ASV Hollfeld - ASV Neumarkt 2:2
Während die Oberpfälzer die feinere Klinge schwangen, hielten die Hollfelder in ihrer ersten Bayernligapartie überhaupt mit viel Leidenschaft dagegen und verdienten sich den Punkt, zumal die beiden Neumarkter absolut vermeidbar waren.
Die Partie begann ohne große Abtastphase. Ein Stellungsfehler von Alexander Fuchs in der 3. Min. begünstigte die erste Gästemöglichkeit. De Biasi setzte den volley abgefassten Ball jedoch gut drei Meter neben das Tor. In der 9. Min. die erste riesige Möglichkeit für den ASV Hollfeld. Jahrsdörfer lief nach schöner Vorarbeit alleine auf das Gästetor zu und setzte das Leder, von Torhüter Urai noch mit dem Fuß leicht abgefälscht, um Zentimeter am Tor vorbei. Nach 20 Minuten wurde es dann auch erstmals vor dem Hollfelder Tor gefährlich. Eine eher verunglückte Flanke von Koch landete zum Glück für Christoph Wächter am Querbalken.
Als sich alle eigentlich schon auf den Pausenpfiff einstellten, wurde den Hollfeldern kurz vor dem Pausenpfiff eine Unachtsamkeit zum Verhängnis. Eine scharfe Hereingabe von De Biasi, den Alexander Fuchs nicht energisch genug störte, wusste Sven Bauer im Zentrum zu nutzen, der gegen Patrick Gubitz den Überraschungseffekt auf seiner Seite hatte und vor dem ASV-Abwehrspieler mit der Fußspitze eindrückte.
Die Führung währte aber nicht lange. Gleich nach dem Wiederanpfiff nutzte Neuzugang Marco Dießenbacher, in Folge eines Freistoßes von Jochen Hollfelder, die Gunst der Sekunde und schob aus zwei Metern unbedrängt ein, als Urai den Ball nicht festhalten konnte. Eine Glanztat von Wächter nach einem schönen Distanzschuss verhinderte kurz darauf noch die erneute Führung, doch ein weiteres Geschenk der Hollfelder Hintermannschaft, praktisch aus dem Nichts, nutzte Koch zur abermaligen Führung. Die Hollfelder Deckung mit Alexander Fuchs und Johannes Wagner wirkte dabei kurzzeitig völlig desorientiert. Marco Dießenbacher nahm kurz darauf gedankenschnell eine zu kurz geratene Abwehraktion der Gäste auf und netzte aus zwölf Metern unhaltbar flach ein. Und zwei Zeigerumdrehungen später stellte der Neuzugang aus Burgkunstadt Urai ein weiters Mal auf die Probe, als er einen Hammer aus 24 m absetzte, den der Gästekeeper um den Pfosten lenkte. Danach zogen sich die Herrmannsdörfer-Schützlinge zurück, weil Neumarkt mehr Druck aufbaute. Wächter rückte in den Mittelpunkt, wirkte bei seinen Aktionen aber stets sicher.

