Beim Champions-League-Final-Four der Kegler in Bamberg gab es im Damenfeld mit dem BBSV Wien aus Österreich einen Überraschungssieger. Bei den Herren setzte sich aufgrund einer starken Finalvorstellung Szegdi TE aus Ungarn durch. Beide Teams setzten sich im Finale gegen den Lokalmatador SKC Victoria Bamberg durch. Auf den weiteren Plätzen folgten bei den Damen KK Mlaka Rijeka und KK Admiral Zagreb (beide Kroatien), während bei den Herren die Plätze 3 und 4 an die Teams vom SKV Rot-Weiß Zerbst (Deutschland) und ZP Sport Podbrezova (Slowakei) gingen.

Gleich beim ersten Halbfinale der Damen zwischen KK Admiral Zagreb und dem BBSV Wien kamen die Zuschauer voll auf ihre Kosten. Spannung pur herrschte in der vollbesetzten Kegelhalle im Sportpark Eintracht, denn die beiden Teams lieferten sich ein heißes Duell, das schließlich mit 4:4 Mannschaftspunkten (MP) unentschieden endete, da Zagreb vier Duelle für sich entschied, die Wiener Mädels aber zu ihren zwei Duellsiegen noch die Punkte für das bessere Gesamtresultat bekamen. Nun mussten die Satzpunkte die Entscheidung bringen, hier stand es aber auch 12:12 - deshalb kam es zum Sudden Victory. Hier hatte der BBSV Wien die besseren Nerven und siegte mit 57:54 und zog somit ins Finale ein.


Bambergerinnen dominieren klar

Im anderen Halbfinale kam es zum Duell zwischen KK Mlaka Rijeka und den Damen vom SKC Victoria Bamberg. Vom Start weg zeigte sich, dass Bambergs Damen ihre Bahnen aus dem Effeff kennen und spielerisch überlegen sind. Bereits nach dem Starttrio, bestehend aus Antal, Beisser und Kicker führte der Gastgeber mit 3:0 MP bei einem Satzverhältnis (SP) von 10:2 und einem Vorsprung von 93 Kegeln. Am Ende setzte man auf Wlodarczyk, Imbs und Kastner. Wlodarczyk und Kastner überspielten die 600er-Marke und gewannen ihre Duelle, einzig Imbs musste mit 1:3 SP den Punkt abgeben, obwohl sie am Ende ein höheres Ergebnis als ihre Widersacherin erzielt hatte. So siegten Bambergs Damen mit 7:1 und hatten Wien als Finalgegner.

Anschließend standen die Halbfinalspiele der Männer auf dem Programm. Zunächst trafen die Vorjahresfinalisten vom SKV Rot-Weiß Zerbst und Szegedi TE aufeinander. Die Zuschauer bekamen guten, spannenden Kegelsport geliefert. Nach dem Starttrio führte Szegedi TE mit 2:1 MP und 23 Kegeln. Und das Blatt sollte sich nicht mehr zugunsten des deutschen Meisters aus Zerbst wenden. Szeged siegte am Ende mit 6:2 MP bei 3758:3709 Kegeln und stand somit im Finale.

Im zweiten Semifinale mussten nun die jungen Wilden des SKC Victoria Bamberg gegen ZP Sport Podbrezova zeigen, ob sie dem Druck eines Heim-Final-Fours standhalten können. Trainer Csanyi vertraute am Start auf Fritzmann, Weiß und Kunze. Podbrezova stellte offensiv auf und wollte am Start mit Zavarko, Tepsa und Tomka für eine beruhigende Führung sorgen. Doch es kam ganz anders, als es sich die favorisierten Slowaken vorgestellt hatten. Zavarko spielte zwar fulminante 705 und siegte gegen Fritzmann mit 3:1 SP, aber seine Kameraden zeigten nicht die gewohnten Leistungen. Tepsa gewann zwar mit 2,5:1,5 gegen Weiß, hatte aber mit 611:616 das Nachsehen beim Ergebnis. Kunze war es, der Bamberg voll im Spiel hielt, da er Tomka mit 3:1 SP und 639:573 besiegte. Podbrezova führte mit 2:1 MP und lediglich 13 Kegeln.


Hess lässt die Victoria jubeln

Alles war drin für den SKC, da nun Jelitte, Hess und Lupu für den SKC sowie Vadovic, Pasiak und Kuna für Podbrezova kamen. Bei Bambergs Trio merkte man, dass es an die Wende glaubte, auch wenn die Bamberger nicht immer auf Topniveau spielten. Jelitte unterlag zwar Vadovic knapp mit 605:613 und 1:3 SP, aber dem Slowaken wurden aufgrund mehrerer Vergehen über zehn Kegel durch Gelb-Rote-Karten der Schiedsrichter aberkannt. Lupu (3:1 SP) hatte gegen Kuna stets die Nase vorne und entschied drei Sätze für sich, ehe er den letzten abgeben musste. Hess, der Pasiak jederzeit im Griff hatte, sorgte dann für den großen Jubel im Bamberger Lager. Er rang den Nationalspieler mit 3:1 SP und 645:598 nieder, womit der SKC Victoria das Finale mit einem 5:3-Sieg bei 3726:3691 Kegeln erreichte.


