Die Frankenhölle brodelte am Samstag schon drei Minuten vor Spielbeginn, die vorentscheidende Partie um den Finaleinzug geriet für einen kurzen Moment zur Nebensache. Im Rampenlicht standen die Akteure, die 2005 - also genau vor zehn Jahren - das erste Kapitel der Bamberger Basketball-Erfolgsgeschichte geschrieben hatten.

Die 6800 Fans ließen Steffen Hamann, Rick Stafford, Chris Ensminger und ihre Mitstreiter, die Begründer von Freak City, hochleben. Den größten Applaus gab es aber für den Ältesten: Die Vorstellung von Derrick "Daddy Cool" Taylor, der vor einem Jahrzehnt im Alter von 41 Jahren noch einmal die Schuhe geschnürt hatte, um zu helfen, den Bamberger Traum von der ersten Meisterschaft zu realisieren, löste Begeisterungsstürme aus. Etliche Fans in Helmanis- oder Stafford-Trikots hatten Tränen in den Augen, als sich ihre langjährigen Identifikationsfiguren in weißen Freak-City-T-Shirts am Spielfeldrand präsentierten.

Von den damaligen Stars fehlten nur Uvis Helmanis, der in diesen Tagen Vater wird, und Demond Mallet. Mr. D ging für Badalona im spanischen Play-off-Viertelfinale auf Korbjagd und war bei der 55:77-Niederlage gegen den FC Barcelona mit 13 Punkten Topwerfer von Joventut.

Mallet meldet sich aus Barcelona

Aus Spanien grüßte er seine alten Kumpels aber per Videobotschaft: "Schade, dass ich nicht dabei sein kann. Die Meisterschaft 2005 war einer der schönsten Momente meines Lebens. Freak City ist einfach großartig. Ihr seid die besten Fans in ganz Europa. Macht weiter so. Ich liebe Euch", konstatierte der 37-Jährige und forderte seine ehemaligen Mitstreiter auf, es kräftig krachen zu lassen. "Es war super, hier die alten Kumpels zu treffen. Das war ein ganz spezielles Wochenende, das wir hier erleben durften. Das war die erste Meisterschaft in Bamberg. Und ich denke, wir haben gute Aufbauarbeit für die Zukunft hier geleistet", betonte Chris Ensminger, der sich inzwischen in der ProA als Trainer in Gotha etabliert hat.

Bereits am Freitagabend traf sich das Team samt Trainer Dirk Bauermann, Manager Wolfgang Heyder, der damaligen Hallenbesitzerin Sabine Günther und Teammanager Markus Gareiß in der Premium Lounge der Brose Arena. Nach einem kurzen Grußwort von Zweitem Bürgermeister Christian Lange gab es dann noch einmal das Finale vom 23. Juni 2005 gegen die Skyliners Frankfurt (68:64) zu sehen. Es wurden noch einmal die Blocks von Koko Archibong bejubelt. Steffen Hamann musste sich einigen Spott anhören, weil er zwei Dreier mit Brett versenkt hatte. Im Gegenzug blickte Hamann Ensminger erstaunt an, als Mr. Rebound "ausnahmsweise" Mal zwei Freiwürfe hintereinander versenkt hatte.

"Wir haben das Finale noch mal angeguckt. Da waren tolle Momente dabei, witzige Momente, wenn man den Basketball von früher anschaut. Die Meisterschaft war sicherlich einer der Höhepunkte meiner Karriere, aber für viele andere auch. Wir Jungs halten immer noch zusammen. Wir sind alle so stolz, hier zu sein und mit den Fans noch einmal zu feiern", sprach Steffen Hamann seinen Teamkollegen aus der Seele.

Und als am Samstagabend 120 Sekunden vor dem Ende der Finaleinzug der Brose Baskets feststand, gab's auch von den Helden von einst stehende Ovationen.