Breit aufgestellt gehen die Basketballerinnen des Bamberger Programms in die neue Saison. Vorn mitspielen will die DJK Brose Bamberg sicher wieder in der 2. Liga Süd, bewähren möchte sich der SC Kemmern in der Regionalliga. Neu ist die DJK Don Bosco Bamberg II mit ihren jungen Talenten in der Bayernliga Nord. Das Aushängeschild der Nachwuchsarbeit ist erneut die U17-Mannschaft in der Mädchen-Bundesliga (WNBL). Wir sprachen mit Cheftrainer Ulf Schabacker.

Sind Ihre zumeist recht jungen Basketballerinnen für die neue Saison gerüstet?
Ulf Schabacker: Wir sind, unumwunden gesagt, noch nicht da, wo wir hinwollen, aber wir sind auf einem guten Weg. Aufgrund der Einsätze von Julia Förner und Magdalena Landwehr in den Jugend-Nationalmannschaften oder des späteren Wiedereinstiegs der Rückkehrerinnen Svenja Zeis und Mara Münder sind wir eine Woche vor dem Ligastart jetzt erstmals als Team komplett. Wobei mit ,komplett‘ auch schon wieder zu viel gesagt ist, wenn man berücksichtigt, dass drei Nachwuchsspielerinnen, die wir über das Training mit der Mannschaft an das Zweitliga-Niveau heranführen wollen, aktuell mit der Schule unterwegs sind. Trotzdem haben unser Trainingslager in Innsbruck, die letzten drei Wochen der Vorbereitung und die bisherigen Testspiele gegen Erstligisten gezeigt, dass der Kader sehr vielseitig ist und sehr viel Potenzial in ihm steckt.

Welchen Eindruck machen die Neuzugänge?
Der Eindruck von der Mannschaft ist gut. Ich bin mit der Trainingseinstellung und -intensität zufrieden. Janett Perv ist eine flinke und robuste Spielerin, die mit ihrer Physis und ihrem Kampfgeist dazu beiträgt. Tori Waldner verleiht uns mit ihrer Größe viele Optionen, weil sie neben ihrem eigenen Abschluss auch sein sehr gutes Auge für ihre Mitspielerinnen hat. Anna Furman, die aus Schwabach zu uns gestoßen ist, hat ebenfalls einen sehr positiven Eindruck hinterlassen. Die 17-Jährige ist vielseitig einsetzbar. Svenni Zeis und Mara Münder sind erst seit Kurzem wieder dabei. Angesichts des Teamgefüges wird es beiden nicht schwerfallen, sich auf und neben dem Feld schnell wieder einzufinden.

Die DJK Brose Bamberg hat sich der Nachwuchsförderung verschrieben. Die aktuellen Kooperationspartner DJK Don Bosco Bamberg und SC Kemmern stellen unter dem Dach des Bamberger Basketballprogramms Mannschaften in der 2. Liga Süd, der Regional- und Bayernliga sowie der Mädchen-Bundesliga WNBL. Reicht das Personal?
In der Planung beziehungsweise Vorbereitung auf die Saison war von Anfang an klar, dass unsere Youngsters so viel Spielpraxis und Erfahrung wie möglich im Seniorenbereich sammeln und zweimal am Wochenende zum Einsatz kommen sollen. Das ist auf der einen Seite natürlich mit einem erhöhten Aufwand und Wechseln zwischen verschiedenen Teams verbunden. Auf der anderen Seite ist es das, wovon die Mädchen am meisten profitieren. Das Wichtigste ist, dass sie spielen, sich an die körperlich anspruchsvollere Gangart im Seniorenbereich gewöhnen und lernen, unter anderem auch, mit Niederlagen umzugehen. Die gehören zum Sport und bringen sie ebenfalls weiter. Konkret entsprechend der Planung heißt das: Viele U15-Spielerinnen messen sich in der Bayernliga. Ein großer Teil der WNBL- inklusive Auswahlspielerinnen gehen in der Regionalliga für den SC Kemmern an den Start und drei werden hoffentlich schon eine gewisse Rolle in der 2. Bundesliga übernehmen.

Wie lauten die Saisonziele im Bamberger Damen- und Mädchen-Basketball, ist die Bundesliga für die erste Garnitur mittel- oder langfristig ein Thema?
Der weibliche Bereich ist gewachsen, und das Ziel ist neben der Entwicklung des Bamberger Nachwuchses natürlich der sportliche Erfolg in den Mannschaften. Wenn Trainer, Spielerinnen und Verantwortliche nicht den Anspruch hätten, sich im stärksten Wettbewerb zu messen, liefe der Aufwand ja ins Leere. Insofern ist die Bundesliga sicher unsere Vision, aber auch wenn wir unseren perspektivischen Kader aus der eigenen Jugend rekrutieren wollen, ist der Schritt ins Oberhaus doch mit einem ungleich höheren organisatorischen und finanziellen Aufwand verbunden. Wir werden den eingeschlagenen Weg weitergehen und alles dafür tun, weiter Werbung in eigener Sache zu betreiben. Mit der letztjährigen U15, die deutscher Meister geworden ist, und der erfolgreichen WNBL-Mannschaft sollte zukünftig personell ein möglicher Bundesligaauftritt durchaus drin sein, ansonsten wird es schwierig sein, die Talente hier in Bamberg zu halten. Beispiele gibt's ja schon mit Alina Hartmann, Anne Landwehr und Nani Ilmberger...

Was erwartet die DJK Brose in der 2. Liga Süd?
Über die diesjährige Konkurrenz lässt sich im Moment wenig sagen. Die absolute Top-Truppe, wie es in den letzten beiden Jahren mit Keltern und Bad Aibling der Fall war, scheint es diese Saison nicht zu geben. Viele Mannschaften haben sich mit Ex-Bundesligaspielerinnen beziehungsweise europäischen Import-Basketballerinnen verstärkt, so dass ich einen harten Kampf um die Play-off-Plätze erwarte.