"Ich glaube, ich habe heute nur eine Mannschaft gesehen, die Fußball spielen wollte", so die Aussage von Seligenportens Trainer Florian Schlicker nach dem 2:2 seiner bis dato in der Fußball-Bayernliga Nord noch punktverlustfreien Mannschaft gegen den FC Eintracht Bamberg 2010. Mit dieser Aussage zog er den Unmut der Bamberger Anhänger auf sich. Der Gästecoach erklärte weiterhin: "Bamberg hat sich mit elf Mann in der eigenen Hälfte eingeigelt und auf Konter gelauert mit ihren schnellen Außen. Wir hatten über 90 Minuten deutlich mehr vom Spiel, waren aber vor dem Tor nicht so effektiv wie zuletzt."

Nach einem munteren Auftakt in die Begegnung der beiden Regionalliga-Absteiger war es in der Tat seine Elf, die durch einen Lattenknaller von Fabian Klose und einen Schuss von Patrick Hobsch, der nur knapp sein Ziel verfehlte, erste Duftmarken setzte. Der FCE zeigte sich zwar bemüht, blieb aber ohne nennenswerte Möglichkeiten. Die Gäste wirkten in Richtung Tor zielstrebiger, und so musste Mirza Mekic kurz vor der Pause in höchster Not vor SVS-Torjäger Patrick Hobsch klären. In der 40. Minute gingen die Gäste schließlich in Führung. Der Ex-Bamberger Fabian Klose brachte einen Freistoß gefährlich vor das Tor, aus dem Gewühl heraus war es Florian Bauer, der das 0:1 markierte. Haas hatte noch vor dem Seitenwechsel eine Gelegenheit zum Ausgleich, doch ging sein Aufsetzer knapp am Tor vorbei.

Einen Einstand nach Maß nach dem Wiederanpfiff erwischten dann die Hausherren. Nach schöner Vorarbeit von Allasane Kane erzielte Haas nach dessen Rückgabe den Ausgleich (48.). Pech hatten erneut die "Klosterer", als ein Schuss von Rico Röder in der 55. Minute an der Latte landete. Fünf Minuten später wurde erneut Röder bei einem Kopfball von der FCE-Abwehr sträflich vernachlässigt und konnte es selbst kaum fassen, das Leder nicht im Tor untergebracht zu haben. "Wir gehen nur spazieren", schimpfte Norbert Schlegel in dieser Phase mit seinem Team.

Es dauerte bis zur 75. Minute, ehe die Partie wieder Fahrt aufnahm. Aus Sicht der Bamberger, die nun wieder besser im Spiel waren, bedeutete das Eigentor von Mirza Mekic in der 79. Minute aber einen Nackenschlag, welchen die Violetten jedoch bravourös wegsteckten. Denn nur zwei Minuten später war es Maximilian Göbhardt, der den erneuten Ausgleich erzielte. Kane steckte den Ball durch auf Göbhardt, der alleine vor dem Tor zum 2:2 vollstreckte.

Obwohl die Gäste in der Schlussphase alles nach vorne warfen, waren es die Bamberger, die diese Partie noch für sich hätten entscheiden können. Eine schöne Hereingabe von Sebastian Schäferlein unterschätzte SVS-Schlussmann Daniel Müller, Oliver Seybolds Kopfball aber fand sein Ziel nicht. "Am Ende hätten wir das Spiel zwar nicht gewinnen müssen, aber können, auch wenn das nicht verdient gewesen wäre", meinte FCE-Coach Norbert Schlegel fair. Er hatte im Gegensatz zu seinem Trainerkollegen eine andere Meinung zum Spiel und reagierte entsprechend auf die Aussagen Schlickers: "Man kann unterschiedliche Sichtweisen haben. Das ist eine Frage des Systems, der Einzelspieler, die man hat. Seligenporten hatte mehr Ballbesitz. Ich habe uns aber in der ersten Halbzeit nicht so schlecht gesehen. Wir sind über die Flügel durchgebrochen, haben dann aber nicht den eigenen Abnehmer gefunden. Spielerisch war Seligenporten die bessere Mannschaft. Wir sind aber nicht in der Situation, dass wir Tabellenführer sind, sondern befinden uns in der Findungsphase."

FC Eintracht Bamberg 2010: Retzlaff - Gradl (46. Schraufstetter), Jerundow, Mekic, Schäferlein, Göbhardt, Haas (80. Schäffler), Altwasser, Niersberger (70. Ljevsic), Kane, Seybold / SV Seligenporten: Müller - Neuerer (67. König), Röder, Worst, Hobsch, Räder, Schäf, Bauer, Ammon (67. Herzel), Christ, Klose / SR: Steigerwald (Karlstadt) / Zuschauer: 470 / Tore: 0:1 Bauer (40.), 1:1 Haas (48.), 1:2 Mekic (79., Eigentor), 2:2 Göbhardt (81.) / Gelbe Karten: Mekic, Schraufstetter / Hobsch, Bauer, Christ, Klose