Zwei Matchbälle für die Brose Baskets - die Bamberger Basketballer feierten am Sonntagabend einen umjubelten 91:79 (44:44)-Sieg gegen den Titelverteidiger Bayern München und gingen in der Finalserie nach dem Modus best-of-five mit 2:1 in Front. Somit kann die Mannschaft von Andrea Trinchieri bereits am Mittwoch (20 Uhr) mit einem Sieg im Münchner Audi Dome die siebte deutsche Meisterschaft seit 2005 perfekt machen. Gelingt das nicht, fällt nächsten Sonntag (15 Uhr) in der Frankenhölle die Entscheidung über die Titelvergabe.


Traumstart erwischt
Die Brose Baskets waren heiß und erwischten einen Traumstart: Nach einem Harris-Dunking und zwei Dreiern von Brad Wanamaker und Karsten Tadda führte der Gastgeber mit 8:0 - die Frankenhölle brannte. Doch die Bayern, die in der Startformation Heiko Schaffartzik für den verletzten Anton Gavel brachten, kamen schnell zurück. Immer wieder fand Dusko Savanovic "Big John" Bryant (18 Punkte in der ersten Halbzeit) - nach sieben Minuten lag der Gast erstmals mit 15:14 vorn. Doch der bärenstarke Janis Strelnieks und der stark formverbesserte Ryan Thompson brachten die Bamberger zurück.
 
Bildergalerie: Das dritte Finalspiel der Brose Baskets gegen Bayern München

Im zweiten Viertel wechselte dann fast bei jedem Angriff die Führung: Strelnieks versenkte vier Dreier ohne Fehlwurf, aber auf der anderen Seite traf auch Robin Benzing aus der Distanz. Ein Dreier von Savanovic deutlich nach Ablauf der 24-Sekunden-Angriffszeit ließ die Halle brodeln. Jetzt sahen die Unparteiischen nur noch Fouls bei den Bambergern. Doch Daniel Theis und Strelnieks sorgten mit ihren Punkten dafür, dass es mit einem 44:44 in die Pause ging. Beeindruckend die Bamberger Dreier-Quote von 73 Prozent (8 von 11) - die Bayern lagen dagegen bei den Rebounds mit 18:12 vorn.

Auch in der zweiten Halbzeit erwischten die Bamberger den besseren Start, die Bayern konterten zwar, aber Darius Miller (zuvor 0 von 4) hatte nun sein Händchen gefunden und versenkte zwei Dreier zum 56:49. Erstmals in dieser Finalserie stand jetzt eine Bamberger Mannschaft auf den Feld, in der jeder für jeden kämpfte und den Bayern keine Luft zum Atmen ließ. Mit einem 14:0-Lauf zogen die Gastgeber bis auf 62:49 davon - und Freak City lief zur Bestform auf. Die Bamberger gingen mit einem 70:58-Vorsprung ins Schlussviertel.


Bamberger geben Vollgas
Nur noch eine Acht-Punkte-Führung und schnell vier Teamfouls auf dem Konto - würden die Bayern noch einmal herankommen? Thompson, Wanamaker und Miller mit drei Dreiern zum 79:64 - aber noch waren fast sieben Minuten zu spielen, und Thompson musste mit Oberschenkelproblemen raus. Jetzt zeigte aber Trevor Mbakwe seine Klasse, sorgte dreieinhalb Minuten vor dem Ende für eine 88:70-Führung.

"Olé, olé - super Bamberg", hallte es durch die Frankenhölle. Bamberg feierte einen großen Sieg. Die Brose Baskets gaben bis zur Schlusssekunde Vollgas - den Bayern ging wie schon am letzten Mittwoch in München am Ende der Sprit aus. Damit ist der sechsmalige Meister, der 56 Prozent seiner Würfe aus dem Feld traf, endgültig in der Finalserie angekommen.


Die Statistik
Brose Baskets Bamberg - FC Bayern München 91:79
(21:18, 23:26, 26:14, 21:21)
Bamberg Strelnieks (16 Punkte/4 Dreier), Thompson (15/3), Wanamaker (14/2), Mbakwe (13), Miller (9/3), Robinson (8), Theis (6), Harris (6), Tadda (4/1)
München Bryant (20/1), Benzing (12/2), Djedovic (11/1), Savanovic (7/1), Taylor (7/1), Zipser (7), Schaffartzik (6/1), Stimac (5), Micic (3/1), Staiger (1)
SR Matip, Schmidt, Kovacevic
Zuschauer 6800 ausverkauft
Gesamtwurfquote Bamberg 56 Prozent (33 Treffer/59 Versuche), München 48 (27/56)
Dreierquote Bamberg 59 Prozent (13/22), München 40 (8/20)
Freiwurfquote Bamberg 63 Prozent (12/19), München 68 (17/25)
Rebounds Bamberg 27 (21 defensiv/6 offensiv), München 35 (25/10)
Ballgewinne/-verluste Bamberg 10/12, München 3/15
Assists Bamberg 24 / München 18
Fouls Bamberg 28 / München 20

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