Mit drei Siegen aus den letzten vier Partien näherten sich die Bamberger Brose-Basketballer wieder den Play-off-Plätzen in der Euroleague. Sollte die Mannschaft von Trainer Andrea Trinchieri am Freitag (18 Uhr) ihre Erfolgsbilanz beim Liga-Schlusslicht Galatasaray Istanbul ausbauen, käme sie zum Vorrundenende dem achten Platz, der das Erreichen des Achtelfinales bescheren würde, ganz nahe.


Kühlen Kopf bewahren

Doch die Heimspielstätte von Galatasaray, die Abdi Ipecki Arena, ist ein ganz heißes Pflaster, in der man bei Spielen der "Rot-Gelben" sein eigenes Wort nicht versteht. Ihre bislang vier Siege feierten die Türken in den letzten fünf Heimspielen, wobei auch die teilweise über 10 000 fanatischen Anhänger dem jeweiligen Kontrahenten das Leben schwer machten. "Es ist ungeheuer schwer, dort zu spielen, das ist die heißeste Arena der Euroleague. In den Auszeiten hörst du rein gar nichts. Deshalb müssen wir unser Level in der Kommunikation erhöhen. Und wir müssen mit großer Persönlichkeit antreten, denn das wird ein ungeheuer schwieriges Spiel", betont Trinchieri. Ähnlich wie in Tel Aviv gilt es, kühlen Kopf zu bewahren, um dieses erfolgreiche Jahr 2016 mit dem zweiten Euroleague-Auswärtssieg dieser Saison zu beenden.

Der Italiener warnt aber auch davor, Galatasaray am Tabellenplatz zu messen - zumal die Bamberger (5:9) in diesem dicht gedrängten Feld auch nur einen Sieg mehr auf dem Konto haben als das Schlusslicht (4:10). "Das ist eine Mannschaft mit ungeheuerem individuellen Talent. Das ist ein Klub mit großer Vergangenheit und Tradition. Das ist ein Powerhouse, weil Galatasaray Millionen von Fans hat", erwartet Trinchieri einmal mehr eine Schlacht beim nun schon dritten Auftritt in dieser Königsklassen-Saison in Istanbul. Bei Fenerbahce (66:67) und Darussafaka (70:72) setzte es knappe und bittere Niederlagen, die es nun zu korrigieren gilt.

Offensichtlich kommt die Mannschaft von Kulttrainer Ergin Ataman mit der hohen Spielbelastung derzeit nicht so gut zurecht wie die Bamberger. Galatasaray gewann nur eine der letzten fünf Partien, was auch den Verletzungen von Austin Daye und Emir Preldzic geschuldet ist. Zudem trägt sich der ehemalige Bayern-Power-Forward Deon Thompson mit Abwanderungsgedanken in Richtung Roter Stern Belgrad. Am Dienstag verstärkte sich Galatasaray mit dem Uruguayer Bruno Fitipaldo. Es ist davon auszugehen, dass der 25-Jährige gegen Bamberg sein Debüt gibt.


Kommt McNeal zum Einsatz?

Auf der anderen Seite könnte auch Neuzugang Jerel McNeal in Istanbul seine Premiere im Bamberger Trikot feiern, nachdem er zuletzt beim hart erkämpften 92:88-Erfolg nach Verlängerung in Bayreuth auf Grund des beschränkten Ausländerkontingents in der Bundesliga ebenso wie Vladimir Veremeenko und Ali Nikolic zuschauen musste.

Besonders motiviert geht sicherlich Tibor Pleiß in das Aufeinandertreffen mit seinem Ex-Klub, mit dem er von 2010 bis 2012 drei Double-Gewinne feierte. Bei dem 2,18-Meter-Riesen wechselten sich in den letzten Wochen tolle Spiele mit eher gebrauchten Tagen ab. Den 22 Punkten und acht Rebounds gegen Darussafaka folgten magere vier Zähler gegen den FC Barcelona. Gegen seinen Ex-Klub Baskonia Vitoria legte der 27-Jährige dann ein Double-Double (16 Punkte/11 Rebounds) auf. Sein Duell mit Daniel Theis, der sich zuletzt in guter Form präsentierte, dürfte interessant werden. Justin Dentmon, der Galatasaray mit 12,3 Zählern im Schnitt anführte, hat die Türken Mitte Dezember in Richtung China verlassen. Außer ihm punktete bislang nur Aufbauspieler Sinan Güler (11,1) zweistellig.


Heckmann: Wille entscheidet

Patrick Heckmann, der am Mittwoch seinen Vertrag in Bamberg bis 2019 verlängert hat, betont: "Uns erwartet ein großer Kampf. Das Team, das den größeren Willen zeigt, wird die Oberhand behalten."