FSV Erlangen-Bruck - DJK Don Bosco Bamberg 0:3
Verheißungsvoll haben die Fußballer der DJK Don Bosco Bamberg ein neues Kapitel der sportlichen Erfolgsgeschichte des Vereins aufgeschlagen. In ihrem ersten Bayernliga-Spiel überhaupt siegte die Mannschaft von Trainer Heiner Dumpert am Samstag klar mit 3:0 (2:0) beim etablierten Mittelfranken-Klub FSV Erlangen-Bruck. Die kräftige umgebaute Truppe des neuen FSV-Coaches Normann Wagner musste dagegen prompt eine deftige Bauchlandung gegen die Oberfranken verkraften.
Von Beginn an stellten die Gäste aus Wildensorg die agilere Mannschaft. Obwohl der FSV Erlangen-Bruck die erste Torchance hatte - Daniel Abraham zielte nach einer Ecke über das Tor -, machten die Bamberger meist den gefährlicheren Eindruck. "Wir wussten, dass wir auf eine eingespielte Mannschaft treffen", sagte FSV-Trainer Normann Wagner nach dem Spiel. Die Konter der Bamberger DJK-Fußballer waren schön anzusehen, obwohl die zwingenden Chancen zunächst fehlten. Trotzdem musste FSV-Torwart Stiegler in der 2. Min. sein ganzes Können aufbieten, um dem 16-m-Schuss von Tobias Reißner zu halten.
In der 14. Min. war aber auch er machtlos, als den Gästen der Führungstreffer gelang. Ein leichtfertiger Ballverlust der Brucker, ein schneller Einwurf, ein herrlicher Flankenlauf von Johannes Jessen mit anschließender Maßflanke machten es Tobias Reißner dann leicht, den Ball aus kurzer Distanz über die Linie zu drücken.
Der FSV Erlangen-Bruck bewies aber Moral und versuchte weiter nach vorne zu spielen. In der 22. Min. hätte es auch 1:1 stehen können, wenn der Schiedsrichter und sein Team besser hingeschaut hätten. Der Freistoß von Adrian Mahr klatschte von der Querlatte hinter die Linie und hätte vielleicht als Tor anerkannt werden müssen.
Auch in der Folgezeit hatten zunächst die Brucker gute Chancen. Wiesenmeyer schlenzte einen Ball sehenswert auf das Bamberger Tor, aber der Torhüter der Gäste fischte den Ball aus dem Tordreieck. Ins Schwarze aber trafen dann doch die Gäste. Sieben Minuten vor der Pause war wiederum Reißner alleine vor dem Torwart und schob den Ball nach einem Fehler in der Brucker Hintermannschaft ins Tor.
Das Spiel war zu diesem Zeitpunkt eigentlich entschieden, denn in der zweiten Halbzeit bewiesen die Bamberger auch, dass sie zu hervorragender Abwehrarbeit fähig sind. Das Team von Heiner Dumpert stand clever und sehr tief in der eigenen Hälfte. Die aufopferungsvoll kämpfenden Brucker gaben nicht auf, konnten sich aber nur wenige Torchancen herausarbeiten.
Insgesamt spielte Bruck jetzt engagierter, vor allem Hakim Graine und der zur Pause eingewechselte Alexander Piller erwiesen sich als Aktivposten im Spiel der Mittelfranken. Die auf Konter lauernden Gäste hätten nach einer Stunde auf 3:0 erhöhen können, aber FSV-Torwart Stiegler blieb der klare Sieger gegen den zweifachen Torschützen Reißner.
Zwei Minuten vor Spielende gelang den Gästen durch Roland Krupf aber doch noch der dritte Treffer. Insgesamt gewann die DJK Don Bosco Bamberg das Spiel aufgrund der besseren spielerischen Leistung verdient. Der FSV Erlangen-Bruck zeigte gute Ansätze, wird in der neuen Bayernliga Nord aber vielleicht noch einiges Lehrgeld bezahlen müssen.

FC Sand - SV Memmelsdorf 2:2
Auf den Spuren des FC Eintracht Bamberg 2010: Wie der Regionalligist unlängst im Pokal führte und dann im Elfmeterschießen ausschied, so lagen auch die Fußballer des SV Memmelsdorf am Samstag im Seestadion beim FC Sand mit 2:0 vorn. Allerdings stand am Ende der Auftaktpartie in der neuen Bayernliga Nord keine Niederlage, sondern ein vom Ergebnis her respektables 2:2 (0:0).
Vor rund 450 Zuschauern Seestadion ließen beide Mannschaften frühzeitig erkennen, mit welcher Taktik sie zu ersten Bayernliga-Punkten kommen wollten. Während sich der FC Sand dank vieler Ballkontakte ein optisches Übergewicht im Mittelfeld zulegte, spielte der SV Memmelsdorf aus einer sehr kontrollierten Defensive heraus und versuchte sein Glück mit schnellen Gegenangriffen. So mussten die Sander Andre Karmann und Stefan Nöthling bereits in der 7. Min. in höchster Not im Strafraum Philipp Grasser vom Ball trennen.
"Man hat gesehen, dass in der Frühphase der Saison einige Mechanismen noch nicht greifen. Sonst hätten wir alle drei Punkte mitnehmen können", sagte der Gästetrainer Mario Zukolo. Auch beim FC Sand war noch Sand im Getriebe, denn während Daniel Rinbergas, Florian Gundelsheimer, Andre Karmann und Maximilian Göbhardt sich in guter Form zeigten, werden sich andere Sander Spieler noch steigern müssen. Göbhardt bot sich in der 15. Min. nach einem Freistoß eine gute Kopfballchance, doch SVM-Torwart Kundmüller parierte. Vier Minuten später rettete FC-Schlussmann Stefan Klemm gegen Stefan Menz, der einen Sander Abspielfehler fast zum 0:1 genutzt hätte.
Auch wenn es nur wenig brisante Strafraumszenen gab, blieb das von beiden Seiten schnell geführte Spiel interessant und abwechslungsreich. Die Sander Dinis Ribeiro (32.) und Bernd Pankratz (35.) kamen zum Abschluss, aber nicht zum Erfolg. Auf der Gegenseite schoss Menz knapp über die Querlatte (41.).

