Paukenschlag beim Fußball-Bayernligisten SV Memmelsdorf. Nach dem Donnerstagstraining teilte das Trainergespann Mario Zukolo und Rolf Lamprecht der sportlichen Leitung völlig überraschend seinen sofortigen Rücktritt mit. Die Gründe sollen persönlicher Natur sein. Im Heimspiel gegen die SpVgg Selbitz am heutigen Samstag (15 Uhr) heißt der Trainer Peter Linz.
Sowohl Zukolo als auch Lamprecht waren am Freitag für eine nähere Stellungnahme nicht zu erreichen. Harald Förtsch, Mitglied der Vereinsleitung, bedauerte die Entscheidung sehr. "Wir wollten mit Mario Zukolo hier über Jahre etwas aufbauen." Förtsch verhehlte sein Enttäuschung deshalb nicht. Wie geht es beim SVM weiter? Die sportliche Leitung werde hinsichtlich Trainerverpflichtung nichts übereilen, so Förtsch weiter. Einen Favoriten auf das Traineramt jedenfalls gebe es zurzeit nach Memmelsdorfer Angaben nicht. Georg Lunz, Christoph Starke oder Bernd Eigner werden als Kandidaten gehandelt, von sich aus sollen sich bereits auch vier Bewerber aus dem Mittelfränkischen gemeldet haben.
Heute gegen die SpVgg Selbitz sitzen Peter Linz, der Coach der Bezirksliga-Mannschaft, und Bernd Schütz, Spielführer des Bayernligisten als Verantwortliche auf der Bank. Einiges wegzustecken hatten Spieler und die sportlich Verantwortlichen des SV Memmelsdorf bereits unter der Woche, wenn sie an das 3:3 beim ASV Hollfeld zurückdenken. Die damaligen Zukolo-Schützlinge "schafften" es, eine sichere 3:0-Führung noch zu verspielen - und dies sehr lange in Überzahl. Zudem fehlt dem SVM in den nächsten Wochen mit Dominik Leim eine Säule in der Innenverteidigung. Er flog mit der Roten Karte vom Platz. Nun gilt es, das Fiasko hinter sich zu lassen und sich auf die Aufgabe gegen die SpVgg Selbitz zu konzentrieren. Denn dies ist ein Gegner, der, ebenso wie die Memmelsdorfer, das Ziel Klassenerhalt ausgegeben hat. Eine Partie, die man als Sechs-Punkte-Spiel bezeichnet. Die Gäste haben eine lange Durststrecke hinter sich.
Vom dritten bis zum elften Spieltag setzte es, außer einem Unentschieden, ständig Niederlagen. Doch vor zwei Wochen gelang Selbitz beim 3:0 gegen den TSV Kleinrinderfeld der Befreiungsschlag und vor einer Woche ging die SpVgg zu Hause wieder als 3:0-Sieger vom Platz. Diesmal gegen keinen Geringeren als den TSV Großbardorf. Mitentscheidend hier der 28-jährige Markus Bächer, der insgesamt schon fünfmal ins Schwarze traf.
Das Selbstvertrauen ist bei den Memmelsdorfer Gästen also wieder zurückgekehrt. So gesehen kommt die SpVgg zur Unzeit in die Schmittenau. Zuletzt in der Landesliga gewann der SVM zweimal klar gegen die Selbitzer.
SV Memmelsdorf: Kundmüller (Schuster) - Hartmann(?), Leim, Russ, Müller, Menz, Saal, Lu. Biskup(?), Schneider(?), Krüger(?), Grasser, Herl, Wolfschmitt, Markewitz, Jeromin, Schütz, Großmann