dank. Zum Ortstermin mit der Heimatzeitung präsentiert sich das Gelände von seiner vitalen Seite. Erwachsene malochen, Kinder trainieren.

"Der Platz hier oben bleibt 'der Alte'. Wir wollen die Tradition der Bretterbude aufrecht erhalten, was sich am und im Gebäude widerspiegeln soll", sagt Michael Schröter. Nostalgie und Moderne haben sich zusammengetan, um Vereinsleben "Am Schelmerts" wieder zu einem Erlebnis zu machen.

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