Die Silbermedaillen haben sich die Damen und Herren des SKC Victoria Bamberg beim Finale der Champions League im slowenischen Celje gesichert. In einem an Spannung kaum zu überbietenden Finale unterlagen die Bamberger Keglerinnen dem gastgebenden Favoriten KK Lanteks Celje mit 3:5 Mannschaftspunkten (MP) und 3397:3423 Holz bei 10:14 Satzpunkten (SP). Die Männer mussten sich dem Titelverteidiger Zeleziarne Podbrezova mit 2:6 MP, 3610:3651 Kegeln und 8,5:15,5 SP ebenfalls geschlagen geben. Tags zuvor hatte sich die Victoria in den Halbfinals gegen Ploiesti (Frauen) und Zerbst (Männer) durchgesetzt.


Zuschauer treiben Celje zum Sieg



Zu Beginn des Finales gegen den Favoriten aus Celje lief alles nach Plan, als Kovacsne-Grampsch ihr Duell mit 555:566 bei Satz-Gleichstand gewann und Beisser gegen Rada Savic mit 584:608 ebenfalls bei 2:2 Sätzen die Nase vorne hatte. Lediglich Kicker musste sich bei Satzgleichheit mit 547:558 geschlagen geben. Bamberg führte mit 2:1 MP und 24 Kegel. Nun sollten Vaidahazen, Bader und Wlodarczyk den Erfolg perfekt machen. Celje setzte auf Strelec, Nada Savic und Sajko. Als die drei Sloweninnen den ersten Satz gewonnen und den Rückstand auf 6 Kegel verkürzt hatten, verwandelten die heimischen Fans die Kegelarena in ein Tollhaus. Der Funke sprang über, Strelec und Savic gewannen auch den zweiten Durchgang und so wurde es immer spannender, obwohl Wlodarczyk ausgleichen konnte.

Sie spielte stark weiter und gewann gegen Sajko auch den dritten Satz. Sie führte mit 2:1, hatte 33 Kegel Vorsprung und der Punkt war so gut wie sicher. Auf den Nebenbahnen spitze sich die Lage zu, da auch Bader für Bamberg punktete und auf 2:1 verkürzte. Strelec hingegen machte kurzen Prozess, holte sich den dritten Satz und lag uneinholbar mit 3:0 vorne. Die Bambergerinnen mussten jetzt "nur" ihren Holz-Vorsprung verteidigen, um als Sieger von der Bahn zu gehen. Die Victoria führte mit mageren fünf Kegeln. Celje witterte die Chance und unter den Anfeuerungsrufen der Fans lag der Gastgeber nach den Vollen mit 23 Kegeln vorne. Die drei Bambergerinnen kämpften verbissen, konnten aber die nun sicher agierenden Sloweninnen nicht mehr gefährden. Obwohl Wlodarczyk und Bader im Abräumen aufholten, hatte der SKC keine Chance mehr, da Vaidahazan gegen Strelec auf verlorenem Posten stand. Am Ende stand eine vermeidbare Niederlage, da man vor allem in die Vollen zu schlecht spielte und allein in diesem Teilbereich entscheidende 99 Kegel weniger erzielte.


Podbrezova wankt, fällt aber nicht



"Wir waren heute nah dran und haben gezeigt was wir können, deshalb bin ich mit den Leistungen unserer Mannschaft und Platz 2 sehr zufrieden. Gerade das engagierte Auftreten unser beiden Youngster auf internationaler Ebene freut mich besonders", bilanzierte der zufriedene Bamberger Kapitän Carsten Heisler nach dem verlorenem Herren-Finale gegen Podbrezova. Podbrezova brachte wie erwartet Zavarko, Cech und Tomka im Starttrio. Bamberg vertraute auf Jelinek, Lupu und Pansa. "Hier wollten wir, wenn möglich, ein oder zwei Duelle gewinnen", sagte Trainer Würsching. Aber es kam nicht wie erhofft. Lupu konnte seine Halbfinalleistung gegen Zerbst nicht wiederholen, hatte unerwartet gegen Cech keine Chance und verlor mit 0:4 SP und 590:649 Holz.

