Das war knapp - die Bamberger behielten nach hartem Kampf hauchdünn mit 85:84 (42:51) die Oberhand gegen die Eisbären Bremerhaven und verteidigten im letzten Hauptrunden-Heimspiel den zweiten Platz vor den Münchner Bayern. Um die beiden Punkte einzusammeln, bedurfte es aber einer Energieleistung in der zweiten Halbzeit, nachdem der Meister zwischenzeitlich bereits mit zwölf Punkten gegen ein frech aufspielendes Eisbären-Team in Rückstand gelegen hatte.
Andrea Trinchieri konnte bis auf den verletzten Kapitän Elias Harris (Knie) aus dem Vollen schöpfen und schonte auf Grund der 6+6-Regel in der Bundesliga seine Ausländer Fabien Causeur, Janis Strelnieks und Vladimir Veremeenko für das letzte Hauptrunden-Spiel am Montag (15.30 Uhr) bei Science City Jena.
Zu Beginn deutete alles auf eine klare Angelegenheit für die Hausherren hin: Mit guter Verteidigung und flüssiger Offensive schossen Jerel Mc Neal, Darius Miller und Nicolo Melli eine 7:0-Führung heraus. Doch dann folgte der Schock: Nikos Zisis lag verletzt am Boden und humpelte wenig später, gestützt von Mannschaftsarzt Andreas Först, mit einer Knöchelverletzung in die Kabine. Die Eisbären nutzten die Verunsicherung beim Gastgeber und drehten auf. Vor allem Quincy Diggs heizte dem Meister kräftig ein und sorgte mit elf Punkten in den ersten sechseinhalb Minuten dafür, dass die Machowski-Schützlinge ausglichen (15:15) und am Ende des ersten Viertels dank ihrer Treffsicherheit (75 Prozent aus dem Feld) bis auf 27:20 davonzogen.
Harper Kamp machte dann nach zwölf Minuten gegen die nachlässige Brose-Defensive die erste zweistellige Führung perfekt (32:22). Maodo Lo, Leon Radosevic und Ali Nikolic wendeten zwar mit einem 16:5-Lauf zur 38:37-Führung das Blatt. Doch dann folgte die Dreier-Show von Jordan Hulls: Bremerhavens Spielmacher traf in zwei Minuten viermal aus der Distanz und war so maßgeblich für den 51:42-Vorsprung des Außenseiters zur Pause verantwortlich. 68 Prozent ihrer Würfe aus dem Feld hatten Diggs, Hulls und Kamp in den ersten 20 Minuten getroffen.
Karvel Anderson traf nach dem Seitenwechsel die Dreier 8 und 9 für die Gäste und sorgte für einen 58:46-Vorsprung. Und an diesem Zwölf-Punkte-Rückstand änderte sich in der Folgezeit wenig, denn das Brose-Team agierte im Passspiel und in der Defensive schlampig. Nach einem Miller-Block und sechs Heckmann-Punkten wurde es dann richtig laut in der Frankenhölle. Der Youngster hatte sein Team bis auf 58:64 heran geschossen. Und die Aufholjagd ging trotz einiger Ballverluste weiter. Vor dem Schlussviertel waren die Hausherren nur noch mit 64:67 hinten.
Und das ständige Auf und Ab ging auch im letzte Durchgang weiter: Bamberg glich zwei Mal aus (67:67, 72:72) und ging trotz etlicher Miller-Fehlwürfe durch Daniel Theis sogar mit 74:72 in Front, doch die Eisbären kämpften verbisssen weiter (79:82). "Auf geht's Bamberg, kämpfen und siegen", forderten die Fans. Vor allem McNeal flog jedem Ball hinterher, und 16,3 Sekunden vor Schluss sorgte Radosevic von der Freiwurflinie für die 85:84-Führung. Kurz darauf war die Erleichterung groß, nachdem Andersons Dreier sein Ziel verfehlte und Melli mit der Schlusssirene den Rebound einsammelte.


Die Statistik

Brose Bamberg -
Eisbären Bremerhaven 85:84

(20:27, 22:24, 22:16, 21:17)
Bamberg Miller (16 Punkte/2 Dreier), Nikolic (16/2), McNeal (10), Radosevic (10), Theis (10), Lo (10/2), Heckmann (8/1), Melli (5), Kratzer, Olinde, Zisis, Staiger
Bremerhaven Diggs (20/2), Hulls (14/4), Kamp (13/1), Anderson (10/2), Elliot (9/1), Austin (6), Wendt (6/1), Bleck (2), Brembly (2), Breitlauch (2), Aleksandrov