Von unserem Mitarbeiter Manfred Schmitt

Nach zuletzt zwei deftigen Niederlagen in der Fußball-Bayernliga Nord heißt es für die DJK Bamberg, am Freitag (19 Uhr) im Gastspiel beim aufstrebenden SC Feucht wieder in die Erfolgsspur zurückzukehren, um ein weiteres Abrutschen in Richtung gefährdete Zone zu verhindern.

Das 0:5 in Haibach, dazu am vergangenen Sonntag mit 1:4 die erste Heimniederlage gegen den furios aufspielenden Ligaprimus VfB Eichstätt sorgten für Ernüchterung im Don-Bosco-Lager. Allerdings traten die Oberbayern im Stile eines äußerst selbstbewussten Spitzenreiters am Fuße der Altenburg auf und lagen nach 21 Minuten uneinholbar mit 3:0 in Front. Sie hatten mit perfektem Konterfußball den ersatzgeschwächten Bambergern frühzeitig den Zahn gezogen und ihnen deutlich die Grenzen aufgezeigt.

Während DJK-Coach Gerd Schimmer in den ersten elf Partien der Saison immer wieder die guten Leistungen seiner Jungs in den Vordergrund stellen konnte, offenbarten sie zuletzt Nachlässigkeiten und eine außergewöhnlich hohe Fehlerquote. Anders lässt sich die Vielzahl an Gegentoren nicht erklären. Dass den zahlreich integrierten jungen Akteuren infolge der Negativerlebnisse das Nervenkostüm flattert und zudem wichtige personelle Ausfälle zu beklagen waren, verstärkte die Anfälligkeit im Defensivbereich. Der Bamberger Trainer musste in den Übungseinheiten unter der Woche seelischen Aufbau betreiben und hofft auf baldige Besserung.
Der gegen Eichstätt gesperrte Ali Eckert kehrt ins Team zurück und soll dem Defensivverbund wieder mehr Stabilität verleihen. Während Luca Ljevsic wieder genesen und einsatzfähig ist, muss Schimmer ("uns hat es ganz schön erwischt") auf die erkrankten Ulrich Spies, Pascal Niersberger, Calvin Sengül und Simon Schmoll verzichten. Erschwerend kommt hinzu, dass Nicolas Esparza und Christos Makrigiannis wegen kleinerer Verletzungen ebenfalls passen müssen.

Um dennoch in Mittelfranken bestehen zu können, bedarf es einer überdurchschnittlichen Leistung in allen Mannschaftsteilen. Schließlich haben die vor der Saison runderneuerten Feuchter neun ihrer insgesamt 14 Zähler in den letzten vier Begegnungen eingefahren. Dass beim Sportclub so langsam das eine Rädchen ins andere greift, verdankt er der umtriebigen Arbeit des 54-jährigen Klaus Mösle, der im sechsten Jahr auf der Kommandobrücke steht und vor allem nach den ersten fünf Partien trotz vier Niederlagen und dem Auftakt-0:0 gegen Haibach die Ruhe behielt.

Letztendlich gilt es nach wie vor eine hohe Zahl an Neuzugängen zu integrieren und aufeinander einzuschweißen. Zwei der insgesamt 20 neu Verpflichteten kehrten den Feuchtern schon nach kurzer Zeit wieder den Rücken. Unter den 18 Abgängen befanden sich mit Zischler (Ammerthal), Schulik (Amberg), Swierkot (Seligenporten) und Mandelkow (ohne Verein) absolute Leistungsträger und Stützen der letztjährigen Mannschaft.
Dass die Neuen zwischenzeitlich immer besser auf dem Feld funktionieren, musste nach dem FC Amberg, der in Feucht vor 14 Tagen mit 4:3 den Kürzeren zog, auch die SpVggSV Weiden leidvoll erfahren. Mit 5:2 siegte der SCF vor Wochenfrist in Weiden und demonstrierte nicht nur Zusammenhalt und große Moral, sondern auch Spielfreude und Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Gehäuse.

Chefanweiser Mösle hatte für diesen Husarenstreich zehn Neuzugänge in die Startformation beordert. Die Mannen um Kapitän Matthias Heckenberger (33 Jahre), der selbst mit zwei Freistoßtoren an alter Wirkungsstätte und als unermüdlicher Antreiber glänzte, machten dabei einen 0:2-Rückstand wett und scheinen sich endgültig in ihrer neuen Umgebung wohl zu fühlen. Ebenfalls zu den wichtigen Stützen sind der 30 Jahre alte Keeper Andreas Sponsel und der 27-jährige Abwehrchef Michael Eckert zu zählen, die beide von der SpVgg Bayreuth zu den Feuchtern stießen.
Als Strippenzieher und Spielgestalter unterstützt Stephan König (27, kam aus Seligenporten) seinen Spielführer im Mittelfeld. Wie wertvoll die routinierten Heckenberger, Eckert und König sind, zeigt ein Blick auf die interne Torschützenliste, wo sich alle Drei mit jeweils drei persönlichen Treffern einfinden und damit 60 Prozent aller Tore markierten.

Die Tendenz scheint für den vor Selbstbewusstsein strotzenden SC Feucht zu sprechen, der nur noch einen Zähler hinter den Wildensorgern auf Rang 13 steht, der am Ende zum Klassenerhalt reicht. Für Brisanz ist gesorgt. Schließlich droht dem Verlierer ein Absacken auf Platz 14.

Bereits im Vorjahr zeigten sich beide Teams als Aufsteiger in den direkten Vergleichen auf Augenhöhe. Während der SCF zum Saisonauftakt auf der DJK-Anlage mit 1:0 die Oberhand behielt, revanchierten sich die Gelb-grünen mit einem 3:1-Erfolg im schmucken Feuchter Stadion. Gegen eine Wiederholung dieses Ergebnisses an gleicher Wirkungsstätte und erneut unter Flutlicht hätte Gerd Schimmer sicherlich nichts einzuwenden. "Meine Schützlinge müssen die Kohlen aus dem Feuer holen. Ich werde aber versuchen, meinen Teil dazu beizutragen."
DJK Don Bosco Bamberg: Kraus, Trunk - Eckert, Eichhorn, Fischer, Hoffmann, J. Jessen, Kettler, Körner, Ljevsic, Schäffler, Schmitt, Schwinn, Strobler, Wunder