Dank eines fantastischen Schlussviertels (26:9) bezwangen die Brose Baskets Anfang November den als hohen Favoriten angereisten Euroleague-Sieger von 2014, Maccabi Tel Aviv, vor 6800 begeisterten Zuschauern in der Frankenhölle mit 77:66. Während die Mannschaft von Erfolgstrainer Andrea Trinchieri im November in der europäischen Königsklasse ungeschlagen blieb und schon am siebten Spieltag mit dem 65:54-Auswärtserfolg bei Darussafaka Istanbul den Einzug ins Top 16 perfekt machte, lief es beim israelischen Kultklub genau in die andere Richtung.
Nach der Pleite in Bamberg musste Trainer Guy Goodes seinen Hut nehmen und wurde inzwischen von Zan Tabak abgelöst. Der Kroate, der als Spieler bereits drei Euroleague- und einen NBA-Titel gewonnen hat, setzte sich letztlich knapp gegen einen der Wegbereiter des Bamberger Erfolgskonzepts, Dirk Bauermann, durch.


Maccabi mit Rücken zur Wand

Mit dem knappen 76:74-Erfolg in Sassari in der letzten Woche beeendete Maccabi die Niederlagen-Serie und erhielt sich die kleine Chance auf das Erreichen der Top 16. Wollen die Israelis in der Zwischenrunde zum 16. Mal in Folge dabei sein, zählen in den verbleibenden beiden Partien gegen Bamberg und am letzten Spieltag beim direkten Konkurrenten um Platz 4 in der Gruppe D in Istanbul nur Siege.
Die Brose Baskets dagegen haben mit Siegen in Tel Aviv am Donnerstag (20.15 Uhr) und eine Woche später im Heimspiel gegen Sassari sogar noch die Möglichkeit, Malaga von Platz 2 zu verdrängen. Doch das ist ein weiter Weg. Trinchieri kennt die Atmosphäre in der mit 11 700 Zuschauern ausverkauften Menora Mivtachim Arena aus seiner Zeit 2012 in Cantu genau: "Viele meiner Spieler haben keine Ahnung, was sie dort erwarten wird. Ich habe schon einmal dort gespielt. Das Hinspiel hatten wir mit neun gewonnen. Dort verloren wir mit elf, obwohl wir bis zur Halbzeit deutlich vorn waren. Aber dann kamen die Fans und haben Maccabi unglaublich gepusht. Es wird ein interessantes Spiel werden. Wir müssen überleben und lernen. Der psychologische Effekt der Arena ist groß. Du spielst dort nicht nur gegen ein Team, du spielst gegen eine ganze Nation."
Der große Unterschied zwischen beiden Teams ist die Verteidigung. Maccabi kassiert im Schnitt 82,6 Punkte und rangiert damit in der Euroleague weit hinten, während die Bamberger ihren Gegnern bisher nur 72,3 Punkte gestatteten und damit auf Platz 3 zu finden sind.
Bambergs Kapitän Brad Wanamaker betont nach der 88:100-Niederlage gegen ZSKA Moskau und der Galavorstellung gegen die Bayern (100:87): "Wir haben zuletzt 100 und 87 Punkte zugelassen. Das ist eindeutig zu viel. Wir müssen uns wieder auf unsere Verteidigung fokussieren. Aber wir fliegen nach dem Sieg über Bayern München mit viel Selbstvertrauen nach Tel Aviv." Und von dort will der deutsche Meister möglichst mit einem weiteren Sieg zum Bundesliga-Schlager am Sonntag nach Berlin reisen.