Jelinek lag zwar schnell mit 0:1 hinten, glich aber gegen Zavarko aus. Als Jelinek in einem hochklassigen Duell mit 2:1 in Führung ging, wurden Podbrezovas Fans ruhig. Zavarko merkte man eine leichte Unsicherheit an, da Jelinek voll dagegenhielt. Erst der letzte Anwurf von Jelinek brachte die Entscheidung zu Gunsten von Zavarko, als der Bamberger nur eine Drei spielte: 2:2 SP, 624:605 für Zavarko und somit MP für Podbrezova. "Mit einem Achter oder Neuner wäre alles möglich gewesen, da der Druck bei Vilmos gelegen hätte. Aber es hat nicht sollen sein", erklärte ein etwas enttäuschter Miroslav Jelinek nach seinem tollen Duell mit dem Einzelweltmeister. Inzwischen spitzte sich auch das Duell Tomka - Pansa zu. Die Entscheidung fiel erst, als Tomka abräumte und Pansa nur eine Mitte anspielte und so nicht mehr ins volle Bild kam. Pansa unterlag mit 1:3. Nach dem Starttrio führte der slowakische Meister und Titelverteidiger mit 3:0 MP, 9:3 SP und 75 Kegel.

Bamberg wollte mit Weiß, Heisler und Wagner die Begegnung drehen. Auf der Gegenseite kamen Foltin, Kyselica und Calic zum Einsatz. Weiß startete mit 154 Holz, denen Foltin mit 130 nicht folgen konnte. Satz 2 ging knapp mit 151:150 an Foltin. Bei Heisler stand es ebenfalls 1:1. Wagner musste ebenfalls den ersten Satz abgeben, da Calic drei Neuner in Serie spielte und so den Satz drehte. Auch der nächste Satz ging verloren. Podbrezova musste nun nur noch den Vorsprung von 64 Kegeln halten, um zu siegen. Weiß und Heisler holten nun Holz um Holz auf, während das Duell Calic - Wagner spitz auf Knopf stand. Der Vorsprung schmolz auf 14 Kegel zusammen und nur noch Calic und Wagner spielten im dritten Satz. Wieder brachten das Abräumen und die "Naturneuner" die Entscheidung für Calic. Nun war die Niederlage für Bamberg amtlich und Podbrezova wechselte und dem Jubel ihrer Fans zweimal aus. Im letzten Satz siegte wiederum Calic und fertigte Wagner mit 4:0 ab. Heisler gewann, siegte mit 3:1 und zeigte mit 627 eine tolle Vorstellung. Weiß spielte zum Schluss unentschieden und siegte ebenfalls mit 3,5:0,5 SP.

"Die Männermannschaft hat zwei gute Spiele auf die Bahnen gelegt und gezeigt, was sie im Stande ist zu leisten. Im Halbfinale hatten wir das Glück auf unserer Seite und konnten so Zerbst besiegen. Im Finale war Podbrezova stärker, aber unsere Jungs haben toll dagegengehalten und guten Kegelsport geboten. Insgesamt können wir mit den beiden Silbermedaillen zufrieden sein, obwohl bei den Frauen der Titel drin gewesen wäre", fasste Betreuer Markus Habermeyer zusammen.


Werbung für den Kegelsport



Das Halbfinale der Kegler-Champions League in Celje: Die Frauen des SKC Victoria Bamberg siegten deutlich über Petrulul Ploiesti aus Rumänien und der Vergleich zwischen dem deutschen Meister SKV RW Zerbst und dem siegreichen "Vize" aus Bamberg war eine Werbung für den Kegelsport.

Favorit waren die Bambergerinnen im Halbfinale gegen die Rumäninnen. Vom Start weg war die Victoria überlegen, Kovacsne-Grampsch (582) und Vaidahazan (617) sorgten für das 2:0 nach Mannschaftspunkten (MP). Beide siegten jeweils mit 4:0 Satzpunkten (SP). Kicker und Beisser sorgten für die Vorentscheidung und der Finaleinzug war perfekt. Kicker (593) siegte mit 3:1 und Beisser (590) mit 4:0. Somit hatte Bamberg bereits vier Mannschaftspunkte und ein Satzverhältnis von 15:1. Uneinholbar lag der SKC in Front, als Dobesova und Bader das Spiel aufnahmen. Dobesova sammelte nach ihrer Verletzung Spielpraxis und machte beim Stand von 1:1 nach 60 Kugel für Wlodarczyk platz. Diese konnte beide Sätze für sich verbuchen und den fünften MP einfahren. Für Bader, die mit 0:2 in Rückstand lag, kam Fritzmann, die stark begann und auf 1:2 verkürzte. Den letzten Satz musste sie abgeben, was den Ehrenpunkt für Ploiesti bedeutete.

Das deutsch-deutsche Herren-Halbfinale zwischen den Bundesliga-Rivalen aus Zerbst und Bamberg war Werbung für den Kegelsport. Mit einer taktischen Meisterleistung konnte der SKC Victoria Bamberg den deutschen Meister aus Zerbst trotz eines 1:3-Rückstandes noch mit 5:3 MP besiegen. In der Aufstellung hatte man Zerbst überlistet und Lupu auf den vermeintlich schwächeren Spieler gesetzt. Er sollte mit Hilfe von Wagner im Schlussabschnitt den Bamberger Sieg sichern. Am Start war es ein Duell auf Augenhöhe, da die Duelle Gerdau - Jelinek und Reiser - Heisler jeweils 2:2 endeten und die MP an Zerbst aufgrund der höheren Holzzahlen gingen. Mit 2:0 und 16 Kegel Rückstand gingen die Youngster Pansa und Weiß auf die Bahnen gegen Helmerich und Schondelmaier.