Bronze für Zerbst

Bevor am zweiten Tag die beiden Finalspiele der Damen und Herren auf dem Programm standen, gab es die Spiele um Platz 3. Hier setzte sich bei den Damen KK Mlaka Rijeka gegen KK Admiral Zagreb mit 5:3 durch, während bei den Herren der SKV Rot-Weiß Zerbst sich mit 6,5:1,5 die Bronzemedaillen sicherte.
Aus Sicht des Veranstalters hätte es nicht besser laufen können, standen doch beide Teams des Lokalmatadoren in den Finals. Zuerst mussten die Damen gegen das Überraschungsteam vom BBSV Wien ran. Die Österreicherinnen nutzten die Modalitäten des Spielsystems und tauschten zunächst zwei Akteurinnen vor Spielbeginn - und auch die beiden Auswechslungen wurde noch vor dem Spiel verbraucht, da man wissen wollte, wie Bamberg spielt, um darauf zu reagieren. Zu Beginn war es ein ausgeglichenes Finale, stand es doch nach dem Starttrio mit 1,5:1,5 MP unentschieden. Was war passiert? Sina Beißer musste sich Hana Wiedermannova mit 1:3 geschlagen, während Daniela Kicker gegen Dana Wiedermannova die Oberhand behielt. Dritte im Bunde war Ioana Antal, die sich von Dominique Pumpler mit 2:2 SP und 576:576 unentschieden trennte. Zwischenstand 1,5:1,5 MP und fünf Kegel Vorsprung für den SKC.
Doch dann kam es zu den großen Überraschungen im Finale. Daniela Plamenig setzte sich nach dem Verlust des ersten Satzes drei Mal in Serie gegen Wlodarczyk durch und holte den MP. Kaufmann bot Kastner mächtig Paroli. Auch wenn sie am Ende mit 1:3 unterlag, gab sie nur 14 Kegel (574:588) ab.


Neuner-Hagel der Wienerin

Im Duell von Imbs, die im weiteren Verlauf der Partie durch Welker ersetzt wurde, sollte die Entscheidung fallen. Nicole Plamenig spielte eine furiose Schlussbahn und sorgte für die große Aufholjagd, da sie einen wahren Neuner-Hagel auf die Bahn legte. Mit 111 in die Vollen und 69 im Abräumen schoben sich die Wienerinnen am Ende im Gesamtergebnis noch an Bamberg vorbei. Der BBSV Wien siegte mit 5,5:2,5 MP und sicherte sich den Champions-League-Titel 2016.
Geschockt vom Finalergebnis der Damen gingen die Männer des SKC Victoria als letzter Hoffnungsträger ins Match gegen Szegedi TE aus Ungarn. Doch auch der Traum der jungen Wilden vom SKC Victoria sollte sich nicht erfüllen. Das Team aus Szeged erwischte einen super Start und erstickte alle Hoffnungen der Bamberger im Keim. Das Starttrio um Fritzmann, Weiß und Kunze musste sich den Magyaren mit Ernjesi, Kovacic und Szel mit 0:3 MP geschlagen geben und hatte einen Rückstand von 125 Kegeln.


Hess sichert den Ehrenpunkt

Rechnerisch war zwar noch alles drin, aber der Glaube war aufgrund der großen Namen beim Gegner recht schnell verflogen. Am Ende reichte es nur noch zum Ehrenpunkt für den SKC Victoria, der durch Julian Hess dank seines 3:1-Sieges gegen Laszlo Karsai (654:627) errungen wurde. In den anderen Duellen siegten Kiss gegen Jelitte/ Wagner und Feher gegen Lupu/ Jelinek jeweils mit 3:1 SP. Die Ungarn aus Szeged waren über beide Tage gesehen das beste Team des Final Four 2016 und somit ein verdienter Sieger. maha


Herren

FINALE
Szgedi TE - SKC Vict. Bamberg 7,0:1:0
(16:8 Satzpunkte / 3865:3693 Holz)
Ernjesi - Fritzmann (682:628) 4:0
Kovacic - Weiß (635:621) 3:1
Szel - Kunze (656:599) 2:2
Kiss - Jelitte/Wagner (669:604) 3:1
Karsai - Hess (627:654) 1:3
Feher - Lupu/Jelinek (596:587) 3:1
HALBFINALE
SKC Victoria Bamberg -
ZP Sport Podbrezova 5,0:3,0
(13,5 : 10,5 Satzpunkte / 3726:3691 Holz)
Fritzmann - Zavarko (621:705) 1:3
Weiß - Tepsa (616:611) 1,5:2,5
Kunze - Tomka (639:573) 4:0
Jelitte - Vadovic (605:613) 1:3
Hess - Pasiak (645:598) 3:1
Lupu - Kuna (600:591) 3:1


Damen

FINALE
BBSV Wien- SKC Victoria Bbg. 5,5:2:5
(11:13 Satzpunkte / 3462:3448 Holz)
Pumpler - Antal (576:576) 2:2
H. Wiedermannova - Beisser (597:568) 3:1
D. Wiedermannova - Kicker (559:593) 0:4
D. Plamenig - Wlodarczyk (587:586) 3:1
N. Plamenig - Imbs/Welker (569:537) 2:2
Kaufmann - Kastner (574:588) 1:3
HALBFINALE
KK Mlaka Rijeka -
SKC Victoria Bamberg 1,0:7,0
(7:17 Satzpunkte / 3325:3565 Holz)
Basic/Palkovic - Antal (539:546) 2:2
Pavlic - Beisser (555:602) 0:4
Zver - Kicker (578:617) 0:4
Cindric - Wlodarczyk (566:610) 2:2
Jambrovic - Imbs (570:579) 3:1
Peros - Kastner (517:611) 0:4