Auch wenn der SV Wacker Burghausen seine ersten vier Spiele genau wie der TC Bamberg nicht gewonnen hatte, so waren die Ergebnisse gegen die spielstarken Mannschaften in der Tennis-Regionalliga doch deutlich besser als die der TCBler. Und so waren die Oberbayern klarer Favorit in einem Spiel, bei dem die Vorentscheidung über einen Abstieg in die Bayernliga fallen konnte.

Der an Position 6 spielende Moritz Starke entschied den ersten Satz bereits nach 20 Minuten für sich. Auch im zweiten Durchgang ließ er keinen Zweifel daran aufkommen, dass er den langersehnten ersten Matchpoint für sein Team erringen wollte. 6:2, 6:4 hieß es gegen Bernhard Otter, der als Trainer in Burghausen arbeitet.

Die Hitze wirkt sich aus

Vielversprechend verlief auch der erste Satz bei Macel Strickroth. Sein Gegner hatte seinem druckvollen und variantenreichen Spiel nicht viel entgegenzusetzen (2:6). Zu Beginn des zweiten Satzes kam Falk Grohmann aber immer besser ins Spiel und nahm dem Bamberger gleich dessen Aufschlag ab. Die Ballwechsel wurden jetzt immer länger, beim 5:2 für den Burghausener sah es stark nach einer Entscheidung im Match-Tiebreak aus. Doch dann forderte die Hitze bei ihm ganz offensichtlich ihren Tribut und die Nr. 4 des TCB nutzte dies konsequent aus. Gleich zweimal landete er ein Break und entschied das Match mit 7:5 für sich. Stefan Göllners italienischer Gegner Thomas Holzer, der im letzten Jahr noch im Finale eines ITF-Turniers stand, erwies sich als zu stark. Nach dem 1:6, 2:6 stand es 2:1 für den TCB.

Der 16-jährige Patrick Schmitt hatte es nun mit dem erfahrenen ATP-Veteranen Armin Sandbichler zu tun. Der Österreicher hatte das Spiel jederzeit unter Kontrolle (6:0, 6:2). Richtig spannend wurde es an Position 5, wo es Erik Witzlinger mit Oskar Männer zu tun hatte. Die ersten beiden Sätze verliefen aus Sicht des Bambergers mit 3:6 und 6:1 jeweils recht eindeutig. Im Match-Tiebreak lag Witzlinger mit 2:7 beinahe aussichtslos zurück und beim 6:9 hatte sein Kontrahent drei Matchbälle. Nervenstark und mit einer gehörigen Portion Frechheit - er spielte in dieser Situation gleich zweimal einen Stop - durchbrach der Bamberger den guten Lauf seines Rivalen und verbuchte nach seinem 11:9 den dritten Matchpunkt.

Aus-Ruf zerstört das Spiel

Ebenfalls im Match-Tiebreak hatte Andi Tattermusch, die Nr. 1 des TCB, die Chance, für die Doppel eine hervorragende Ausgangsposition zu schaffen. Nachdem die Partie mit 2:6, 6:3 gegen den Österreicher Johannes Ager, der in der letzten Saison noch in der Bundesliga aufgeschlagen hatte, ausgeglichen verlief, brachte eine Schiedsrichterentscheidung den Bamberger auf die Verliererstraße. Ein Aufschlagwinner von Tattermusch musste beim Spielstand von 7:8 wiederholt werden, weil ein Aus-Ruf der Schiedsrichterin den Ballwechsel unterbrochen hatte. Statt 8:8 stand es nach der Wiederholung dann 7:9 und auch der anschließende Punktgewinn konnte das Endergebnis von 8:10 nicht mehr verhindern.

Die Burghausener setzten nun klar auf ihr erstes Doppel mit ihren Spielern 1 und 2 der Meldeliste. Doch so klar wie erwartet war das 6:4 und 6:2 gegen Göllner/Schmitt nicht. Sehr schnell zu Ende war das zweite Doppel, in dem Tattermusch/Strickroth mit 6:1, 6:3 der Doppelpaarung Männer/Otter deutlich überlegen war. Zu einem Krimi entwickelte sich das dritte Doppel. Der erste Satz verlief bis zum 5:5 komplett ausgeglichen. Ein Break genügte dem Burghausener Doppel Sandbichler/Remböck, um den ersten Satz für sich zu entscheiden.

Starke nimmt Heft in die Hand

Im zweiten Satz konnten sich Witzlinger/Starke aber in gleicher Form revanchieren und gewannen nach ihrem Break zum 5:4 den Satz mit 6:4. Im Match-Tiebreak nahm Moritz Starke das Heft in die Hand. Immer wieder ging er am Netz entscheidend in die Bälle der Gegner hinein und schnell hieß es 9:3. Zwei Matchbälle konnten sie nicht verwandeln, aber dann gelang der erlösende Punkt zum 10:5 und der kaum für möglich gehaltene erste Sieg des TC Bamberg in der Regionalliga.

Tags darauf waren die Bamberger beim TC Amberg am Schanzl zu Gast, einem der drei punktgleich führenden Clubs in der Tabelle. Mit dem Sieg des Vortages im Rücken ging man gestärkt in die Matches. Aber nur Erik Witzlinger konnte einen Sieg für sich verbuchen. Wiederum im Match-Tiebreak und knapp mit 10:8 sicherte er sich und dem TC Bamberg einen Matchpunkt. Ebenfalls knapp verlor Patrick Schmitt an Position 3 sein Einzel gegen den mit ATP-Ranking ausgestatteten Sebastian Wagner nach gewonnenem ersten Satz erst im Match-Tiebreak mit 7:10. Erneut brachte eine strittige Schiedsrichterentscheidung den Bamberger auf die Verliererstraße.

Amberger bieten Profis auf

An Position 1 und 2 hatten die Amberger ihre Tennisprofis Jan Hajek (ATP 460) und Thomas Brunner (ATP 458) aufgeboten. Sowohl Andi Tattermusch als auch Stefan Göllner wehrten sich nach Kräften, mussten die Überlegenheit ihrer Gegner aber mit Ergebnissen von 4:6, 3:6 und 4:6, 2:6 anerkennen. Moritz Starke hatte nach dem kräfteraubenden Doppel des Vortages seinem tschechischen Gegner nur wenig entgegenzusetzen. 2:6, 1:6 hieß es am Ende.
Bei den Doppeln kam Christian Struckmeier erstmals in dieser Saison zum Einsatz. Zusammen mit Marcel Strickroth bestritt er das dritte Doppel gegen die Paarung Vögeli/Vogel. Mit viel Selbstbewusstsein ausgestattet, gelang es ihm, beide Sätze lange ausgeglichen zu gestalten, ein Sieg war ihm aber ebenso wenig vergönnt wie den beiden anderen Bamberger Doppeln. Das Gesamtergebnis von 1:8 spiegelt - wie auch schon bei den ersten vier Begegnungen - nicht wirklich den Verlauf der Spiele wider.
An diesem Samstag ab 11 Uhr kommt es jetzt auf der Tennisanlage im Hain zum ultimativen Spiel um den Klassenerhalt gegen den Freiberger HTC. Die Mannschaft hat bisher kein Spiel und auch kein Match gewinnen können. Ein Sieg des TC Bamberg würde die Möglichkeit schaffen, auch die nächste Saison in der Regionalliga anzutreten. Doch so einfach wie die Papierform es erscheinen lässt, wird die Begegnung nicht zu gewinnen sein. Die Spieler des TCB hoffen deshalb auf viel Unterstützung durch das heimische Publikum. In Erwartung vieler Fans werden die Topspiele auf dem Centercourt ausgetragen.