Wie auch die beiden ersten Duelle endete die Paarung Helmerich - Pansa 2:2, und erst der vorletzte Wurf gab den Ausschlag zugunsten von Helmerich - 3:0 für Zerbst. Auf der anderen Seite kam Schondelmaier gegen Weiß mit 127:163 unter die Räder und Zerbst wechselte. Als auch Craciun keine Chance gegen Weiß hatte und ebenfalls mit 124:157 unterlag, trübten sich die Mienen auf Zerbster Seite ein. Da nun auch Craciun völlig von der Rolle war, reagierte man nochmals und brachte nach weiteren zehn Wurf Heydrich ins Spiel. Dieser konnte zwar nicht mehr für die Wende sorgen, aber Weiß im vierten Satz besiegen. Weiß siegte mit 3:1 und 539:616. Nach MP lag Bamberg zwar mit 1:3 zurück, aber in der Gesamtholzzahl mit 58 Kegeln und in den Sätzen mit 7:9 in Front. Der SKC nahm nun einen Austausch der gemeldeten Spieler vor und setzte Wagner auf Schneider und Lupu auf Weber. Wagner lag schnell mit 2:0 zurück, war aber immer nah am Satzgewinn. Dieser gelang ihm im dritten Satz.

Da auch Lupu mit 2:1 führte, hatte man den "Sudden-Victory" bereits sicher. Als Lupu kurz vor Ende ein Neuner gelang und Weber nur ein offenes Bild anspielte, war die Entscheidung gefallen und der Jubel im Bamberger Lager kannte keine Grenzen. Nach den direkten Duellen führte Zerbst mit 4:2, da aber Bamberg beim Gesamtergebnis mit 3538:3640 vorne lag, endete das Halbfinale mit 4:4 MP remis. Der SKC Victoria siegte aufgrund des besseren Satzverhältnisses von 13:11.

FRAUEN, HALBFINALE
SKC Victoria Bamberg - SC Petrulul Ploiesti 7:1
(19:5 Satzpunkte, 3477:3244 Holz)
Kovac.-Grampsch - Samson 4:0 (582:543)
Vaidahazan - Sanda 4:0 (617:518)
Kicker - Simion 3:1 (593:566)
Beisser - Dumitrescu 4:0 (590:508)
Dobes./Wlodarc. - Lacatusu 3:1 (556:547)
Bader/ Fritzmann - Dogaru 1:3 (539:562)

KK Lanteks Celje - Asko KSC Schneegattern 7:1

FINALE
KK Lanteks Celje - SKC Victoria Bamberg 5:3
(14:10 Satzpunkte, 3423:3397 Holz)
Fidel - Kovacsne-Grampsch 2:2 (555:566)
Kozmus - Kicker 2:2 (558:547)
R. Savic - Beisser 2:2 (584:608)
Strelec - Vaidahazan 4:0 (609:533)
N. Savic - Bader 3:1 (558:535)
Sajko - Wlodarczyk 1:3 (559:603)

SPIEL UM PLATZ 3
Asko KSC Schneegattern - SC Petrulul Ploiesti 2:6

MÄNNER, HALBFINALE
SKV RW Zerbst - SKC Victoria Bamberg 4:4
(11:13 Satzpunkte, 3538:3640 Holz)
Gerdau - Jelinek 2:2 (604:599)
Reiser - Heisler 2:2 (596:585)
Helmerich - Pansa 2:2 (600:597)
Schond./Crac./Heydr. - Weis 1:3 (539:616)
Schneider - Wagner 3:1 (603:599)
Weber - Lupu 1:3 (596:644)

SKV Zeleziarne Podbrezova - KK Zapresic 7:1

FINALE

SKV Zeleziarne Podbrezova - SKC Victoria Bamberg 6:2
(15,5:8,5 Satzpunkte, 3651:3610 Holz)
Zavarko - Jelinek 2:2 (624:605)
Cech - Lupu 4:0 (649:590)
Tomka - Pansa 3:1 (603:606)
Foltin/ Pasiak - Weis 0,5:3,5 (564:605)
Kyselica/ Vadovic - Heisler 1:3 (586:627)
Calic - Wagner 4:0 (625:577)

SPIEL UM PLATZ 3
KK Zapresic - SKV Rot-Weiß Zerbst 2:6