Die Keglerinnen des SKC Victoria Bamberg haben die Titelverteidigung in der Champions League knapp verpasst. Der deutsche Meister unterlag in Straubing im Finale gegen KK Celje aus Kroatien mit 3:5.

Mit einigem Optimismus waren die SKC-Damen zum Final Four nach Straubing gefahren. Alles lief von Beginn an auf ein Finale zwischen den beiden alten Rivalen Bamberg und Celje hinaus. Nach den Halbfinals stand dann auch exakt diese Paarung fest. Bamberg stellte mit 3703 Holz gegen KK Mlaka Rijeka (Kroatien 3397) einen neuen Clubrekord auf und zog souverän ins Finale ein. Celje (Slowenien, 3570) tat sich gegen Pionir Subotica (Serbien, 3494) etwas schwerer, aber nicht mehr als nötig, um ebenfalls das Endspielticket zu buchen.

Bamberg begann das Finale gut. Vaidahazan führte 2:0 gegen Fidel, Kastner sowie Kovacsne-Grampsch hatten ein 1:1 erreicht und lagen mit den Kegeln eng beieinander. Der ominöse dritte Satz sollte aber die Wende zugunsten von Celje bringen. Vaidahazan gab mit 128 gegen Fidel (168) 40 Kegel ab, Kastner verlor mit 136 auch 46 Zähler an Kozmus (182). Lediglich Kovacsne punktete mit 169:148 gegen Savic Rada.

Vaidahazan schlägt zurück

Vaidahazan schlug zurück, besiegte Fidel mit 163:148, insgesamt mit 3:1 und 609:607. Kovacsne hatte Savic weiter im Griff, beendete ihr Spiel mit 617:585 und lag in den Sätzen ebenfalls 3:1 vorne. Kastner aber war im letzten Satz mit 116:152 von Kozmus total von der Rolle und gab mit insgesamt 541:610 vorentscheidende Punkte ab. Zudem verlor sie mit 1:3. Damit führte Bamberg zwar mit 2:1 Mannschaftspunkten und 7:5 nach Sätzen, doch trotz der guten Schlussbahnen von Vaidahazan und Kovacsne lag Victoria mit 35 Kegel zurück.
In der zweiten Runde über sechs Bahnen erlebten die zahlreichen Zuschauer den nahezu gleichen Spielverlauf wie im ersten Paarkreuz. Sabrina Imbs verkaufte sich gegen Sajko sehr gut und war mit 1,5:0,5 SP in Front gezogen. Bei Sina Beißer und Beata Wlodarczyk stand es 1:1. Der Rückstand wurde um neun Kegel verkürzt. Und wieder war es der dritte Satz, der Bamberg nahezu aller Chancen beraubte.

Die wie eine langjährige Bundesligaspielerin unbekümmert auftrumpfende Imbs gewann den dritten Satz mit 157:156. Damit war der dritte MP für Bamberg perfekt. Beißer (142) verlor gegen Nada Savic 15 Kegel, und Strelec (162) nahm Wlodarczyk (141) 21 Zähler ab. So waren es bereits 59 Kegel Rückstand, und das Spiel für Bamberg nur noch zu gewinnen, wenn Wlodarczyk gegen Strelec den letzten Satz mit 18 Kegel Differenz gewinnt, oder Beißer Savic mit 20 Zählern bezwingt.

Wlodarczyk war ganz nah dran

Weil das Gesamtergebnis nicht mehr zu erreichen war, war nur noch ein 4:4 drin. Dazu musste der vierte Mannschaftspunkt im direkten Einzelvergleich gewonnen werden, und damit hätten auch die Satzpunkte für Bamberg (12,5:11,5) gesprochen. Wlodarczyk war im Spiel in die Vollen phasenweise ganz nah dran, doch im Abräumen war die Slowenin glücklicher und gewann auch den vierten Satz mit 160:157. Im anderen Duell zwischen Beißer und Savic hatte die Victorianerin nie eine Chance und verlor den letzten Satz mit guten 150 zu ganz starken 175 Kegel. Savic spielte mit 642 Holz auch das beste Resultat des Turniers. Ihre Steigerung im Finale (im Halbfinale 547) war letztlich ausschlaggebend für den Sieg der Sloweninnen, der mit 3676:3588 deutlich ausfiel. Das 5:3 für Celje war damit verdient, wenn auch ein anderer Ausgang in diesem spannenden Finale möglich war.

Das Halbfinale sah eine dominierende Bamberger Mannschaft, die Rijeka mit 3703:3397 keine Chance ließ. Bis auf die erkrankte Dany Kicker (578) kamen alle über 600 Kegel. Überragend war Wlodarczyk mit 640 und die frei von der Leber weg spielende erstmals in so einem wichtigen Turnier eingesetzte Sabrina Imbs. Sie war mit für sie sensationellen 636 Kegel (persönliche Bestleistung) nicht nur in diesem Spiel ganz stark, sondern glänzte auch im Finale mit 612 Kegeln. Vaidahazan hatte 611, Beißer 615 und das Duo Kastner und Kovacsne 623 Kegel. Das reichte zu einem klaren 8:0-Erfolg gegen die kroatische Mannschaft aus Rijeka. Eine Schwächung war am Ende, dass Kicker nicht mehr im Finale eingesetzt werden konnte. maha

FINALE
SKC Victoria Bamberg - KK Celje 3:5
(11,5:12,5 Satzpunkte, 3588:3676 Holz)
Vaidahazan - Fidel 3:1 609:607
Kastner - Kozmus 1:3 541:610
Kovacsne-Grampsch - R. Savic 3:1 617:585
Imbs - Sajko 2,5:1,5 612:602
Beißer - N. Savic 1:3 600:642
Wlodarczyk - Strelec 1:3 609:630
HALBFINALE
SKC Victoria Bamberg -
KK Mlaka Rijeka 8:0
( 19:5 Satzpunkte, 3703:3397 Holz)
Vaidahazan - Grubisic 3:1 611:554
Kicker - Ostrina 2:2  578:567
Wlodarczyk - Zver 4:0 640:584
Beißer - Pavlic 3:1 615:576
Kastner/Kovacsne - Basic 3:1 623:526
Imbs - Peros 4:0 636:590