Das vorletzte Heimspiel der Fußball-Bayernliga-Saison steht für den FC Eintracht Bamberg 2010 auf dem Programm. Die Rest-Mannschaft von Trainer Petr Skarabela empfängt am Freitagabend den SC Eltersdorf im Fuchs-Park-Stadion. Anstoß der Begegnung ist - entgegen der ursprünglichen Ankündigung - 30 Minuten später, also um 19.30 Uhr. Grund ist die Nutzung des Stadions durch einen anderen Verein.

Beide Mannschaften verloren zuletzt mit 0:3, wobei die Niederlage der Eltersdorfer in Aubstadt einen faden Beigeschmack hinterlassen hat. Ein Spieler des SCE soll nach Hinweisen eines privaten Wettanbieters einen dreistelligen Betrag auf eine Pleite seiner Elf gesetzt haben, was durch den DFB verboten ist. Die Begegnung wurde aus dem Programm des Wettanbieters genommen, der Spieler selbst kam nicht zum Einsatz und ist bis zum Erlass des Urteils gesperrt.

Beim TSV Aubstadt fehlten dem Team von Coach Hendrik Baumgart am vergangenen Freitag insgesamt sechs Stammspieler aus dem Bayernliga-Kader. Der Bamberger Coach Petr Skrabela konnte in Erlenbach lediglich auf vier seiner ehemaligen Akteure aus dieser Spielklasse zurückgreifen. "Mit vier Leuten und einigen aus der dritten Mannschaft haben wir in Erlenbach "nur" 0:3 verloren. Auch haben wir Chancen gehabt - selbst wenn diese nur Zufallsprodukte waren. Aber generell: Wenn man keine gute Mannschaft hat und keine Mitspieler mit Bayernliga-Format, dann hast du keine Chance", sagt Skarabela.

Trainiert wird in Bamberg nunmehr einmal die Woche - für diese Liga zu wenig. Aber bei dieser einen Einheit stünden dann zumindest 14, 15 Spieler zur Verfügung, so Skarabela. Mit Blick auf die Partie gegen Eltersdorf hofft der Trainer auf Unterstützung aus der zweiten Mannschaft, denn "die ist schon aufgestiegen. Wir wollen eine konkurrenzfähige Mannschaft auf die Beine stellen und dagegen halten - in keinem Fall wollen wir zerfallen". Es gelte, die letzten drei Spiele in Ruhe über die Bühne zu bringen.

Die Eltersdorfer, die sich momentan auf dem achten Platz und somit im Niemandsland der Tabelle befinden, haben ihr eigentliches Saisonziel - oben mitzuspielen - in den letzten sieben Spielen etwas aus den Augen verloren. Hier nämlich gelangen den Eltersdorfern lediglich zwei Siege (beim SSV Jahn Regensburg II und zu Hause gegen den SV Erlenbach).

Demgegenüber stehen fünf Pleiten, die teilweise derb ausfielen. So unterlag das Team von Coach Baumgart bei der SpVgg Bayern Hof mit 0:6 und ging auch in Frohnlach mit 1:4 baden.


Dem FCE läuft die Zeit davon

Im Kampf um die Rettung des Vereins läuft dem FC Eintracht Bamberg 2010 anscheinend die Zeit davon. Der mit 440 000 Euro verschuldete Fußball-Bayernligist, der Ende März einen Insolvenzantrag gestellt hat, benötigt nach wie vor 80 000 Euro, um ein Insolvenzverfahren überhaupt eröffnen zu können sowie den Spielbetrieb bis Saisonende zu sichern.

"Bisher sind Gelder eingegangen, darüber sind wir im Verein sehr sehr dankbar. Allerdings reicht diese Summe nicht aus, um das Verfahren einzuleiten und dem Verein eine Zukunft zu ermöglichen", teilte Interimsvorsitzender Jörg Schmalfuß mit. Daher stehe der Verein unter extremem Zeitdruck. Der vom Insolvenzgericht bestellte Gutachter, Volker Böhm aus Nürnberg, hat eine sechswöchige Frist, den Insolvenzantrag zu prüfen.

"Wir wissen, dass es vielen Leuten schwer fällt, Vertrauen zu schenken. Dafür ist in den letzten Jahren zuviel Porzellan zerschlagen worden. Aber wir kämpfen, solange es eine reelle Möglichkeit gibt, den Verein zu retten. Und die gibt es", sagt Schmalfuß im Werben um potenzielle Geldgeber. Diese müssten seinen Angaben nach keine Angst haben, Geld in den Verein zu investieren, das dann möglicherweise wegen einer Insolvenz
doch verloren sei. "Wir haben ein Treuhandkonto eingerichtet, das von einem Rechtsanwalt verwaltet wird. Die Gelder werden jetzt nicht angerührt und nur dann verwendet, wenn es definitiv weitergeht. Somit verbrennen wir kein Geld. Sollte es keine Rettung geben, erhalten die Geldgeber ihr Geld zurück", erklärt Schmalfuß. Nach Rücksprache mit dem vom Gericht bestellten Gutachter sei diese Vorgehensweise "rechtlich korrekt". red