Der deutsche Meister aus Bamberg musste sich in der Euroleague in dieser Saison erstmals auf heimischem Parkett geschlagen geben. Nach den begeisternden Erfolgen gegen Darussafaka Istanbul, Maccabi Tel Aviv und Unicaja Malaga behielt das Topteam von ZSKA Moskau auch im zehnten Königsklassen-Vergleich mit den Brose Baskets die Oberhand und feierte am späten Donnerstagabend einen souverän herausgespielten 100:88 (51:47)-Sieg in der Frankenhölle.


Doch das ist kein Beinbruch, denn die Mannschaft von Erfolgstrainer Andrea Trinchieri ist längst für das Top 16, das bereits in der letzten Dezember-Woche beginnt, qualifiziert. Weiter geht's für die Bamberger am Sonntag (17 Uhr) mit dem bayerischen Bundesliga-Schlager in der Frankenhölle gegen Bayern München. Die "Roten Riesen" sind zuvor noch am Freitagabend in der Euroleague in Straßburg gefordert, sich einen Sieg zu sichern, um ebenfalls die Top-16-Runde zu erreichen.

Nando de Colo legte in diesem Euroleague-Spiel der Woche los wie die Feuerwehr. Spielerisch elegant ließ der Franzose in der ersten Halbzeit (15 Punkte) die Bamberger Verteidigung immer wieder schlecht aussehen. Doch die Brose Baskets hielten dagegen, kämpften sich in die Partie und gingen durch den Dreier von Darius Miller nach vier Minuten erstmals in Führung (10:9). Mit der Einwechslung von Milos Teodosic kam ZSKA aber wieder zu einigen leichten Körben. Der serbische Superstar fand immer einen freien Mitspieler, sodass sich der Armee-Sport-Klub bis zum Viertelende erstmals auf sechs Punkte absetzen konnte.


De Colo trifft jeden Wurf

Mit sechs Strelnieks-Punkten glich der deutsche Meister wieder aus. Es ging hin und her. Die Bamberger gewannen zwar das zweite Viertel mit 27:25, doch die Aktionen der Moskowiter wirkten immer ein bisschen flüssiger als die der Hausherren. Vor allem aus dem Zwei-Punkte-Bereich leisteten sich de Colo und der Ex-Bamberger Kyle Hines, der mit großem Applaus empfangen wurde, kaum einmal einen Fehlwurf. Mit hoher Intensität und unbändigem Einsatz machten die Bamberger, angeführt von Nikos Zisis und Brad Wanamaker, dem hohen Favoriten allerdings immer wieder klar, dass er in der Frankenhölle keine Geschenke bekommen wird.

Nach dem Seitenwechsel verteidigten die Brose Baskets zunächst deutlich besser. Auf der anderen Seite des Spielfelds drehte Darius Miller auf - nach einem Offensiv-Rebound von Nicolo Melli ging der Gastgeber wieder mit 52:51 in Front. Im Gegenzug konterte aber Andrey Vorontsevich eiskalt per Dreier. Dank der Kaltschnäuzigkeit von de Colo zog Moskau davon (69:58). Der Gast profitierte aber auch von einigen merkwürdigen Entscheidungen der Unparteiischen: Bei den Bambergern pfiffen sie jede Kleinigkeit, auf der anderen Seite wurden harte Attacken großügig durchgewunken. ZSKA führte vor den letzten zehn Minuten mit 79:70. Würde den Brose Baskets ähnlich wie im Hinspiel noch einmal eine Aufholjagd gelingen?

Nach Mellis Dreier zum 75:81 nahm Gäste-Trainer Dimitris Itoudis eine schnelle Auszeit. Und die brachte den gewünschten Erfolg. Cory Higgins per Dreier und Hines an der Freiwurflinie sorgten wieder für einen zweistelligen Vorsprung des Starensembles. De Colo, Higgins und Hines waren einfach nicht zu stoppen - die Topwerfer von ZSKA schlossen jeden Angriff mit hoher Effizienz ab. Beim 96:82 viereinhalb Minuten vor dem Ende war bereits klar, wer die Partie gewinnen würde. Trotzdem kämpften die Hausherren bis zur Schlusssekunde - den Hunderter konnten sie allerdings nicht verhindern.


Die Statistik

Brose Baskets Bamberg -
ZSKA Moskau 88:100

(20:26, 27:25, 23:28, 18:21)
Bamberg Melli (16 Punkte/2 Dreier), Theis (15/1), Strelnieks (13/1), Miller (12/2), Wanamaker (12), Zisis (11), Radosevic (4), Staiger (3/1), Heckmann (2), Idbihi
Moskau De Colo (27/3), Higgins (23/2), Hines (17), Kurbanov (12/2), Vorontsevich (8/2), Korobkov (6), Teodosic (3/1), Kravtsov (2), Fridzon (2), Nichols, D. Kulagin
SR Perez Pizarro (Spanien), Shemmesh (Israel), Lanzarini (Italien)
Zuschauer 6800 ausverkauft
Gesamtwurfquote Bamberg Prozent 48 (29 Treffer/61 Versuche), Moskau 55 (32/58)
Dreierquote Bamberg 44 Prozent (7/16), Moskau 40 (10/25)
Freiwurfquote Bamberg 77 Prozent (23/30), Moskau 93 (26/28)
Rebounds Bbg. 26 (19 defensiv/7 offensiv), Moskau 33 (29/4)
Ballgewinne/-verluste Bamberg 6/4, Moskau 1/10
Assists Bbg. 18 / Moskau 22
Fouls Bbg. 23 / Moskau 26