Beim punktgleichen Würzburger FV steht die DJK Don Bosco Bamberg heute (18.30 Uhr) in der Fußball-Bayernliga Nord vor einer Herausforderung, denn ihr Gastgeber will auf der Sepp-Endres-Sportanlage im Stadtteil Zellerau den ersten Heimsieg einfahren, nachdem er bereits prima in die Saison gestartet ist.
Dafür sorgten nicht zuletzt zwei überzeugend herausgespielte Auswärtssiege. Zum Auftakt ließen die Unterfranken dem VfL Frohnlach keine Chance (0:3) und vor vier Tagen erschütterten sie die Grundmauern im Wasserwerk-Stadion der SpVgg SV Weiden, als sie den hohen Favoriten mit 3:1 in die Schranken wiesen. Daheim lief es bisher zwar nicht so gut, aber die 1:2-Niederlage gegen den Angstgegner SV Erlenbach, der zuvor schon das Pokalspiel auf dem gepflegten Würzburger Rasen mit 3:1 für sich entschieden hatte, wurde mit einer prima Partie gegen den FC Amberg (0:0) wettgemacht, zumal der WFV dem "Dreier" deutlich näher war als der hocheingeschätzte Regionalligaabsteiger.
Keine Frage, die Zellerauer sind mit dem Team der ersten Halbserie der vergangenen Saison nicht mehr vergleichbar. Ihr Trainer Marc Reitmaier, der im September 2015 die Mannschaft auf dem letzten Tabellenplatz übernahm und sich bei dem eingegangenen Engagement gegen eine hauptberufliche Stellung als Chefscout beim Bundesligisten TSG Hoffenheim entschied, schaffte am Ende den nicht für möglich gehaltenen Klassenerhalt. Drei Siege zum Ende der zurückliegenden Spielzeit ließen die Würzburger auf den zwölften Rang der Abschlusstabelle klettern, nur einen Zähler hinter der Don-Bosco-Elf. Der 33-jährige Coach gilt als gewiefter Taktiker, der den WFV im Schatten des Zweitligisten Würzburger Kickers wieder entwickelt, wenngleich die finanziellen Ressourcen zwischen den Blauen (WFV) und den Roten (Kickers) ähnlich wie in der bayerischen Landeshauptstadt unterschiedlicher kaum verteilt sein können.
Zur neuen Saison wurden dennoch gezielte Verstärkungen wie der spielende Co-Trainer Daniel Mache (31 Jahre, vom FC Schweinfurt 05) sowie die beiden Ex-Sander Stefan Wasser (21) und Sebastian Götz (25) an Land gezogen. Dazu kommt ein Königstransfer mit Alex Dan (29). Der wuchtige rumänische Vollblutstürmer ist seit sechs Jahren in Deutschland und gilt nach seinen Stationen FC Schweinfurt 05, Würzburger Kickers und TSV Abtswind als Hoffnungsträger, der den nach Brasilien heimgekehrten Ricardo Borba ersetzen und den besten Würzburger Angreifer der letzen zwei Runden, Patrick Hofmann (24-jähriges Eigengewächs), unterstützen soll.
In Szene gesetzt werden die beiden Torjäger vom Strategen Adrian Istrefi. Der 23-jährige Dortmund-Fan gilt als Dreh- und Angelpunkt und avancierte zum Matchwinner in Weiden. Zwei Treffer gelangen ihm selbst, jeweils vom überragenden, nicht unter Kontrolle zu bringenden Hofmann mustergültig vorbereitet, der als bester Mann auf dem Feld selbst das dritte Tor beisteuerte. Dieses körperlich extrem robuste Trio beherrscht das von Cheftrainer Reitmaier so favorisierte Umschaltspiel, an dem die Weidener schier verzweifelten. Die WFV-Konterstärke in Verbindung mit der bestens einstudierten Abseitsfalle und die Kompaktheit in der vom 28-jährigen Benny Schömig dirigierten Abwehr erwiesen sich bisher als schwer zu knackendes System.
DJK-Trainer Gerd Schimmer wird also kräftig in die Trickkiste greifen müssen, um den 2:1-Vorjahreserfolg zu wiederholen. Seine Jungs sind ähnlich gut in die Runde gestartet und fanden nach der unglücklich verlorenen Partie in Ammerthal umgehend in die Erfolgsspur zurück. Der verdiente 3:1-Erfolg gegen den VfL Frohnlach musste hart erarbeitet werden. Das oberfränkische Derby war zugleich eine passende Übungseinheit, um sich auf den Kontrahenten aus der unterfränkischen Hauptstadt einzustimmen, der taktisch ähnlich agiert. "Beim WFV ist etwas zusammengewachsen. Das wird extrem schwierig, aber nicht unlösbar", so Schimmer, der im Vergleich zum Frohnlach-Spiel auf den verletzten "Ali" Eckert verzichten muss. Dafür dürfte Urlauber Luca Ljevsic wieder im Kader stehen.
DJK Don Bosco Bamberg: Kraus, Trunk - Eichhorn, Esparza, Fischer, Hoffmann (?), J. Jessen, Kettler, Körner, Makrigiannis, Niersberger, Schäffler, Schmitt, Schwinn, Sengül, Strobler, Wunder