Während das Team von Brose Bamberg in der Basketball-Euroleague nicht so richtig Fahrt aufnimmt, marschiert es in der Bundesliga weiterhin souverän vorneweg. Nach den beiden deprimierenden Niederlagen in der Königsklasse gegen Belgrad und in Vitoria landete der Titelverteidiger im Duell der beiden achtfachen deutschen Meister einen letztlich ungefährdeten Sieg. Mit 89:80 (39:34) setzte sich das Team von Trainer Andrea Trinchieri am Sonntagnachmittag beim einstigen Erzrivalen Alba Berlin durch. Damit bleiben die Bamberger unter ihrem italienischen Coach gegen den Hauptstadt-Klub ungeschlagen und führen die Tabelle mit dem elften Sieg im elften Spiel weiterhin vor den ebenfalls noch unbesiegten Ulmern an.

"Dies war unser viertes Spiel in neun Tagen, daher konnte man keine perfekte Leistung erwarten. Wir haben in der ersten Halbzeit eine sehr schlechte Pick-and-Roll-Verteidigung gespielt. Das haben wir nach der Pause im Kopf und physisch besser gemacht und damit Kontrolle über das Spiel bekommen. Wir haben die Partie dann zwar schon zu früh abgehakt und es wurde nochmal knapp. Aber unter dem Strich bin ich zufrieden mit diesem Sieg", meinte Trinchieri.

Die Berliner konnten sich bei Elemedin Kikanovic bedanken, dass sie sich in der mit 13 022 gut gefüllten Arena am Ostbahnhof lange eine Siegchance ausrechnen konnten. Der bosnische Center stellte mit 32 Punkten eine Karrierebestleistung auf. Vor allem in der ersten Halbzeit fanden die Bamberger kein Mittel, ihn zu stoppen, da er von Peyton Siva (10 Assists) des Öfteren gut bedient wurde. Allerdings setzte sich am Ende der Gast aufgrund seiner mannschaftlichen Geschlossenheit durch. Während Alba die meiste Zeit über von Kikanovics Punkten zehrte, waren die Bamberger offensiv wesentlich breiter aufgestellt. Sieben Spieler hatten sieben oder mehr Zähler zu Buche stehen. "Die Bamberger waren schwer zu stoppen. Sie haben einen tiefen Kader und bringen daher zu jeder Zeit viel Energie aufs Feld. Wir haben zwar alles gegeben, waren aber nicht gut genug, um zu gewinnen", erkannte Kikanovic die Überlegenheit des Meisters an.

Den entscheidenden Vorsprung erspielten sich die Gäste im dritten Viertel, das sie klar mit 30:20 gewannen. Während Janis Strelnieks dreimal aus der Distanz traf, sorgte Leon Radosevic unter dem Korb dafür, dass ihr Team mit einer komfortablen 14-Punkte-Führung (69:55) in den letzten Spielabschnitt ging. Hier kamen die "Albatrosse" zwar noch einmal auf fünf Punkte heran (67:72, 33. Min.), aber anders als in Vitoria am Donnerstag behielten die Bamberger in den Schlussminuten kühlen Kopf und ließen sich den Sieg nicht mehr nehmen. "Nach den beiden Niederlagen in der Euroleague war das ein schweres Spiel für uns. Aber wir waren geduldig in der Offensive. Das war der Grund für den Sieg", meinte Strelnieks, der mit 16 Punkten bester Werfer seines Teams war.


Am Donnerstag in Kaunas

Allerdings stand der Lette ebenso wie Nicolo Melli fast 30 Minuten auf dem Feld. Bei vier weiteren Leistungsträgern (Nikos Zisis, Darius Miller, Fabien Causeur und Radosevic) betrug die Einsatzzeit ebenfalls über 20 Minuten, und viel Zeit zur Erholung bleibt nicht: Am Donnerstag steht in der Euroleague ein Schlüsselspiel in Kaunas auf dem Programm. Dem Duell bei den punktgleichen Litauern misst Strelnieks nach den jüngsten Nackenschlägen in der Königsklasse große Bedeutung bei: "Der erste Auswärtssieg wäre mental so wichtig für uns."

Alba Berlin -
Brose Bamberg 80:89

(20:18, 15:21, 20:30, 25:20)

Berlin Kikanovic (32 Punkte), Radosavljevic (11), Siva (8/2 Dreier), Giffey (7), Milosavljevic (6/2), Johnson (6/2), Atsür (5), Vargas (3/1), Miller (2)
Bamberg Strelnieks (16/4), Causeur (15/1), Radosevic (14), Zisis (10/1), Melli (9/2), Miller (9/1), Heckmann (7), Staiger (3/1), Theis (3), Lo (2), Kratzer (1)
SR Matip, Lottermoser, Gutting
Zuschauer 13 022
Gesamtwurfquote Berlin 47 Prozent (28 Treffer/60 Versuche), Bamberg 58 (34/39)
Dreierquote Berlin 33 Prozent (7/21), Bamberg 50 (10/20)
Freiwurfquote Berlin 77 Prozent (17/22), Bamberg 65 (11/17)
Rebounds Berlin 25 (18 defensiv/7 offensiv), Bamberg 35 (26/9)
Ballgewinne/-verluste Berlin 7/8, Bamberg 4/12
Assists Berlin 23 /Bamberg 19
Fouls Berlin 21 /Bamberg 24