Es war eine bittere Pille, die die Keglerinnen des SKC Victoria Bamberg beim deutschen Vizemeister KC Schrezheim haben schlucken müssen. Nach einer Begegnung auf hohem Niveau gewann der Gastgeber verdient mit 5,5:2,5 Mannschaftspunkten (MP). Damit endete eine wohl unvergleichliche Siegesserie in der Bundesliga, die nahezu sechs Jahre andauerte. Das letzte Spiel verlor der Serienmeister im Dezember 2008 in Lorsch, als noch über 100 Wurf gespielt wurde. Über 120 Wurf hatte die Victoria noch keine Punkte abgegeben.
Mit 3446 Kegeln war das Bamberger Ergebnis gar nicht so schlecht, doch die heimstarken Schrezheimerinnen waren am Ende um 29 Holz besser. Beste Bambergerin war Sina Beißer mit 626 Kegeln. Mit Abstand folgten Ioana Vaidahazan (582) und Beata Wlodarczyk (583).
Ganz stark startete Saskia Barth, die gegen Vaidahazan mit 165 und 159 einen Traumstart hinlegte. Vaidahazan versagte mit 124 und 130 Holz. 254:324 bedeuteten schon 70 Kegel Rückstand und damit fast schon den K.O. für die Victoria. Vaidahazan bäumte sich energisch auf und legte ihrerseits mit 170 und 158 zwei super Durchgänge auf die Bahnen, die aber nur Ergebniskosmetik waren und zum 2:2 nach Satzpunkten (SP) reichten. Barth aber hatte mit 625:582 den MP geholt. Daneben lagen alle Hoffnungen auf Corinna Kastner, aber auch sie lag schnell mit 0:2 SP zurück, kegelte dabei zweimal 132 und ihre ehemalige Clubkameradin Simone Bader führte mit 14 Kegeln. Es folgten 138 und der Satzgewinn zum 1:2. Sechs Kegel musste Kastner nun mehr als Bader spielen, um den MP noch zu retten. Doch das misslang, weil sie im letzten Satz nur 36 abräumte und Bader ihr mit 144:138 den Satz auch noch entriss. Ihre sonstige Stärke, das Abräumen, war ihr mit 167 abhanden gekommen, und so musste auch sie den MP mit 1:3 Sätzen abgeben. Schrezheim führte mit 54 Kegeln.
Alles lief nicht perfekt, doch über den Kampf schaffte Dany Kicker in der Mittelgruppe die ersten drei Sätze. Ihre Gegnerin Schupp hatte sie im Griff, doch die schlug auf der letzten Bahn mit 164 Kegeln zurück und schaffte es damit auch, den Rückstand nach Kegeln (19) aufzuholen und das Gesamtergebnis auf 567 Kegel zu stellen. Kicker hatte 566. Sabrina Imbs legte sich gegen die Nationalspielerin Sissi Schneider mächtig ins Zeug und war auch in die Vollen mit 367:363 im Vorteil, aber Schneider räumte mit 204:182 die entscheidenden Zähler mehr und entschied das Derby mit 3:1 SP für sich. Imbs verkaufte sich nicht schlecht, muss aber ihre Ungeduld etwas zügeln und nicht so gut gelungene Würfe schneller abhaken. Durch die Unruhe im Spiel wird zu viel verschenkt. Obwohl der Gast zwischendurch einmal nur noch mit knapp 25 Kegeln zurücklag, waren es am Ende des zweiten Paarkreuzes 74 Kegel.
Die Bambergerinnen gaben noch nicht auf und kämpften furios. Wlodarczyk hatte Lutz schnell eine 2:0 Führung abgeluchst und bei Beißer stand es 1:1. Sie lag mit 291:296 zurück. Wlodarczyk machte mit 149 schnell den Sack zu und führte mit 3:0 SP. Daneben erwischte Beißer mit 171 einen Superlauf und ging mit 2:1 in Führung. Die Differenz betrug nur noch 24 Kegel. Das Schrezheimer "Schleifhäusle" tobte und puschte die KC-Damen nach vorne. Wlodarczyk legte noch 150 nach und siegte mit 4:0 SP und 583:538 Holz. Lutz hatte immer wieder Neuner eingestreut, die der Bambergerin nicht gelangen.
Dafür gab es zwischen Beißer und Sauter einen heißen Fight zu sehen. Sauter erwischte die letzte Bahn in toller Manier und konnte sich vor Neunern gar nicht mehr retten. Nach 113 in die Vollen hatte sie die gut dagegen haltende Beißer mit 98 im Griff, und so war vor dem letzten Abräumen der Rückstand wieder auf 32 Kegel angewachsen. Erneut waren es die Neuner von Sauter und Lutz, die die Entscheidung herbeiführten. Beißer (164) war überragende Bambergerin, Sauter (176 im letzten Satz) glich am Ende das Gesamtergebnis von Beißer (626) auch noch aus und somit wurde der letzte MP geteilt. Schrezheim war mit 29 Kegel ein glücklicher, aber verdienter Sieger.
Entscheidend für die Niederlage waren bei jeder Spielerin die ersten beiden Sätze, die nicht optimal gelangen. In diesen Phasen wurde zu wenig abgeräumt, und Schrezheim verschaffte sich da das Polster. 50 Kegel räumte der Gastgeber mehr, der Bamberger Vorteil (+21) in die Vollen reichte nicht, um die Niederlage abzuwenden.
KC Schrezheim - SKC Victoria Bamberg 5,5:2,5
(11:13 Satzpunkte, 3475:3446 Holz)
Barth - Vaidahazan 2:2 (625:582)
Bader - Kastner 3:1 (551:540)
Schupp - Kicker 1:3 (567:566)
Schneider - Imbs 3:1 (568:549)
Lutz - Wlodarczyk 0:4 (538:583)
Sauter - Beißer 2:2 (626:626)