Ganz klar: Mit 23 Punkten nach 21 Spielen hat die die DJK Don Bosco Bamberg in der neuen Fußball-Bayernliga Nord bislang nicht enttäuscht. Das schon allein deshalb, weil die Bamberger erst über die Qualifikation aufgestiegen sind - erstmals in der Vereinsgeschichte. Dies ungeschlagen gegen die Mannschaften vom SC Feucht und den TSV Neustadt/Aisch, seinerzeit noch unter dem langjährigen Coach Georg Lunz.
Doch es hätten in der aktuellen Saison durchaus einige Zähler mehr werden sollen oder auch können. Zu den Gründen, warum dies nicht der Fall war, erklärt der neue Trainer Heiner Dumpert: "Die Mannschaft hatte einfach eine kurze Sommerpause, bedingt durch die Relegation, was sich insbesondere in den letzten Partien vor der Winterpause negativ bemerkbar machte." Der Start jedenfalls in die neue sportliche Umgebung war schon eine große Überraschung. Nach den ersten vier Partien war die DJK Don Bosco bei drei Siegen und einem Unentschieden noch ungeschlagen und deshalb mit ganz vorne in der Tabelle zu finden. Für DJK-Coach Dumpert, der immer realistisch blieb, nur eine Momentaufnahme, aber doch schön. Vor allem seien es Punkte gewesen, um das Ziel Klassenerhalt zu erreichen. Vom guten Tabellenplatz ließ sich der neue sportliche Verantwortliche in Wildensorg nicht blenden.
Er lag damit richtig, denn nach dieser positiven Serie folgten gleich drei Niederlagen am Stück. Der Starkenschwinder Dumpert beschreibt die Ursachen: "Spielerisch haben wir oft ansehnlichen Fußball gezeigt, doch konnten wir nicht die notwendigen Tore erzielen, um zu punkten. Hinzu kam, dass wir es dem Gegner manchmal einfach auch leicht machten, zu Treffern zu kommen."
Auf einen Aufwärtstrend konnten die Bamberger hoffen, als sie gegen die beiden Spitzenteams FC Amberg und FC Schweinfurt 05 zu Hause auf ihrem Kunstrasenplatz jeweils ein 0:0-Unentschieden erreichten, wo mit etwas Glück auch mehr möglich gewesen wäre. Doch dies war offensichtlich nur ein Strohfeuer, folgten doch weitere zwei Pleiten, bevor die DJK Don Bosco mit dem 3:2 bei der DJK Ammerthal ein überraschender Auswärtserfolg gelang. Das Selbstvertrauen schien durch diesen Sieg gewachsen, denn aus den nächsten vier Partien holte der Neuling wichtige sieben Zähler und stand auf einem einstelligen Tabellenplatz.

Rückschlag vor der Pause

Ein Rückschlag waren die letzten fünf Spiele, in denen die Jungs von Trainer Dumpert keinen "Dreier" mehr einfahren konnten. Insbesondere die Partien zum Auftakt der Rückrunde, als etwa gegen einen bis dato auswärtsschwachen FSV Erlangen-Bruck beim 2:3 Aufbauhilfe für den Gegner geleistet wurde - die zweite von drei Heimniederlagen in Serie. Versöhnlicher Abschluss dieses Jahres sollte die Begegnung beim Tabellenletzten TSV Kleinrinderfeld werden. Doch nach der 0:2-Niederlage musste der Bamberger Coach nicht zum ersten Mal anerkennen, dass der Sieg des Kontrahenten verdient gewesen war.
Was sich bei der spielerisch guten und im Abwehrverbund weitgehend sicheren DJK-Mannschaft wie ein roter Faden durch die bisherige Saison durchzog, war die mangelnde Chancenverwertung, die nicht wenige Punkte gekostet hat. Denn mithalten konnten die Wildensorger gegen jeden Gegner. Dumpert wünscht sich: "Die Spieler sollen sich jetzt in der Pause erholen, bevor wir am 21. Januar 2013 wieder ins Training einsteigen, denn die Winterpause brauchen wir dringend zum Durchatmen."
Rainer Schmidt, Mitglied der Fußball-Abteilungsleitung bei der DJK, freut sich über den gelungenen Einstand des Aufsteigers: "Der Start in die erste Bayernligasaison der DJK Don Bosco Bamberg war überragend. Zehn Punkte aus den ersten vier Spielen bedeuteten Platz 2. Dann hatten sich die Gegner besser auf uns eingestellt und jeder erreichte Punkt musste hart erkämpft werden." Ein Knackpunkt sei sicher das Derby in Memmelsdorf gewesen. Trotz vieler guten Möglichkeiten und überlegenen Spiel musste sich die DJK mit 0:1 geschlagen geben. Schmidt sagt: "Dass die Mannschaft von Heiner Dumpert mit den stärksten Gegnern in dieser hochkarätigen Liga mithalten kann, bewies sie bei den beiden Punktgewinnen gegen den FC Schweinfurt 05 und den FC Amberg. Es folgten aber auch Rückschläge. Insbesondere die Heimniederlagen gegen direkte Konkurrenten wie Neumarkt und Erlangen-Bruck waren schmerzhaft. Nach den Siegen in Selbitz und Hollfeld waren wir guter Hoffnung und in einer guten Ausgangslage."
Doch die enttäuschenden Ergebnisse mit nur einem Punkt aus den letzten vier Spielen hätten den Druck für das neue Jahr erhöht. Schmidt erklärt: "Die Mannschaft musste aufgrund der langen Saison mit den Relegationsspielen und der dadurch kurzen Pause Tribut zollen. Es gilt nun zu regenerieren, die Situation zu analysieren, die richtigen Schlüsse zu ziehen und in der Vorbereitung die Grundlage für den Klassenerhalt zu schaffen. Nur das kann das Ziel sein." Angesichts des Restprogramms sei das keine leichte Aufgabe. "Hoffentlich stehen dann auch die schmerzlich vermissten Spieler wie Benjamin Bachhuber und Tobias Schlund, der in dieser Saison noch kein Spiel bestreiten konnte, zur Verfügung", so Schmidt. "Benedikt Leicht, der zu Saisonbeginn ganz starke Spiele zeigte, steht leider studienbedingt erst im Sommer wieder zur Verfügung."