"Schluss mit lustig" stand auf dem Plakat, mit dem die Braunschweiger Basketball Löwen ihre Fans zum ersten Heimspiel der Bundesliga-Saison gegen Bamberg einluden - und dieses Motto nahm der deutsche Meister wörtlich: Mit dem 96:48 (47:25)-Erfolg wurde Brose Bamberg seiner Favoritenrolle vollauf gerecht: Die Oberfranken zogen den gastgebenden Raubkatzen dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung und aggressiver Verteidigung den Zahn und feierten mit ihren 20 mitgereisten Fans im zweiten Spiel den zweiten Sieg.
Weiter geht es für die Mannschaft von Erfolgstrainer Andrea Trinchieri am Montag (18 Uhr) in der heimischen Brose Arena mit der Partie gegen Tübingen. Alles andere als ein weiterer klarer Sieg wäre dabei eine faustdicke Überraschung.
Den Braunschweigern fehlte mit Thomas Klepeisz der zweite Aufbauspieler. Auf Bamberger Seite fällt Center Leon Radosevic nach einer Knöchel-OP noch einige Wochen aus. Außerdem pausierten Maodo Lo und Aleksej Nikolic aufgrund ihrer Sprunggelenksverletzungen.
Vorgaben perfekt umgesetzt

"Gut verteidigen und schnell spielen", die Vorgabe von Trainer Andrea Trinchieri setzten seine Jungs in der ersten Halbzeit richtig gut um. In der Anfangsphase hatten die Braunschweiger des öfteren Probleme, gegen das Brose-Bollwerk während der 24-Sekunden-Angriffszeit einen Wurf herauszuspielen. Angetrieben von Fabien Causeur, der die Hälfte der Bamberger Punkte zum 10:2-Zwischenstand verbuchte, zeigte der Meister den Braunschweigern schon in den ersten zweieinhalb Minuten die Grenzen auf. Nicolo Melli sorgte für die erste zweistellige Führung (15:4). Nikos Zisis baute den Vorsprung dann bis auf 30:12 aus, ehe Sid Marlon Theis mit zwei Dreiern etwas Ergebniskosmetik gelang.
Aber auch sein Namensvetter auf Bamberger Seite, Daniel Theis, - die beiden sind nicht verwandt, obwohl sie beide in der Nähe von Braunschweig geboren sind - zeigte seine Klasse. Nach zwei Dunkings gelang dem Brose-Nationalspieler dann auch ein Jubiläum: Die Abwehraktion gegen Medlock war der 200. Block in der Bundesliga-Karriere von Theis. Der talentierte Louis Olinde führte sich gleich mit zwei Punkten ein, und Melli sorgte kurz vor der Pausensirene per Dreier für den 47:25-Zwischenstand.
29:0-Lauf im dritten Viertel

Nach der Pause bauten Melli und Vladimir Veremeenko, der von Zisis toll in Szene gesetzt wurde, den Vorsprung weiter aus. Allerdings knickte der Grieche dann um und kam nicht mehr zum Einsatz. Die Gastgeber leisteten sich gegen die starke Brose-Defensive etliche Ballverluste, die der Meister zu einem 29:0-Lauf und einer 79:30-Führung nutzte. Ganze fünf Zähler hatten die Niedersachsen im dritten Viertel erzielt.
Im Schlussabschnitt taute Darius Miller auf und sorgte mit drei Dreiern für einen 50-Punkte-Vorsprung (84:32). Das Debakel für die Hausherren nahm seinen Lauf. "Wir haben in dieser Woche hart trainiert, gut verteidigt und sind dafür mit diesem Resultat belohnt worden", betonte Bambergs Kapitän Elias Harris nach dem Kantersieg.
"Wir sind mit dem Willen hierher gekommen, ein professionelles Team zu sein. Wir werden in dieser Saison viele Spiele haben, in der BBL und in Europa, weshalb ich ab und zu mehr Konzentration von meinen Spielern einfordern muss. Aber heute haben wir so gespielt, wie wir es uns vorgenommen hatten. Wir haben gut verteidigt, vor allem gegen den gegnerischen Aufbau, und dann wird auch alles andere einfacher. Wir konnten durchrotieren, ohne an Qualität zu verlieren und gucken nun nach vorne auf die kommenden Spiele", zeigte sich Trainer Trinchieri zufrieden mit der Vorstellung seiner Mannschaft, die jetzt drei Tage Zeit hat, sich auf das Heimspiel gegen die Walter Tigers Tübingen vorzubereiten.
Tübingen bezwingt Gießen deutlich

Die Schwaben zeigten am Freitagabend eine starke Vorstellung - vor allem in der Verteidigung - und besiegten die Gießen 46ers mit 78:66. Stewart (15), Myles (15) und Jordan (13) waren die besten Werfer der Walter Tigers.
Die Statistik

Löwen Braunschweig - Brose Bamberg 48:96
(10:22, 15:25, 5:25, 18:24)

Braunschweig Figge (9 Punkte), Groselle (8), Guyton (7/1 Dreier), S. Theis (6/2), Simon (6/1), Freese (5), Medlock (5), Pierre (2), Ebert, Schwartz, Lagerpusch
Bamberg Miller (16/4), Melli (12/1), Harris (12), Heckmann (11/1), Vereemenko (10), Staiger (9/3), Causeur (7), Zisis (6), Theis (6), Strelnieks (5/1), Olinde (2), Kratzer
SR Krause, Kindervater, Bejaoui
Zuschauer 2623
Gesamtwurfquote Braunschweig 38 Prozent (18 Treffer/48 Versuche), Bamberg 57 (35/62)
Dreierquote Braunschweig 24 Prozent (4/17), Bamberg 43 (10/23)
Freiwurfquote Braunschweig 62 Prozent (8/13), Bamberg 89 (16/18)
Rebounds Braunschweig 23 (19 defensiv/4 offensiv), Bamberg 35 (27/8)
Ballgewinne/-verluste Braunschweig 3/20, Bamberg 11/7
Assists Braunschweig 10 / Bamberg 21
Fouls Braunschw. 21/ Bbg. 16