Mit einer deutlichen Niederlage im Gepäck haben die Jungs von Trainer Fabian Villmeter die Heimfahrt am Samstagabend aus Hanau antreten müssen. Mit 91:74 (51:32) gewannen die White Wings die Partie der Basketball-Liga ProA verdient, weil die Gäste aus Baunach eine Halbzeit lang brauchten, um ins Spiel zu finden.

Schlechte Nachrichten gab es bereits bei der Abfahrt ins Hessische zu vermelden. Mit Nico Wolf und Arnoldas Kulboka mussten die Baunach Young Pikes auf zwei Flügelspieler verzichten. Wolf hatte sich beim NBBL-Spiel in Nürnberg einen Muskelfaserriss zugezogen und wird den Baunachern mindestens zwei Wochen fehlen. Bei Kulboka steht eine genaue Diagnose noch aus. Auch er hatte sich beim NBBL-Spiel am Vorabend an der Wade verletzt. Ohne die beiden erwischten die Villmeter-Schützlinge trotzdem einen sehr guten Start und führten nach sieben Minuten mit 11:6. Dies lag aber nicht nur an der guten Verteidigungsleistung der Baunacher, sondern auch daran, dass die Gastgeber viele offene Würfe nicht versenken konnten. Dies änderte sich ab diesem Zeitpunkt. Vor allem der starke US-Amerikaner Kruize Pinkins und der Bundesliga-erfahrene Ruben Spoden brachten ihre Farben bis zum Ende des ersten Viertels mit 22:14 in Front.

Das Momentum des Spiels kippte nun vollständig, und als dann auch noch Eugene Harris seine Treffsicherheit von der Dreierlinie nach drei Fahrkarten gefunden hatte, setzte sich Hanau Punkt um Punkt ab. So wuchs der Rückstand für die jungen Baunacher bis zur Halbzeitpause auf 51:32 an. Teammanager Jörg Mausolf erklärte: "Es war ärgerlich, dass wir in dieser Phase physisch nicht dagegengehalten haben. Die Hanauer haben in der ersten Halbzeit neun Rebounds mehr geholt als wir. Wir dürfen uns hier nicht nur auf Leon Kratzer verlassen, der acht unserer zwölf Rebounds geholt hat. Erstaunlicherweise ging es in der zweiten Halbzeit deutlich besser. Besonders Daniel Keppeler steigerte sich hier deutlich und griff sich neun Rebounds. Diese Inkonstanz kostet uns bisher leider zu viele Siege. Das sollten wir schleunigst abstellen."

Nachdem der Baunacher Trainer Villmeter in der Halbzeitpause anscheinend die passenden Worte gefunden hatte, war der Gast in der zweiten Halbzeit ein mehr als ebenbürtiger Gegner. Die Baunacher dominierten nun den Rebound und auch im Angriff setzten sie sich immer besser auch unter dem Korb durch. Leon Kratzer und Daniel Keppeler konnten die guten Anspiele häufig auch per Dunking verwerten, so dass man nach 28 Minuten bis auf 50:60 herangekommen war. Es reichte aber nicht mehr, um das Spiel zu drehen.

Dafür waren die White Wings an diesem Tage ein zu guter Gegner. Trotz einer verkürzten Rotation wegen einiger verletzter Spieler spielten sie den Vorsprung routiniert nach Hause. Für die Young Pikes bleibt wieder einmal die Erkenntnis, dass man mit jedem Gegner der Liga mithalten kann. Allerdings fehlt dem jungen Team immer wieder in kurzen Momenten die Konstanz, um vor allem in fremden Hallen auch einmal den Sieg einzufahren.

Die Baunacher liegen nun mit vier Siegen und sieben Niederlagen in der ProA immer noch gut im Rennen und haben zwei Siege Vorsprung auf die Abstiegsplätze. Am nächsten Wochenende wartet erneut ein Auswärtsspiel auf die jungen Hechte, wenn sie beim Tabellenzweiten Kirchheim Knights antreten. Wieder einmal eine sehr gute Gelegenheit, gegen ein Topteam Erfahrungen zu sammeln und vielleicht endlich über 40 Minuten ein gutes Spiel abzuliefern. red
Hebeisen White Wings Hanau: Pinkins (25), Harris (21), Spoden (18), Albus (10), Jönke (10), von Fintel (7), Eichler / Baunach Young Pikes: Kratzer (20), Nikolic (19), Taras (12), Müller (11), Keppeler (8), Olinde (4), Edwardsson, Hoffmann, Fichtner / Zuschauer: 880