Besuch aus München in Wildensorg. Eine dreiköpfige Abordnung aus der Zentrale des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) nahm das Sportgelände der DJK Don Bosco unter die Lupe. Hintergrund: Verein und Verband wollten ausloten, ob die DJK "NLZ-tauglich" ist. Bekanntlich will der Fußball-Bayernligist einer von bayernweit 18 Vereinen werden, unter deren Dach der BFV ein Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) für die Jahrgänge U13 bis U17 betreibt.

"Wir sind gerne nach Bamberg gekommen, um uns die Bewerbung der DJK anzuhören. Allerdings werden wir erst das Ende der Bewerbungsfrist Ende April abwarten und dann im Mai eine Entscheidung treffen", sagte Felix Brych. Der Bundesliga-Schiedsrichter und Jurist, beim Bayerischen Fußball-Verband als Abteilungsleiter Talentförderung und Schiedsrichter auch für die NLZ zuständig, kam zusammen mit Karl-Heinz Wilhelm, Vorsitzender des BFV-Verband-Jugendausschusses, und Michael Urbansky, DFB-Stützpunktkoordinator für Nordbayern, nach Wildensorg, um den DJK-Funktionären die Kriterien bei der Vergabe eines NLZ darzulegen
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Rudi Ziegler, langjähriger Gönner und Mitglied der Fußballabteilungsleitung bei der DJK, sieht seinen Verein für die neue Herausforderung gerüstet. So erweitern die Wildensorger derzeit in Eigenleistung ihr Vereinsheim um weitere Umkleide-und Sanitärräume, einen Multifunktionssaal mit 60 Sitzplätzen und modernster EDV-Technik für Schulungen und Besprechungen der Nachwuchsmannschaften sowie eine Küche. Zudem ist für das kommende Jahr der Bau eines vierten Fußballfeldes vorgesehen. Das dafür benötigte Grundstück wird die Stadt Bamberg, die der DJK Don Bosco Bamberg ihre Unterstützung für die Bewerbung um ein NLZ zugesagt hat, erwerben. Laut Ziegler hat das Immobilienmanagement der Stadt Bamberg dafür einen Betrag von rund 200 000 Euro eingeplant. Darüber hinaus werde die Stadt den Neubau des Rasenspielfeldes im Rahmen der Sportförderrichtlinien unterstützen.


"Hervorragende Bedingungen"

"Diese hervorragenden Bedingungen sind für das angestrebte Nachwuchsleistungszentrum eine wichtige Grundlage", meinte Ziegler und betonte: "Die DJK Don Bosco steht wirtschaftlich und finanziell hervorragend da. Der Verein hat keinen einzigen Euro Schulden und verfügt über ausreichend Barmittel zur Finanzierung des Sportbetriebes. Der Förderverein Freunde der Don-Bosco-Jugend hat eine Patronatserklärung abgegeben, dass die Kosten des Nachwuchsleistungszentrums durch den Förderverein bezahlt werden und der Hauptverein nicht mit höheren Kosten belastet wird."

Der wirtschaftlich gut aufgestellte Klub will nun auch sportlich die Voraussetzungen schaffen, um NLZ-tauglich zu werden. Denn Vorgabe des Verbandes ist es, dass die Jugendteams eines NLZ-Vereins höherklassig spielen. Die DJK, die seit zwei Jahren neben dem Breiten- auch auf den Leistungssport setzt und sich dafür Mario Zukolo als Jugenkoordinator ins Boot geholt hat, sieht sich auf einem guten Weg. So führt die C1-Jugend der DJK als Aufsteiger die Bezirksoberliga an und hat sich den Durchmarsch in die Bayernliga zum Ziel gesetzt. Die A-Jugend ist ebenfalls Tabellenführer in der Bezirksoberliga und peilt den Aufstieg in die Landesliga an. Die D1-Jugend der DJK ist bereits in der höchsten Klasse (Bezirksoberliga) vertreten.

Bis zum Frühjahr 2016 war eines der 18 NLZ des BFV beim FC Eintracht Bamberg 2010 angesiedelt. Infolge des Insolvenzantrags wurde der FCE bei der alljährlichen Neuvergabe der NLZ durch den Verband für die Saison 2016/17 nicht mehr berücksichtigt. Jetzt macht sich die DJK-Hoffnung, dass Bamberg von der Saison 2017/18 an wieder ein NLZ-Standort wird - diesmal am Fuße der Altenburg.