Im Jahr 1998 gründete Markus Spielberger die Frauenfußball-Abteilung des SV Frensdorf. Seitdem trainiert er die SVF-Damen und führte sie bis in die Landesliga. Mit dem letzten Saisonspiel ging am Wochenende eine Ära zu Ende, denn nach 18 Jahren gibt der 42-Jährige nun sein Traineramt ab.

Warum haben Sie sich entschlossen aufzuhören?
Markus Spielberger: Ich bin der Meinung, dass es nach 18 Jahren einen Wechsel braucht. Früher gab es bei den Spielerinnen immer ein Kommen und Gehen, aber unsere Mannschaft ist jetzt so jung, dass sie auf längere Sicht zusammenbleibt. Deshalb ist es besser, wenn sie einen neuen Einfluss bekommt.

Verlassen Sie die Frensdorferinnen mit einem lachenden oder einem weinenden Auge?
Es war ja eine Art Lebenswerk von mir, deshalb kam im letzten Spiel schon ein bisschen Wehmut auf. Aber die Freude überwiegt, dass sich das ganze Leben nicht mehr nach dem Fußball richtet.

Wie sieht denn Ihre sportliche Zukunftsplanung aus?
Ich will jetzt erst mal eine Pause einlegen. Meine Freundin arbeitet beim Bayerischen Fußballverband und ist dem Fußball ebenfalls verbunden. Im Sommer werden wir sicher einige Stadionbesuche absolvieren. Ich bin seit Geburt Kaiserslautern-Fan. Jetzt habe ich etwas mehr Zeit, auf dem Betzenberg vorbeizuschauen. Wir wollen ab und zu auch zu den Würzburger Kickers, die in die 2. Liga aufgestiegen sind. Aber ich möchte auch wieder als Trainer tätig sein, weil das einfach mein Ding ist. Ob im Herren-, Damen- oder Jugendbereich, ist egal. Wichtig ist, dass es eine Perspektive gibt. Es soll nicht just for fun sein, ich bin schon erfolgsorientiert.

Was zählen Sie zu den Höhepunkten ihrer Tätigkeit beim SVF?
Mit Sicherheit der Bezirkspokalsieg 2013, den wir hier in Frensdorf vor einer Riesenkulisse errungen haben. Dann sind wir 2014 Hallenbezirksmeister geworden und haben uns für die bayerische Hallenmeisterschaft in Altötting qualifiziert. Das hat sich bei mir auch eingeprägt.

Ist die Landesliga für den SV Frensdorf das Ende der Fahnenstange?
Auf kurze Sicht ja, aufgrund des fehlenden Nachwuchses. Aber der Verein könnte es sicher tragen, auch einmal in der Bayernliga zu spielen. Das Umfeld ist top, hier wird viel für den Frauenfußball getan. Sportlich wird es aber sicher noch drei, vier Jahre dauern, bis das umgesetzt werden kann.

Wie hat sich der Frauenfußball während Ihrer langjährigen Tätigkeit entwickelt?
Frauenfußball war früher nicht so dynamisch. Heute spielen Mädchen ziemlich lange in Jungenmannschaften mit. Und das ist auch gut so. Denn so sind sie es gewohnt, das Tempo mitzugehen und gewinnen Zweikampfhärte. Anna Hausdorff ist dafür das beste Beispiel. Sie spielt bei den Jungen des FC Eintracht Bamberg und wurde kürzlich Europameisterin mit der U17-Auswahl. Solch gute Mädchen kriegen wir jetzt öfters aus der Jugend raus, und dadurch wird das Niveau des Frauenfußballs immer besser.

Haben Sie einen Tipp für Ihren Nachfolger Hubert Richter, der ein Neuling im Frauenfußball ist?
Ich möchte ihm keinen Rat geben. Hubert ist A-Lizenz-Inhaber und hat eine riesige Erfahrung als Trainer. Es wird sicherlich etwas anderes für ihn sein, eine Frauenmannschaft zu trainieren. Die Ansprache ist doch eine ganz andere. Aber er wird seine Erfahrungen machen und seinen Weg auch gehen.