Im Team von Brose Bamberg steht neben Nikos Zisis künftig ein zweiter Europameister. Aleksej Nikolic gewann mit der slowenischen Nationalmannschaft in der Türkei überraschend den Titel. Der 22-jährige Aufbauspieler kam bei der Endrunde in der Türkei in acht von neun Spielen zum Einsatz und stand im Schnitt elf Minuten auf dem Parkett. Dabei erzielte Nikolic, der in den vergangenen beiden Jahren vorrangig für das Bamberger Farmteam Baunach Young Pikes in der 2. Liga spielte, 3,5 Punkte, 1,4 Rebounds und 0,8 Assists.

Sie haben mit dem EM-Titelgewinn Basketball-Geschichte in Slowenien geschrieben. Wie haben Sie diesen Triumph in den Stunden und Tagen nach dem Sieg im Endspiel gefeiert?
Aleksej Nikolic: Das war verrückt. Das ganze Land stand hinter uns. 6000 Slowenen sind eigens für das Finale nach Istanbul gekommen. Vor ihnen zu spielen, war unglaublich. Als wir nachts nach dem Finale zu Hause in Slowenien ankamen, haben uns 20 000 Menschen erwartet, obwohl es geregnet hat. In den vergangenen Jahren waren wir international nur im Skisport erfolgreich, aber jetzt haben wir wieder einmal gezeigt, dass wir auch eine Basketball-Nation sind. Wir haben uns diese Goldmedaille verdient.

Fühlt sich der Gewinn der EM-Goldmedaille anders an als der Gewinn der deutschen Meisterschaft mit Brose Bamberg?
Ich möchte diese Erfolge eigentlich nicht miteinander vergleichen, aber wenn du für dein Land gewinnst, bedeutet das mir schon sehr viel. Jeder Titelgewinn fühlt sich einfach gut an.

Aufgrund der Verletzung von Aufbauspieler Goran Dragic standen Sie in der Schlussphase des EM-Endspiels gegen Serbien auf dem Parkett. Wie groß war die Nervosität in diesen Minuten?
Als ich aufs Feld kam, habe ich zu mir gesagt: Hab' Spaß! Wenn du in den letzten Minuten eines Finales spielen darfst, ist das das, wofür du die ganze Zeit arbeitest. Ich habe diesen Moment genossen. Da ist wirklich für mich ein Traum wahr geworden. Ich war glücklich, zu diesem Zeitpunkt auf dem Feld zu stehen.

Slowenien war die Überraschungsmannschaft dieser EM. Mit welchen Zielen ist Ihre Mannschaft eigentlich ins Turnier gestartet?
Unser Ziel war es, eine Medaille zu gewinnen. Wir haben das aber nicht laut ausgesprochen, um den Druck auf uns nicht zu groß werden zu lassen. Wir haben uns zwar auf eine Medaille konzentriert, aber nichts überstürzt, sondern von Spiel zu Spiel gedacht. Unser Leistung ist immer besser geworden, und wir haben uns das Beste für den Schluss aufgehoben. Die Goldmedaille war sicher für jeden eine Überraschung, auch für uns. Aber als wir den Einzug ins Finale geschafft hatten, wussten wir, dass für uns alles drin ist.

Kam die Nominierung für die EM-Auswahl Sloweniens für Sie überraschend?
Ich habe meinen Job gemacht und mich in den letzten beiden Jahren als Spieler stetig verbessert. Ich wusste nicht sicher, ob ich bei der Europameisterschaft dabei sein würde. Aber ich denke, dass ich es mir verdient habe, im Kader zu stehen.

Was halten Sie von den neuen Spielern im Bamberger Team? Ist Brose Bamberg mit ihnen stärker als im Vorjahr?
Bislang kenne ich unser Team nur auf dem Papier. Wir haben uns Erfahrung in die Mannschaft geholt, aber auch etwas Jugend. Insofern sind wir ähnlich aufgestellt wie in der letzten Saison. Es wird für uns eine interessante Spielzeit werden.