Zum dritten Mal innerhalb der vergangenen fünf Jahre sind die Basketballer von Brose Bamberg mit einer Niederlage in die Play-offs der Bundesliga gestartet. In der Saison 2013/14 hatten die Artland Dragons Spiel 1 in Bamberg geklaut und gewannen die Viertelfinalserie mit 3:1 Siegen. In dieser Spielzeit kann wieder ein Team aus Niedersachsen die Bamberger schon in der ersten Runde aus den Play-offs kegeln. Nach der 85:96-Niederlage in Vechta steht das Brose-Team am Mittwochabend (19 Uhr) im zweiten Duell der "best-of-five"-Serie gegen den Aufsteiger in ihrer noch nicht ausverkauften Heimarena gewaltig unter Druck.

"Wenn wir nicht aufpassen und den Schalter umlegen, gehen wir mit 0:3 baden", meinte Brose-Center Elias Harris nach der schlechten Leistung seines Teams in Vechta. Die Bamberger ließen es zu, dass sich der Aufsteiger trotz des Ausfalls der verletzten Clint Chapman, Seth Hinrichs, Tyrone Nash und des erkrankten Michael Kessens in einen Rausch spielte. Für die fehlenden Innenspieler sprangen auf den großen Positionen Jungnationalspieler Philipp Herkenhoff (20 Punkte und elf Rebounds) und Robin Christen (jeweils neun Punkte und Rebounds) in die Bresche. Aufbauspieler T. J. Bray lieferte ebenfalls ein "Double-Double" ab (14 Punkte/zwölf Assists). Zudem wuchs Max DiLeo (13 Punkte, sieben Assists und fünf Rebounds), der sich vor der Partie noch hat übergeben müssen, über sich hinaus. Bamberg hatte der Energie des Play-off-Neulings, der nur sieben Spieler einsetzte, nichts entgegenzusetzen. Deshalb fordert Harris vor dem zweiten Duell: "Wir müssen mit mehr Leidenschaft spielen. Wir haben in dieser Saison bewiesen, dass wir das können. Wir müssen es nur abrufen."

Unter den Körben, wo die Bamberger aufgrund der Verletztenmisere beim Gegner Größenvorteile haben, gilt es konzentrierter zu arbeiten. 15 Offensivrebounds schnappten sich die Rasta-Basketballer, die mit Herkenhoff (2,08 m) nur einen Spieler in ihren Reihen hatten, der größer als zwei Meter ist. Am Mittwoch kommt mit Kessens (2,05 m), der in Spiel 1 wegen einer Magenverstimmung kurzfristig passen musste, vermutlich ein zweiter hinzu.

Bestmarke pulverisiert

Zudem müssen die Bamberger das Team, das die meisten Dreier der Liga trifft (11,1 im Schnitt pro Spiel), besser am Werfen aus der Distanz hindern. Mit 18 Dreiern pulverisierten die Niedersachsen ihre Bestmarke am Sonntag förmlich. Austin Hollins traf dabei achtmal von jenseits der 6,75-Meter-Linie.

Weiterhin mit kleiner Rotation

Die "glorreichen Sieben", wie die "Süddeutsche Zeitung" über Rastas Rumpfmannschaft nach dem überraschend locker herausgespielten Sieg gegen die Bamberger titelte, wird auch im zweiten Play-off-Duell trotz der kleinen Rotation Vollgas geben. Rasta-Coach Pedro Calles kündigte bereits an: "Auch wenn dir vier Leute fehlen, musst du das hinnehmen und weiter nach deinen Prinzipien handeln."

Die Bamberger wollen aber verhindern, dass sie wie schon in der Hauptrunde in der Brose-Arena vom Aufsteiger überrollt werden. "Wir müssen und werden aggressiver und leidenschaftlicher zu Werke gehen", verspricht Brose-Coach Federico Perego.

Pokalauslosung in der Halbzeitpause

In der Halbzeitpause der Partie zwischen Bamberg und Vechta werden die Paarungen für die erste Runde des Pokalwettbewerbs 2019/20 ausgelost. Qualifiziert sind die 16 besten Bundesligamannschaften nach der Hauptrunde dieser Saison.