Doppelschlag des SVM


Tore gab es erst im zweiten Durchgang zu sehen, und jubeln durfte zunächst der SV Memmelsdorf. In der 52. Min. schoss Schneider freistehend flach zum 0:1 ein, wobei der Ball vom Innenpfosten über die Linie ging. Fast eine Kopie war zwei Minuten später das 0:2. Menz traf erneut den Sander Torpfosten, den Abpraller bugsierte Grasser über die Linie.
Nach diesen ominösen zwei Minuten schien der FC Sand geschlagen, zumal Großmann in der 61. Min. den dritten Gästetreffer auf dem Fuß hatte. Doch die Sander, allen voran der ins Mittelfeld vorgezogene Daniel Rinbergas sowie "Maxi" Göbhardt, kämpften sich zurück. Nachdem Dinis Ribeiro und Dominik Barth an Kundmüller gescheitert waren, stellte Daniel Rinbergas nach einem Zuspiel von Florian Gundelsheimer mit einem herrlichen 20-m-Schuss in der 66. Min. den 1:2-Anschlusstreffer her. Was folgte, war ein einziger Sturmlauf der Gastgeber, die die Abwehr des SV Memmelsdorf nun gehörig ins Schwimmen brachten. Doch der Kopfball von Rinbergas (67.) wurde ebenso abgewehrt wie die Schüsse von Ribeiro (68.) und Barth (70.). Erst als Florian Gundelsheimer in der 80. Min. eine gut getimte Flanke aus dem Halbfeld heraus auf Maximilian Göbhardt zirkelte, war durch dessen Kopfballverlängerung das 2:2 fällig.

Noch Chancen zum Sieg


In der Schlussphase hatte der nun stürmisch nach vorne spielende FC Sand sogar noch Möglichkeiten, auch noch den Siegtreffer anzubringen. Göbhardt, Ribeiro, Götz und Rinbergas versuchten es mit satten Schüssen, doch Kundmüller ließ sich nicht mehr bezwingen. Und als kurz vor dem Abpfiff Dinis Ribeiro in aussichtsreicher Position im Gästestrafraum umgerissen wurde, blieb der Pfiff der ansonsten sehr guten Schiedsrichterin Franziska Haider (Roth) aus.
Der Sander Trainer Erwin Albert meinte: "In der ersten Halbzeit war die Begegnung ziemlich ausgeglichen. Weil wir die Räume nicht eng machten, gerieten wir nach der Pause innerhalb von zwei Minuten mit 0:2 in Rückstand. In der letzten halben Stunde hat sich unsere Mannschaft aber hervorragend zurück ins Spiel gekämpft. Obwohl wir stets auf die schnellen Gästeangreifer achten mussten, hatten wir außer unseren beiden Toren noch mehrere sehr gute Möglichkeiten. Letzten Endes ist das 2:2 nach einem 0:2-Rückstand aber doch noch ein zufrieden stellendes Ergebnis." Sei Memmelsdorfer Kollege Zukolo erklärte: "Wir hatten schon in der ersten Halbzeit Chancen zur Führung. Nach unserem schnellen 2:0 nach der Pause hätten wir den Sieg eigentlich mit nach Hause nehmen müssen. Nach dem 1:2 der Sander sind wir jedoch nochmals ins Schwimmen geraten. Aber besser ein Punkt als gar keiner."

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