Trotz wackliger zweiter Halbzeit haben sich die Zweitliga-Korbjägerinnen der DJK Brose Bamberg zum Abschluss der Hauptrunde am Samstagabend mit 69:63 (40:23) bei der zweiten Mannschaft der Rhein-Main Baskets durchgesetzt. Durch die gleichzeitige Kelterner Niederlage in Heidelberg (55:69) gelang so am letzten Spieltag der Sprung an die Tabellenspitze. Als Gewinner der regulären Saison 2014/15 treffen die Bambergerinnen im Play-off-Halbfinale auf den Vierten, den unterfränkischen Rivalen Take-Off Würzburg.

Die Freude über den Sprung auf Rang 1 und den Heimvorteil im Falle einer möglichen Finalteilnahme fiel jedoch erst einmal verhalten aus. Zu genau wussten DJK-Kapitänin Jessica Miller und ihre Kolleginnen, dass sie sich beim Auftritt in der Georg-Sehring-Halle nicht gerade mit Ruhm bekleckert hatten. Nach überzeugenden ersten 20 Minuten sowie einer deutlichen Führung zur Pause (40:23) verloren die Brose-Damen den Faden und agierten gegen die nur zu sechst angetretenen Gastgeberinnen in der zweiten Hälfte an beiden Enden des Feldes zu passiv. Aufgrund der zweiten Halbzeit hätten es die Rhein-Main Baskets verdient gehabt, das Spiel zu gewinnen, lautete der selbstkritische Tenor der Mannschaft, den Headcoach Ulf Schabacker in seiner Analyse aufgriff: "Sobald man aber nachlässt, bekommt man eben die Quittung serviert."

Trotz eiskalter Halle erreichte Schabackers Startformation (Gröger, Sokman, Münder, Thorman, Ilmberger) schnell Betriebstemperatur. Zwischen der vierten und der neunten Spielminute legte man einen 17:2-Lauf hin, dessen Schlusspunkt die eingewechselte Sandra Schrüfer per Dreier zum 21:6 setzte. Auch im zweiten Abschnitt dominierten die Bambergerinnen: Aus ihrer sicher stehenden Defensive heraus konnten sie ihr schnelles Umschaltspiel aufziehen und ihren Vorsprung auf 17 Zähler hochschrauben.

Das komplette Gegenteil dann nach dem Seitenwechsel: Während die Baskets mit drei erfolgreichen Distanzwürfen in Folge aus der Kabine kamen, gelangen der DJK in den ersten sechs Minuten des dritten Viertels nur magere drei Punkte. Eine Auszeit zeigte die erhoffte Wirkung, allerdings nur bis zur 33. Minute. Da leitete Nadine Ripper die zweite Aufholjagd der Hessinnen ein, die mit Anbruch der letzten 60 Sekunden im 63:63-Ausgleich gipfelte. Dank Jessica Miller, die mit den letzten sechs Punkten das Heft in die Hand nahm, durften die Brose-Korbjägerinnen aber den 20. Saisonsieg und den Gewinn der Hauptrunde bejubeln. Am Samstag um 15 Uhr empfängt die DJK Brose Take-Off Würzburg zum ersten Halbfinalspiel in der heimischen Graf-Stauffenberg-Halle. red
Rhein-Main Baskets II: Ripper (24), Schlaefcke (11), Wilmes (10), Greunke (8), Köhler (6), Ju Siu (4) / DJK Brose Bamberg: Thorman (21), Miller (11), Ilmberger (8), Sokman (8), Münder (7), Zeis (6), Gröger (3), Schrüfer (3), Beck (2), Gut A.