Deutlich hinter den eigenen Erwartungen sind die Fußballer des SV Pettstadt bis zur Winterpause in der Landesliga Nordost zurückgeblieben. Während vor gut sechs Monaten die Sonne eitel über der Hammerstatt stand, verdichteten sich die grauen Wolken im Laufe der bisherigen Saison 2013/14 immer mehr.
Der größte Erfolg der 85-jährigen Vereinsgeschichte mit dem zweiten Platz in der Landesliga Nordwest und den folgenden Relegationsspielen um den Aufstieg in die Bayernliga wurde schnell Vergangenheit. Auf Platz 12 sieht sich der SVP nach einer mäßigen, teils schwachen Vorrunde. Neun Niederlagen in nur 20 Partien ließen das einstige Flaggschiff, wenn auch in einer neuen Liga, heftig straucheln. In der Vorsaison musste der SV Pettstadt insgesamt nur acht hinnehmen. Abteilungsleiter Reiner Meth redet erst gar nicht um den heißen Brei herum: "Mit dem Saisonverlauf sind wir gar nicht zufrieden. Diese Mannschaft kann deutlich mehr leisten."
Bei seiner Ursachenforschung wurmt ihn erst einmal die nicht nachvollziehbare Umgruppierung in die Nordwestgruppe. "Unser Einspruch war für die Katz und hat uns nur 220 Euro gekostet." Darüber hinaus schätzt er die Nordost-Gruppe leistungsstärker ein. "Wir brauchten stets eine gute Leistung und eine starke Mannschaft, um mitzuhalten." Eine elend lange Verletztenliste ließ so manches Vorhaben oftmals im Keim ersticken. Vier Langzeitausfälle aus der letzten Saison konnten überhaupt noch nicht eingreifen. Mit Jochen Kutzelmann ging frühzeitig das Herzstück des Teams von Bord. Der Kapitän zog sich in der Vorbereitungsphase einen Kreuzbandriss zu und fehlte an allen Ecken und Enden. "Das ist die allergrößte Hypothek für unser Team", führt Trainer Manni Schmitt das Fehlen seines strategisch wichtigsten Akteurs an.
Der Coach musste aber weitere harte Nackenschläge wegstecken. Christian Baier und David Friedrich standen berufsbedingt wegen längeren überraschenden Auslandsaufenthalten viele Wochen nicht zur Verfügung und dezimierten den Kader. "Diese Ausfälle wurden zum Bumerang, da den anderen weniger Pausen gegönnt werden konnten." Neue Verletzungen mit längeren Heilungsperioden für wichtige Akteure wie Sebastian Thomann, Markus Schnitzer und Torjäger Mario Meth komplettierten das Dilemma und sorgten somit für eine Fortsetzung der Abwärtsspirale.
Infolgedessen litt auch die Kameradschaft im Pettstadter Team, die in der Saison zuvor noch der vielleicht größte Trumpf war. "Wir konnten nie an diesen begeisternden Umgang untereinander anknüpfen", beschreibt Manni Schmitt die emotionale Seite. "Es war eine der schwierigsten Phasen in meiner langen Zeit als Trainer. Es knisterte ständig, und ich verpasste den Zeitpunkt, so manchen Querkopf in die Schranken zu weisen." Allerdings hatte der selbstkritische Coach in Anbetracht der zahlreichen Verletzungen nur einen sehr geringen Handlungsspielraum.
Geärgert hat auch er sich über die Ligeneinteilung durch den Bayerischen Fußball-Verband (BFV). "Wir sind mit Strullendorf das Bauernopfer. Im Nordosten herrscht gerade mit den mittelfränkischen Vereinen ein fast schon katastrophaler Umgang unter den Mannschaften. Hier sind Dinge passiert, die ich mich gar nicht anzusprechen traue, so dreist waren sie." Der Übungsleiter hatte schon fast die Lust am Fußball verloren, "weil vieles unter die Gürtellinie ging. Aber in sportlicher Hinsicht sind wir selber schuld. Ich werde mit dem zur Verfügung stehenden Kader versuchen, alles in die Waagschale zu werfen, damit wir in der Liga bleiben", gibt er sich schon wieder gewohnt kämpferisch. Meine Spieler müssen bereit sein, mir zu folgen, und deutlich mehr aufwenden als bisher."
Fehlen werden ihm definitiv Josef Lorber, der sich abgemeldet, und Dominik Schütz, der sich dem Nordwest-Landesligisten DJK Don Bosco Bamberg angeschlossen hat. "Es wird dünn und schwierig für uns. Aber vielleicht schweißt uns dieser Umstand wieder richtig zusammen", so Schmitts vorsichtiger Optimismus.