Der FC Bayern hat eine kleine Duftmarke gesetzt im Duell der Meisterschaftsfavoriten. Mit 84:74 (42:33) setzte sich die Millionentruppe aus München am Ende etwas zu deutlich durch, denn der Meister aus Bamberg kam nach einer sehr schwachen ersten Halbzeit ins Spiel zurück und besaß in der Schlussphase sogar noch die Chance, das Gipfeltreffen für sich zu entscheiden. Der überragende Nihad Djedovic rettete den Gastgebern aber mit zwei Dreiern und starker Verteidigung den Sieg.



Trainer Chris Fleming setzte in diesem Topspiel auf die Erfahrung von John Goldsberry und gönnte dafür Neuzugang Jamar Smith eine Pause, da in der Bundesliga nur sechs Ausländer einsatzberechtigt sind. In den ersten 15 Minuten erwischten die Brose Baskets aber dennoch einen rabenschwarzen Tag. Einzig Zack Wright gelangen zu Beginn dank seiner Schnelligkeit einige Punkte. Die Bayern hebelten die Verteidigung der Bamberger mit einfachen Spielzügen aus. Die Gäste hatten John Bryant und Chevy Troutmann unter dem Korb und aus der Halbdistanz wenig entgegenzusetzen.

Die Dreier fallen zunächst nicht
Außerdem gelang es nicht, die Aufbauspieler der Bayern vor sich zu halten, so dass diese immer wieder penetrieren und den freien Mann an der Dreierlinie anspielen konnten. Aus der Distanz trafen Heiko Schaffartzik, Steffen Hamann und Bryce Taylor traumwandlerisch sicher, während die Bamberger von der Dreierlinie zunächst die Lichter ausschossen. Lediglich Kapitän Casey Jacobsen verwandelte zwei der insgesamt acht Versuche. Weil der Meister sich schwertat gegen die Bayern-Defensive, zogen die "Roten Riesen" über 15:6 (4. Minute), 26:16 (11.) und 33:18 (14.) bis auf 40:24 (17.) davon. Jacobsens Dreier mit der Pausensirene war es zu verdanken, dass der Rückstand in den einstelligen Bereich (33:42) zusammenschmolz.

Lange Ansprache in der Pause
Anscheinend hatte Coach Fleming bei der ungewohnt langen Pausenansprache die richtigen Worte gefunden. Angeführt von Kapitän Jacobsen und Routinier Sharrod Ford kam der Gast bis auf 43:48 (24.) heran. Mit einer teilweise sehr aggressiven Verteidigung zwangen die Bamberger jetzt die Hausherren zu einigen Ballverlusten. Und im Angriff netzte John Goldsberry zwei Dreier ein, sodass der Rückstand schmolz (61:58).
Riesig war der Jubel bei den knapp 200 Bamberger Fans, als Anton Gavel nach 33 Minuten zum 65:65 ausglich, 90 Sekunden später netzte "Tono" sogar zur ersten Führung des Gastes ein. Die Partie wogte jetzt hin und her. Genau 100 Sekunden vor dem Ende traf Nihad Djedovic einen Dreier zum 76:73. Und der Bosnier entschied dann mit einem Glückswurf aus neun Metern auch die Partie.

"Wir haben vor der Pause extrem viel liegen gelassen. In den letzten zwei Spielen waren unsere Leistungen eine Halbzeit lang unterirdisch. Aber wir sind zurückgekommen, das ist das Positive", zog Fleming Bilanz. Für Bayern-Trainer Svetislav Pesic war wichtig, dass sein Team diesmal mit "viel Enthusiasmus und Kampfgeist" gespielt hat. "Wir haben aber auch Qualität gezeigt. Wir hatten nach der Pause keinen Ballverlust. Außerdem sind uns 20 Assists gegen eine Mannschaft wie Bamberg, die auch mit viel Intensität aufgetreten ist, gelungen."

Die Statistik
FC Bayern München - Brose Baskets 84:74
(24:16, 18:17, 19:25, 23:16)
München Djedovic (14 Punkte/2 Dreier), Troutman (14), Bryant (13/1), Taylor (9/1), Savovic (8/1), Benzing (8), Delaney (6), Schaffartzik (5/1), Idbihi (4), Hamann (3/1)
Bamberg Jacobsen (17/3), Wright (12), Gavel (11/2), Ford (7/1), Goldsberry (6/2), Sanders (6/1), Markota (6), Zirbes (5), Neumann (4), Tadda
SR Schmidt, Fritz, Rodriguez
Zuschauer 6700 (ausverkauft)
Gesamtwurfquote München 50 Prozent (32 Treffer/64 Versuche), Bamberg 43 (27/62)
Dreierquote München 39 Prozent (7/18), Bamberg 43 (9/21)

Freiwurfquote München 76 Prozent (13/17), Bamberg 69 (11/16)
Rebounds München 33 (28 defensiv/5 offensiv), Bamberg 37 (30/7)
Ballgewinne/-verluste München 6/9, Bamberg 6/16
Assists München 20 / Bamberg 19
Fouls München 19 / Bamberg 19

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