Sechs Sekunden vor dem Ende versenkte Mustafa Abdul-Hamid einen Dreier zum 91:88, John Goldsberry reagierte beim darauf folgenden Einwurf blitzschnell und passte den Ball über das halbe Spielfeld zu Anton Gavel, der freudetrunken die Kugel auf die Nord-Tribüne schleuderte. 18.12 Uhr, Frankenhölle, die vierte Meisterschaft in Folge ist perfekt - die große Partie kann beginnen: Erst in der Halle mit den begeisterten Freaks, dann Empfang beim Oberbürgermeister und schließlich in der Abendsonne auf dem Maxplatz, wo Tausende von Fans die Partie beim Public viewing verfolgt hatten.

Athletik-Trainer Markus Lindner rannte als Erster mit einer großen Sektflasche herum und verspritzte das kühle Nass, es folgten die üblichen Bierduschen - Karsten Tadda erwischte Trainer Chris Fleming, der sich mit Manager Wolfgang Heyder in den Armen lag.



Und in den ersten Interviews schwang jede Menge Genugtuung mit, dass es die Bamberger wieder geschafft haben. "Keiner hat an uns geglaubt. Die sogenannten Experten haben gesagt, wir haben keine Chance. Wir haben ihnen das Gegenteil bewiesen. Der krönende Abschluss war dieses 3:0", rechnete Bambergs Anführer Anton Gavel mit den vielen Kritikern ab, die die Ära der Brose Baskets schon als beendet erklärt hatten. Und der 28-Jährige, der zum wertvollsten Spieler der Finalserie gewählt worden ist, fühlte sich überhaupt nichts als Star: "Der MVP-Titel bedeutet für mich gar nichts. Das ist eine Auszeichnung für die ganze Mannschaft - jeder im Team hätte sie verdient."

"Unglaublich. Wenn man den Verlauf der Saison anschaut und was am Ende rausgekommen ist, dann ist das ein Wunder, das Fleming und Co. und natürlich die Mannschaft vollbracht haben", lobte Präsident Norbert Sieben den Trainer, der eine Saison mit vielen Höhen und Tiefen mit der Meisterschaft gekrönt hat. Und das Beste an diesem Titelgewinn ist die Tatsache, dass die Brose Baskets zum vierten Mal in Folge für die Euroleague qualifiziert sind und damit gute Argumente besitzen, starke Spieler nach Bamberg zu locken.

Die große Party mit den Fans soll nach Auskunft von Manager Heyder am Dienstag in der Frankenhölle steigen.