"Wir mussten Maßnahmen ergreifen, die sich kein Vorstand wünscht. Aber jetzt ist es so, und jetzt packen wir es an!", hat der Vorsitzende Mathias Zeck am Donnerstag gesagt. Anpacken bedeutet für den FC Eintracht Bamberg 2010: Dieter Kurth als neuer Trainer und Nachfolger von Petr Skarabela feiert seine Premiere mit dem Heimspiel am heutigen Samstag (14 Uhr) im Fuchs-Park-Stadion gegen den FV Illertissen. Kurths erster Wunsch neben viel Erfolg: eine volle Tribüne.
Nach dem 1:5 in Memmingen hat der Verein reagiert. "Der Verein war mit den Leistungen der Mannschaft zuletzt nicht zufrieden, dann trifft es immer das schwächste Glied, und das ist der Trainer", erklärte der Sportliche Leiter Adolf Leicht. Und so musste der bis Ende der Saison 2013/14 verpflichtete Coach seinen Platz räumen. In der Hoffnung, dass die Entlassung von Skarabela den gewünschten Umschwung bringt: "Die letzten Spiele haben gezeigt: Das ist eine Mannschaft ohne Leben. Es wäre schön, wenn Dieter Kurth ihr wieder Leben einhaucht", so Leicht am Gründonnerstag bei der Vorstellung im Stadion.
Der neue Trainer ist in Bamberg ein bekannter. Kurth versuchte schon im Pleitejahr 2010 noch zu retten, was zu retten war. Fast wäre es gelungen. "Ich hatte damals schon eine schöne Zeit in Bamberg und ich habe nach meiner Zeit in Frohnlach Spiele der Bamberger gesehen, zuletzt das 2:1 gegen Frohnlach. Ich freue mich, hier zu sein und möchte mich für das Vertrauen bedanken. Ich war überrascht, als meine Sekretärin mir gesagt hat, Herr Zeck wäre am Telefon. Da habe ich mir schon gedacht: Irgendwas brennt."
Gebrannt hat es tatsächlich. Zu viele Spiele waren zu hoch verlorengegangen. "Vom glücklichen 2:1 gegen den VfL Frohnlach durfte man sich nicht täuschen lassen", so Zeck. Umso mehr freut sich der Vorstand über die Neuverpflichtung: "Es ist ein offenes Geheimnis, dass es für Dieter Kurth eine bessere Adresse gegeben hätte, vielleicht sogar mit Aussicht auf den DFB-Pokal." Der neue Mann gibt zu: "Es stimmt, dass ich schon konkret mit einem anderen Verein (dem SV Seligenporten, Anmerkung der Redaktion) im Gespräch war. Aber ich habe mich relativ schnell entschieden: Der FCE ist die bessere Variante für mich. Und das nicht nur aufgrund der Nähe, sondern auch, weil hier etwas entstanden ist."
"Wir haben in sieben Wochen zwölf Spiele vor uns. Es geht um viel. Der Klassenerhalt hat absolute Priorität, ist absolut wichtig", erläuterte Zeck - auch mit Blick auf das entstehende Nachwuchsleistungszentrum. Und der Klassenerhalt ist auch Kurths Ziel. "Wir haben noch zwölf Spiele, davon sieben daheim, und auch noch teilweise gegen direkte Konkurrenten. Bei zwei Punkten Rückstand ist unser Ziel nicht die Relegation, sondern der direkte Klassenerhalt. Das werden wir auch so kommunizieren. Uns fehlen noch 16, 17 Punkte, ich denke, 45 dürften reichen", rechnet Kurth vor. "Der Kader ist stark genug, davon bin ich überzeugt. Der Verein hat es bei den Bedingungen verdient, weiter in der Regionalliga zu spielen."
Beweisen kann es die Mannschaft am heutigen Samstag gegen Illertissen. Im Bamberger Fuchs-Park-Stadion empfangen die Bamberger den von Bayern Hof gestürzten Tabellenführer. Auf dieses Spiel richtet auch Kurth sein Augenmerk: "Momentan ist Christian Dausel als Gesprächspartner mein wichtigster Mann. Wir wollen das Spiel in Memmingen aufarbeiten, aber vor allem nach vorne schauen. Ich habe das gesamte Spiel gegen beim FCM per Aufzeichnung angesehen. Was auffällt: dass bei den Spielern die Köpfe runter gehen, sobald ein Tor fällt. Daran gilt es zu arbeiten." Für die Begegnung mit dem FVI hat Kurth einen Plan: "Von den letzten Spielen war die zweite Halbzeit gegen Nürnberg eine sehr gute. Da wurde auf zwei Stürmer umgestellt und die Spieler sind früher draufgegangen. Der Gegner wird in Bamberg nicht abwartend spielen. Illertissen hat eine Riesen-Vorrunde gespielt und ist jetzt nicht gut rausgekommen. Das Ziel der Gäste ist, die beste Amateurmannschaft der Liga zu werden. Der FV wird nach Bamberg kommen und sich denken: Wo wollen wir die Punkte holen, wenn nicht hier? Das kann für uns eine Chance sein. Ich erwarte ein intensives Spiel. Wir müssen versuchen, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen, aggressiv vorzugehen und den Gegner eventuell so beeindrucken." Beeindrucken sollte - ginge es nach dem neuem Coach - auch die Zuschauerunterstützung. Kurth wünscht sich "eine rappelvolle Haupttribüne: Die Jungs sollen merken: Da ist jemand." Wegen der Sperrung der Gegengeraden sind die Eintrittspreise gesenkt. Fans, die in Memmingen waren (und ihre Karte vorweisen), erhalten freien Eintritt und ein Freigetränk. Leicht: "Die Fans waren die einzigen in Memmingen, die alles gebracht haben."
Zeck freut sich mit Kurth über einen Mann, "der das gesamte Umfeld in Bamberg kennt, bei dem wir beim ersten Kontakt gemerkt haben, dass die Fackel brennt". Der FCE-Chef betonte, dass die Trennung von Skarabela "sehr, sehr schwer gefallen" sei. "Petr ist ein feiner Mensch, der 24 Stunden am Tag für den Verein gelebt hat!"

FC Eintracht Bamberg 2010 Aller, Scheufens, Muckelbauer - Gradl, Karl, Kettler, Kühnlein, Bechmann, Mekic, Müller, Waltrapp, Wenninger, Kaiser, J. Pickel, Fischer, Gressel, Herl, F. Pickel, Wagner, Wieczorek, Abou Khalil, Deptalla, Görtler, Seifert