Trainer Juri Mühlstein hatte fast seinen kompletten Spielerkader zur Verfügung, lediglich Zuspieler Martin Hüsener musste berufsbedingt passen. Ebenfalls wieder mit an Bord war Jochen Neumerkel. Kapitän Stefan Maier und seine Mitstreiter fanden in aufgeheizter Atmosphäre nicht in ihren Rhythmus, sodass Coach Mühlstein bereits beim 7:10 die erste Auszeit nahm.

Um die Annahme zu stabilisieren, kam Neumerkel für Beger. Doch auch dieser Wechsel brachte nicht die erhoffte Wende. Starke Angaben von Heiko Wenzel brachten den TSV auf die Siegerstraße (19:25). Mit der gleichen Aufstellung schickte Trainer Mühlstein seine Truppe in den zweiten Durchgang. Angefeuert von 110 Zuschauern in der Seehofhalle spielte sich der SCM nun in einen Rausch. Geburtstagskind Stefan Kolb wusste mit überlegten Angriffen zu überzeugen.

Beim Stand von 12:6 bewies auch Mühlstein ein glückliches Händchen mit der Einwechslung von Markus Neufeld. Gleich zwei hervorragende Abwehraktionen des Angriffshünen innerhalb eines Ballwechsels brachten die Gegner zur Verzweiflung. Mit 25:15 ging der Satz an den SCM. Über 5:1, 15:5 und 25:10 wurden die Neunkirchner im dritten Durchgang förmlich überrollt. Sämtliche Elemente des Volleyballspiels klappten nahezu fehlerfrei.

Angetrieben von den euphorischen Fans erspielten sich die Memmelsdorfer einen 3:0-Vorsprung im vierten Satz. Doch abermals gute Aufschläge von Wenzel sorgten für einen Bruch im Memmelsdorfer Spiel. Beim 24:20 vergaben die Gastgeber drei Matchbälle in Folge, inklusive eines Fehlaufschlags von Pechvogel Kolb. Doch mit einer grandiosen Abwehr Neumerkels konnte der letzte Angriff des TSV vereitelt werden, und die Angriffsriege des SCM punktete zum 25:23-Satzerfolg.

Co-Trainerin Heike Hölzlein sagte: "Wir wussten, dass wir Neunkirchen nicht unterschätzen durften. Aber irgendwie haben wir den ersten Satz komplett verpennt und dann im letzten Satz wieder alles unnötig spannend gemacht." Der Ex-Memmelsdorfer Wenzel: "Im ersten Satz hatte ich gedacht, dass wir heute hier was reißen können. Aber dann haben meine alten Jungs halt doch gezeigt, wer der Herr im Hause ist. Glückwunsch! War schön, wieder hier gewesen zu sein." Elf Zähler hat der SCM auf der Habenseite und kann mit einem komfortablen Vorsprung auf die Abstiegsränge in die Weihnachtspause gehen.

SC Memmelsdorf: Beger, Breuninger, Jacob, Kolb, Maier, Neufeld, Neumerkel, Schmelzer, Seidel, M. Werner, T. Werner