Sie haben ein neues Konzept, einen neuen Mannschaftsnamen, einige neue Spieler und Neuerungen in ihrer Heimspielstätte - aber eines bleibt beim Alten: Die Baunacher Zweitliga-Basketballer werden auch in der am Wochenende beginnenden Saison das jüngste Team aller 16 Vereine stellen.

18,9 Jahre beträgt das Durchschnittsalter der Young Pikes, wie sich die "jungen Wilden" künftig nennen. Ausländische Top-Talente wie der Litauer Litauer Arnoldas Kulboka (17) oder der Slowene Aleksej Nikolic (19) sollen ebenso wie die deutschen Nachwuchshoffnungen Leon Kratzer (18), Andi Obst (19) und Malik Müller (21) in Baunach an die Bundesliga herangeführt werden. "Wir möchten ein wirklich leistungsfähiges Jugendkonzept schaffen, in dem wir Spieler entwickeln können, egal, wo sie herkommen", erklärt Rolf Beyer, Geschäftsführer der Brose Baskets. Den Saisonstart bestreiten die Baunacher am Samstag in Trier.

Können die "Pikes" (englisch für Hecht) denselben im Karpfenteich spielen? Denn in diesem tummeln sich einige ganz große Fische. Mit Derrick Allen (Rasta Vechta) und Immanuel McElroy (Science City Jena) gehen zwei ehemalige Bundesliga-Stars im Herbst ihrer Karriere in der 2. Liga ProA auf Korbjagd. Auch andere Zweitligisten haben sich im Oberhaus bedient: Ex-Nationalspieler Johannes Lischka spielt in Hanau, der ehemalige Bayreuther Simon Schmitz für Trier.


Vechta, Jena und Nürnberg im Favoritenkreis

Die Aufgaben scheinen für die Baunacher ebenso schwer zu sein wie in der vergangenen Serie, die sie als Aufsteiger auf dem guten neunten Platz beendet haben. Zum Favoritenkreis zählen andere Teams. Der SC Rasta Vechta beispielsweise, der mit seinem neuen Coach Andreas Wagner (bislang Co-Trainer bei Bayern München) mit aller Macht zurück in die Bundesliga strebt. Den letztjährigen Halbfinalisten Science City Jena und rent4office Nürnberg werden ebenfalls Ambitionen nach oben nachgesagt.

Mit den Rhein-Stars aus Köln, die mit einer Wildcard in die ProA kamen, ist ebenfalls ein ambitionierter Verein am Start. Das Team des ehemaligen Bamberger Co-Trainers Arne Woltmann will innerhalb der nächsten beiden Jahre den Sprung in die Bundesliga schaffen. Und mit den Hamburg Towers ist ein zweites Großstadtteam in der ProA beheimatet, das mittelfristig das Oberhaus im Visier hat. Angesichts der starken Konkurrenz warnt der Baunacher Trainer Fabian Villmeter vor überzogenen Erwartungen: "Mit unserer jungen Truppe kann es durchaus passieren, dass wir einen richtig guten Job machen und dennoch Spiele knapp verlieren." Ein offizielles Saisonziel gibt es daher nicht.


Die "Blaue" wurde aufgehübscht

Die Verantwortlichen hoffen aber, dass es auch der neuen Truppe gelingt, wie im Vorjahr für Begeisterung auf den Zuschauerrängen der Graf-Stauffenberg-Halle zu sorgen. Die altehrwürdige "Blaue" hat das Team um den Baunacher Basketball-Abteilungsleiter in der Sommerpause aufgehübscht. Die Spielfeld-Markierungen (Zone und Auslinie) leuchten nun in der Vereinsfarbe grün, die Anzeigetafel wurde verbessert und der VIP-Bereich abgetrennt.

Dass die Young Pikes mehr sind als das Farmteam der Brose Baskets, bringen sie auch durch ihren neuen Namen zum Ausdruck. Denn der Hecht ziert das Baunacher Stadtwappen. "Zudem läuft die komplette Spieltags-Logistik und die Kommunikation mit der Liga über uns. Es steckt noch sehr viel Baunach in diesem Team", sagt Hirmke.


Der Kader der Baunach Young Pikes




Zugänge
Daniel Schmidt (Brose Baskets), Arnoldas Kulboka (Zalgiris Kaunas), Malik Müller (Virginia Tech/USA), Aleksej Nikolic (Spars Sarajevo), Jordan Dumars (ohne Verein)
Abgänge Steffen Walde (BBC Coburg), Jörg Dippold (TSV Breitengüßbach), Alexander Engel (Gladiators Trier), Marcos Knight (Ziel unbekannt), Anthony Lee (Kumanovo/Mazedonien), Sam Muldrow (Keravnos/Zypern), Steffen Hamann (unbekannt)
Es blieben Leon Kratzer, Johannes Thiemann, Daniel Keppeler, Andi Obst, Moritz Sanders, Dino Dizdarevic, Tibor Taras
Im erweiterten Kader Marc Kunz, Matthias Fichtner, Nicolas Wolf (alle NBBL-Team TSV Tröster Breitengüßbach)