Dabei begannen die Bamberger, wie auch ihr Trainer Hans-Jürgen Heidenreich, engagiert. Die Elf auf dem Platz ließ in den ersten 30 Minuten wenig zu, schaffte es immer wieder, die Nürnberger unter Druck zu setzen und so zu Fehlern zu zwingen. Unter den Augen von FCN-Chefanweiser Gertjan Verbeek tat sich der "kleine Club" zunächst schwer, bei den Pässen fehlte oftmals die nötige Präzision und so gelang es ihm nicht, die Bamberger in Bedrängnis zu bringen.

Heidenreich hatte seine Mannschaft umgestellt und agierte mit dem frischgebackenen Kapitän Kevin Kühnlein auf der Sechserposition, Nicolas Görtler bildete die einzige Spitze. Und der Coach, der immer wieder forderte, mahnte und lobte, durfte feststellen, dass sein Team durch eine Direktabnahme von Nicolas Görtler nach Vorarbeit von Sven Wieczorek die erste Gelegenheit verbuchte.

Nach zehn Minuten wurden die Gäste aktiver, ein Schuss von Sebastian Gärtner nach einer Flanke, die die gesamte Bamberger Defensive aushebelte, fand in Mario Aller seinen Meister. Die Domstädter aber hielten in Person von Ken Kishimoto dagegen, sein Versuch aber war leichte Beute für FCN-Schlussmann Benjamin Uphoff. In der 22. Min. musste Uphoff verletzungsbedingt vom Feld, für ihn kam Max Nawe, der bereits vier Minuten später hinter sich greifen musste. Scheiterte Schäffler kurz zuvor noch mit einem schönen Schuss, so war es in der 26. Min. Markus Fischer, der seine Farben in Führung brachte. Nach einem sehenswerten Pass von Görtler verpasste die Abwehr zu klären, der Ball ging durch den Strafraum bis zu Fischer, der dem Torwart keine Chance ließ.

Im Anschluss aber kamen die Gäste auf, Bamberg stand nun zu tief und so kamen die Nürnberger immer wieder zu Gelegenheiten. So setzte Markus Mendler einen Kopfball nur knapp über das Tor. Zweimal durften sich die Hausherren bei Mario Aller bedanken, der jeweils gegen Antonio Colak rettete.


Nach dem Wechsel fanden die Bamberger zurück zu ihrem Spiel aus den ersten 30 Minuten und ließen wiederum keine Chance für die Gäste zu. Nach vorne setzten sie immer wieder empfindliche Nadelstiche. Nach 65 Minuten aber übernahm der Club das Kommando. Allers erster Fehler hätte dabei beinahe den Ausgleich bedeutet. Der Bamberger Torhüter hielt den Ball nicht fest, bügelte sein Missgeschick aber umgehend wieder aus, indem er den Schuss von Antonio Colak parierte. Den Nachschuss setzte Mariusz Stepinski ans Außennetz.
In der 68. Min. war es Ngadeu Ngadjui, der das 1:1 markierte. Nach einer Flanke von Philipp Klement stand er vollkommen frei und köpfte ein. Im Anschluss vergab Colak eine große Gelegenheit zur Nürnberger Führung, als er nach schöner Vorarbeit durch Markus Mendler kläglich versagte. Der Club machte nun Druck, Stepinski zwang Aller mit seinem Schuss aus gut 20 Metern zu einer Glanzparade. Gegen den trockenen Schuss von Colak in der 79. Min. aber war auch er machtlos. Nach gutem Einsatz von Stepinski schoss er den FCN in Front.
Heidenreich reagierte auf den Rückstand und brachte mit Alexander Deptalla und Aleksander Hurec zwei Angreifer. "Wir haben drei Stürmer - haut das Ding vorne rein!", forderte der Coach. Doch nicht die Offensivleute, sondern Johannes Bechmann boten sich kurz vor Abpfiff noch zwei Chancen zum Ausgleich. "Ich hätte gerne gewonnen gegen meinen Verein, für den ich lange aktiv war. Aber das hat nicht sollen sein", so Heidenreich nach der Partie: "Das 1:1 nach einem Standard war für uns ein kleiner Genickschlag, das hat man auch gemerkt. Bei einer Kontersituation waren wir dann nicht clever genug, auf Abseits zu stellen und haben das 1:2 kassiert. In den letzten zehn Minuten haben wir alles nach vorne geworfen, uns fehlt aber momentan auch das letzte Quäntchen Glück."