Besonders bei Sportveranstaltungen sieht man sie immer wieder: junge Mädchen, die voller Elan tanzen, anfeuern, klatschen. Oft werden sie Cheerleader genannt, doch es gibt große Unterschiede. Die North Bavarian Cheerleaders (NBC) vom TSV Obernsees haben sich ganz dem Cheerleading-Sport verschrieben, nehmen an Wettbewerben teil und scheuen sich nicht davor, auch mal mit blauen Flecken aus der Halle zu gehen. Sie feuern kein spezielles Sportteam an, sondern konzentrieren sich auf ihren Sport. Auftritte in der Region hatten sie zum Beispiel beim Maisel's Fun Run, beim Kulmbacher Triathlon oder dem Fränkischen Schweiz Marathon.

Das Brose Baskets Dance Team hingegen hat feste Termine an denen es auftritt: bei den Heimspielen der Brose Baskets. Sie sind, wie ihr Name schon sagt, keine Cheerleader, sondern ein reines Tanzteam. "Wir werden oft als die Cheerleader der Brose Baskets angekündigt", erzählt Team-Captain Valeska Gelfert. "Aber wir sind keine Cheerleader und machen keine Pyramiden, sondern wir tanzen."


Dance Team ist nicht Cheerleader
Für das Dance Team sei es schwierig von dem Cheerleader-Image weg zu kommen, weil es bis 2011 Cheerleader für die Brose Baskets gab, erzählen die 23 Mädels. "Die Leute erwarten von Cheerleadern etwas anderes und da kommt es oft zu Verwirrungen", sagt Gelfert. Trotzdem gestehen die Mädels um Captain Valeska Gelfert, dass sie manchmal selbst sagen, sie seien Cheerleader - weil viele Leute den Unterschied auf die Schnelle nicht verstehen. Das Dance Team gründete sich im Juni 2011, nachdem sich die alten Cheerleader aufgelöst hatten. "Viele von uns haben vorher beim SKK Staffelstein in der Garde getanzt", erzählt Anna-Marie Frey. "Unsere Trainerin hat dann gefragt, ob wir nicht für die Brose Baskets tanzen wollen, und so hat sich das dann ergeben."

Die Cheerleader aus Obern sees gibt es schon bedeutend länger. Nächstes Jahr feiern sie ihr 20-jähriges Bestehen. "Die Cheerleading-Abteilung ist aus der Damengymnastik entstanden", erzählt Spartenleiterin Sabine Rathmann. "Am Anfang haben wir auf dem Dachboden und im Garten getanzt", fügt ihre Tochter Sabrina hinzu, die selbst von Anfang an dabei war. Mit acht Mädchen haben die Obernseeser Cheerleader angefangen. Mittlerweile gibt es ein Kinderteam von vier bis sieben Jahren ("Lollipops"), ein weiteres für die von sieben bis elf Jahren ("Colour Birds") sowie ein Jugendteam von zehn bis 17 Jahren ("Flowers") und die Seniors ab 15 Jahren ("Fireflyz").

"Am Anfang haben wir die Rollstuhl-Basketballer angefeuert", sagt Sabine Rathmann. "Da die Saison von ihnen sich aber mit den Wettbewerben der Cheerleader überschnitten hat, ging das nicht mehr."


Wettbewerbe sind wichtig
Die Teilnahme an Wettbewerben ist für die NBC-Cheerleader sehr wichtig, denn so können sie zeigen, was sie das ganze Jahr über trainieren. "Cheerleading ist eine Kombination aus Kraft, Ausdauer, Leichtathletik, Tanz, Pyramiden, Vertrauen und Teamarbeit", beschreibt Rathmann die anspruchsvolle Sportart. "Auch das Selbstvertrauen der Mädchen wird beim Cheerleading gefördert." Und dabei ist der Sport nicht nur etwas für Mädchen. "In Amerika wird Cheerleading in der Schule gefördert, da sind auch viele Jungs als Cheerleader aktiv", erzählt Sabine Rathmann. "Es ist ein Rundum-Wohlfühlsport, denn es ist abwechslungsreich und anspruchsvoll." Die Teams des TSV Obernsees sind jedoch reine Mädchenteams - außer bei den Seniors, dort sind auch zwei Jungs aktiv. "Es kann jeder mitmachen, ob Mädchen oder Junge, ob jung oder alt, alle werden ihren Fähigkeiten entsprechend eingesetzt", sagt Sabrina Rathmann, die mittlerweile ausgebildete Trainerin ist.

Das Brose Baskets Dance Team besteht nur aus jungen Frauen im Alter von 15 bis 25 Jahren. Bei ihnen kann nicht jeder mitmachen. "Prinzipiell kann jeder gerne ein Probetraining vereinbaren", sagt Valeska Gelfert. "Wenn jemand einfach tänzerisch nicht begabt ist, dann macht es aber keinen Sinn."


Casting ist ein Weg ins Team
Im vergangenen Sommer hat das Dance Team ein Casting veranstaltet. Damals kam auch Reka Kalman zum Team. Die gebürtige Ungarin hatte in der Zeitung vom Casting gelesen und hat es einfach probiert. "Ich habe davor Ballett gemacht, aber das ist etwas ganz anderes", sagt sie. "Sportlich sein, heißt nicht, dass man tänzerisch begabt ist", erklärt Anna-Marie Frey. Allerdings seien auch einige im Team, die davor nicht getanzt haben und alles beim Dance Team gelernt haben.



"Wir haben rund 20 Tänze in unserem Repertoire", erklärt Valeska Gelfert. "Die Neuen lernen die Tänze nach und nach und treten dann eben nur bei den Tänzen auf, die sie beherrschen." Deshalb ist es auch unterschiedlich, wie viele Mädels in den Auszeit-Pausen auf den Basketball-Court laufen. Weil die Gruppe bunt gemischt ist - Schülerinnen, Studentinnen und junge Frauen, die schon fest im Berufsleben stehen - kann auch nicht jedes Mädchen zu jedem Spiel kommen. "Aber wir treten immer auf", sagt Anna-Marie Frey lachend. "Selbst wenn wir nur zu fünft sind."


Auftritt nur komplett
Bei den NBC Cheerleadern ist Vollständigkeit Grundvoraussetzung. "Wir können nur auftreten, wenn alle da sind", erklärt Rathmann. "Gerade bei den Hebefiguren muss jede da und voll konzentriert sein, sonst kann man sich böse verletzen." Deshalb machen sie auch einmal im Jahr einen "Spotting-Tag", an dem das richtige Auffangen nach Pyramdien und Hebefiguren trainiert wird.

Die Mädels der verschiedenen Gruppen trainieren zweimal in der Woche, vor Meisterschaften wird sonntags zusätzlich nochmal vier Stunden geprobt. Das kann an die Substanz gehen.

"Ich finde es immer wieder beeindruckend, wie die Madla bei den Wettkämpfen die Zähne zusammenbeißen und auch blaue Flecken ignorieren", sagt die Spartenleiterin. "Deshalb krieg' ich auch eine Art Hass, wenn Leute, die keine Ahnung haben, sagen Cheerleader seien die ,Hupfdohlen' am Spielfeldrand."

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