Die neue Saison begann, wie die alte aufgehört hatte: 97 Tage nach dem Gewinn der deutschen Meisterschaft feierten die Brose Baskets auch zu Beginn der neuen Serie einen Titel. Mit 87:66 (46:29) bezwangen die Bamberger den Pokalsieger aus Oldenburg und sicherten sich sehr zur Freude der 6421 Fans in der heimischen Brose Arena den Champions Cup. Nach einer über weite Strecken starken Vorstellung stemmte Kapitän Brad Wanamaker gestern Abend kurz nach 19 Uhr die Trophäe in die Höhe.

Obwohl die Brose Baskets erst seit drei Tagen komplett sind und gerade einmal vier Trainingseinheiten gemeinsam absolviert haben, ließen sie in der ersten Halbzeit ihr Potenzial aufblitzen. Zunächst setzten die etablierten Akteure Brad Wanamaker und Darius Miller die Akzente. Doch die EM-Fahrer fügten sich nahtlos ein: Bei Janis Strelnieks, der schon in der letzten Saison zu den Sieggaranten gezählt hatte, war das kein Wunder.

 Aber auch die Neuzugänge Nicolo Melli und Nikolaos Zisis fügten sich auf Grund ihrer großen internationalen Erfahrung ohne Probleme ein. Melli zeigte seine Vielseitigkeit - der Italiener überzeugte beim Rebound, aber auch durch sichere Würfe. Am Ende war der 24-Jährige in seiner ersten Partie für die Brose Baskets mit 17 Punkten, 9 Rebounds und 5 Assists der beste Akteur auf dem Feld.

Der griechische Routinier Zisis lenkte das Bamberger Spiel, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Und der 32-Jährige schlüpfte auch sofort in die ihm angedachte Führungsrolle. Er munterte seine Mitstreiter auf, wenn ihnen mal etwas misslang, und er versuchte immer wieder, die jungen Wilden auf den richtigen Weg zu führen. Ebenso wie Strelnieks kam er auf 14 Punkte.

Die Bamberger präsentierten sich gegen den Pokalsieger, der auf Spielmacher Scott Machado verzichten musste, in Abwehr und Angriff voll auf der Höhe.
Die Oldenburger bekamen kaum einmal einen freien Wurf gegen das Bamberger Bollwerk und kamen in der Verteidigung auf Grund des flüssigen Passspiels des Meisters (21 Assists) immer einen Schritt zu spät. So war es kein Wunder, dass sich der Hausherr nach dem ersten Viertel (23:17) kontinuierlich absetzen konnte und nach 18 Minuten bereits mit 20 Punkten (43:23) in Front lag.


Ball läuft wie am Schnürchen

Auch nach der Pause dominierte der Gastgeber die Partie eindeutig und ließ nie einen Zweifel darüber aufkommen, wer am Ende das Feld als Sieger verlassen würde. Der Ball lief wie am Schnürchen, die Bamberger suchten uneigennützig immer den freien Mann (Wanamaker 7 Assists) und fanden diesen häufig an der Dreierlinie: 13 Distanzwürfe - bei 23 Versuchen - schlugen im Korb der Oldenburger ein.
Dass die EWE Baskets nicht noch deutlicher unter die Räder kamen, hatten sie vor allem ihrem neuen Center Brian Qvale (20 Punkte) zu verdanken. Bambergs Neuer, Gabriel Olaseni, war nicht in der Lage den Ex-Bayreuther zu stoppen. Er muss sich sicher noch steigern, wenn er Yassin Idbihi, der mit seiner ganzen Erfahrung dagegenhielt, den Rang ablaufen will.Jetzt haben die Bamberger noch eine Woche Zeit, um sich auf die erste Bundesliga-Partie am Sonntag in Braunschweig vorzubereiten.

Die Statistik
Brose Baskets Bamberg - EWE Bask. Oldenbg. 87:66

(23:17, 23:12, 25:24, 16:13)

Bamberg Melli (17 Punkte/3 Dreier), Strelnieks (14/3), Zisis (14/2), Miller (11/3), Wanamaker (11/1), Idbihi (6), Theis (6/1), Harris (5), Olaseni (2), Heckmann (1), Staiger, Müller
Oldenburg Qvale (20), Smeulders (12), Prepelic (12/2), Duggins (7/1), C. Kramer (5/1), Paulding (4), Aleksandrov (3), Schwethelm (3/1), Lockhart, D. Kramer
SR Matip, Hack, Bittner
Zuschauer 6421
Gesamtwurfquote Bamberg 48 Prozent (26 Treffer/54 Versuche), Oldenburg 35 (18/51)
Dreierquote Bamberg 57 Prozent (13/23), Oldenburg 18 (4/22)
Freiwurfquote Bamberg 79 Prozent (22/28), Oldenburg 87 (26/30)
Rebounds Bamberg 40 (30 defensiv/10 offensiv), Oldenburg 23 (19/4)
Ballgewinne/-verluste Bamberg 4/17, Oldenburg 4/11
Assists Bamberg 21 / Oldenburg 12
Fouls Bbg. 29 / Oldenb. 25


Stimmen zum Spiel

Andrea Trinchieri (Trainer der Brose Baskets): "Unsere neuen Spieler haben schnell ihre Rollen gefunden. Das ist sehr wichtig für uns. Meine Jungs haben den Ball gut bewegt. Keiner hatte mehr als neun Würfe. Das ist die Art, wie wir spielen wollen. Wir haben ein sehr vielseitiges Team. Ich kann groß oder ganz klein spielen lassen. Ich habe gute Zutaten, jetzt muss ich ein gutes Gericht kochen."

Nicos Zisis (Bamberger Neuzugang): "Es lief heute schon ganz gut, obwohl ich erst seit drei Tagen hier bin. Ich habe schon jede Menge Erfahrung, das macht vieles einfacher. Meine Teamkollegen haben es mir heute leicht gemacht. Außerdem kenne ich die Systeme unseres Trainers schon von früher, die sind mir noch geläufig."

Rolf Beyer (Geschäftsführer der Brose Baskets): "Ich bin sehr zufrieden, auch wenn dieses Spiel schwer einzuordnen ist. Denn bei Oldenburg haben einige noch gefehlt. Aber in der Summe sehen wir, dass wir schon jetzt ein Team sind und die Mannschaft funktioniert. Wir haben Malik Müller heute dafür belohnt, dass er sich in der Vorbereitung gut entwickelt hat. Deshalb hat Karsten Tadda nicht gespielt. Maliks Fokus wird aber in Zukunft mehr in der ProA liegen."

Nicolo Melli (Brose-Neuzugang): "Das war für uns natürlich ein toller Start in die Saison. Wir haben uns den ersten Titel gesichert. Ich hoffe, es geht so weiter. Meine Mitspieler haben mich hervorragend angepasst, sodass es leicht für mich war zu punkten. Das war sicher eine gute Leistung von uns, aber wir müssen uns weiter verbessern. Das ist eine Mannschaft mit viel Talent und guten Jungs. Ich freue mich auf die Saison." ps